Dienstag, 26. Februar 2013

Interviewt: New Found Land

Anna Roxenholt // New Found Land
Auf dem Fahrrad fährt Anna Roxenholt alias New Found Land vor. Sie schwingt sich vom Sattel und betritt mit einem breiten Lächeln im Gesicht, das kleine Café im Herzen Berlin-Kreuzbergs, das sie für unser Interview ausgesucht hat. Es ist Montagmorgen, die Sonne scheint und die Luft ist eisig klar. "Ich mag es hier so gern", sagt Anna, als sie am Holztresen der detailverliebten Kaffeebar steht. "Vor allem vormittags, wenn es ruhig ist und man kurz der Hektik der Stadt entfliehen kann." Wir setzen uns. Anna trinkt einen Kaffee und macht es sich gemütlich. Es folgt ein Gespräch über die große nordische Schwermut, das Aufbrechen musikalischer Konventionen und ein Album, auf dem Anna vollkommen zu sich selbst gefunden hat.

Einen hab ich noch: 
Der Name "New Found Land" ist eine Art Wortspiel mit mehreren Bedeutungen. Wie kamst du auf dieses Pseudonym?

Anna Roxenholt:
Früher habe ich viel Jazzmusik gespielt. Ich bin ausgebildete Saxophonistin. Irgendwann in der Mitte meines Studiums fing ich an Lieder mit Texten zu schreiben und das war für mich wie die Entdeckung eines neuen Landes, wo ich mich wirklich wohlfühlte. Aber der Name kann viele Bedeutungen haben. Das ist das Schöne daran.

EHIN:
Warst du denn jemals auf Neufundland?

Anna Roxenholt:
Nein, aber ich möchte gern dahin fahren.

EHIN:
Oft hängt dem Norden beziehungsweise Skandinavien eine mystische und gleichzeitig sehr raue Attitüde an. Wie siehst du das als gebürtige Schwedin?

Anna Roxenholt:
Die große nordische Schwermut, oder? (lacht) Nein. Also es gibt auch so viele helle Dinge. Der Sommer in Skandinavien zum Beispiel, wenn die Sonne nicht untergeht. Ich denke manchmal, es ist fast düsterer hier in Berlin oder Deutschland.

EHIN:
Woher genau aus Schweden kommst du?

Anna Roxenholt:
Göteborg.

EHIN:
Seit 2007 lebst du in Berlin. Was magst du an der Stadt?

Anna Roxenholt:
Zuerst war es einfach schön, einmal wegzukommen. Meine ganze Familie und meine Freunde leben in Göteborg, was wunderbar ist, aber das beansprucht auch viel Zeit und hier hatte ich dann mehr Raum zum Arbeiten.

EHIN:
Was bedeutet es für dich, deine Songs live performen zu können?

Anna Roxenholt:
Live zu performen ist das, was man anstrebt. Es ist das Ziel, irgendwie. Eine Platte zu machen ist natürlich auch wichtig, aber eine ganz andere Arbeit. Man kann dabei detaillierter sein. Nur ist es auch so interessant, dann mit dem Publikum zu interagieren und die Reaktionen auf die eigenen Songs zu spüren. Ich freue mich total auf Tour zu gehen!

Und das tut New Found Land auch demnächst wieder. Freut euch auf folgende Live-Termine:
29.04.13 Köln, Studio 672
30.04.13 Haldern, Haldern Pop Bar
01.05.13 Offenbach, Hafen 2
02.05.13 Krefeld, Jazzkeller
03.05.13 Berlin, Privatclub
04.05.13 Hamburg, Molotow Bar
07.05.13 Dresden, Societätstheater
08.05.13 Nürnberg, Club Stereo
09.05.13 Hannover, LUX
17.05.13 Stuttgart, Merlin
18.05.13 München, Milla

Am Ende dieses Artikels verlosen wir darüber hinaus exklusive Gästelistenplätze für das Record-Release-Konzert am kommenden Freitag, den 01.03.2013, in Berlin.
 
EHIN:
Deine Musik ist sehr abwechslungsreich. Mal sehr natürlich und handgemacht und im nächsten Moment spielst du mit allerlei elektronischen Elementen. Wodurch zeichnet sich der Sound von New Found Land aus?

Anna Roxenholt:
Ich war immer ein Fan von elektronischer Musik. Bin beispielsweise mit der Musik von Depeche Mode aufgewachsen. Irgendwie kehre ich aktuell ein bisschen dahin zurück. Ich mag es mit synthetischen Sachen herumzuspielen, aber gleichzeitig auch das Organische zu nutzen. Die Mischung ist toll. Ehrlich gesagt bin ich etwas genervt davon, wenn immer alles so superauthentisch sein muss. Wir leben doch nicht mehr in den 40er Jahren. Es gibt so viele Möglichkeiten, wieso sollte man diese nicht nutzen? Ich nehme einfach das, was ein Song aus meiner Sicht braucht.

EHIN:
Was für Musik hörst du gern privat?

Anna Roxenholt:
In letzter Zeit habe ich viel Grizzly Bear gehört. Die neue Platte (Shields) finde ich superschön. Tolle Arrangements. Man hört, dass sie wirklich daran gearbeitet haben. Als ich mein Album aufgenommen habe, hörte ich zudem oft eine Band namens Miracle Fortress. Und ich habe auch einen ihrer Songs gecovert. "Everything Works", das dritte Stück auf der CD. Wir haben auf einem Festival in Dänemark gespielt. Miracle Fortress waren dort Headliner. Am Ende tauschten wir Platten aus und den ganzen Rückweg nach Berlin lief Miracle Fortess Album bei uns im Bus.

Hören wir uns nun den besagten Song an, der als wunderschönes Cover auch auf "New Found Land" zu finden ist.


EHIN:
Worum geht es thematisch auf der neuen Platte?

Anna Roxenholt:
Die Platte handelt viel von Enttäuschung durch andere und mich selbst. Situationen, die zu Frustrationen führten. Wenn ich mit etwas unzufrieden bin, schreibe ich darüber und dann ist es meistens schon viel besser.

EHIN:
Dein aktuelles Album hast du mit deinem Künstlerpseudonym betitelt. Viele andere Musiker oder Bands tun das gern bei ihrem Debut. Wieso erst jetzt dieser Schritt?  

Anna Roxenholt:
Ich glaube, das ist eine Art Statement. Es war immer etwas wage, wer zu New Found Land gehörte und wer nicht. Oder auch wo das Projekt hingehört. Ob nach Schweden oder hier nach Berlin. Und mit dieser Platte habe ich mich dann entschieden, dass New Found Land eben nur ich bin. Das war ein bisschen wie ein Aha-Erlebnis.

EHIN:
Früher hat auch dein Mann an dem Projekt mitgewirkt.

Anna Roxenholt:
Stimmt, ja. Wir haben viel zusammen gespielt und auch immer viel Spaß miteinander erlebt, besonders auf der Bühne. Aber wir sind eben beide Künstler und es war einfach schwer Arbeit und Privates zu trennen. Es gab zu viel unnötigen Streit und so sollte das nicht sein.

EHIN:
Hat er denn auch ein eigenes Projekt?

Anna Roxenholt:
Ja, 1000 Gram! Wir finden es beide besser, dass jeder sein eigenes Projekt hat. Dennoch helfen wir uns natürlich auch. Ich bin auf seiner Platte zu hören und er hat an meiner mitgewirkt. 

EHIN:
Mirror“ ist ein extremer Ohrwurm, der eine unheimliche Stärke in sich trägt. Was hat dich zu diesem Track inspiriert? 

Anna Roxenholt:
Ziemlich viele Leute denken, dass ich den Song über mich und meinen Mann Moritz geschrieben habe, aber so ist es nicht. Wie bereits erwähnt, handeln viele der neuen Lieder von Enttäuschungen. So auch "Mirror".Und zwar in Bezug auf Freundschaften. Generell möchte ich gar nicht so viel über meine Texte sagen, denn es ist schöner, wenn sich jeder auf seine Art darin wiederfinden kann.

EHIN:
„What Is Love“ beendet das Album auf fast poetische Weise. Ein grandioser Track! Was ist Liebe für dich? 

Anna Roxenholt:
Schwere Frage. Vielleicht, dass man füreinander da ist. Es reicht nicht, dass man sich einmal dazu bekennt, sondern man muss sich immer wieder dafür entscheiden. Und dann sollte man daran auch so gut es geht arbeiten.


EHIN:
Welcher der zwölf neuen Tracks ist dein persönlicher Favorit?

Anna Roxenholt:
Oh, das wechselt immer, je nach Stimmung. Gerade ist es vielleicht die neue Version von "It Would Mean The World To Me". Das war schon auf der ersten Platte.

EHIN:
Vielen Dank für dieses schöne Interview!


VERLOSUNG

Wir haben jetzt noch ein ganz besonderes Schmankerl für euch! Und zwar verlosen wir, wie bereits weiter oben erwähnt, 2x2 Gästelistenplätze für New Found Lands Record-Release-Konzert am kommenden Freitag, den 01.03.2013, im Berliner FluxBau. Es gibt für dieses Event regulär keine Karten zu kaufen. Wer dabei sein möchte, sollte Folgendes tun.
Möglichkeit 1: Geht auf unsere Facebookseite, teilt das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 26.02.2013 öffentlich auf eurer Pinnwand und kommentiert dies mit "Ich will neues Land entdecken".

Möglichkeit 2: Schickt uns eine E-Mail mit dem Betreff "New Found Land" und dem Inhalt "Ich will neues Land entdecken" an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Donnerstag, den 28.02.2013, könnt ihr teilnehmen. Unter allen musikalischen Weltentdeckern werden dann am Folgetag zufällig zwei Gewinner ermittelt und per Mail oder Nachricht über ihr Glück informiert. Wir wünschen viel Erfolg!

Zudem gibt es aktuell eine sehr treffende Albumreview zu "New Found Land" bei unseren Freunden von Kultmucke. Dort habt ihr gleichzeitig dann auch noch die Möglichkeit, diese grandiose Scheibe abzustauben. Alle Infos dazu findet ihr hier.

Montag, 25. Februar 2013

John Grant - Pale Green Ghosts

John Grant
Was für ein durchdringender Blick. John Grant hat weitaus mehr als nur die Sonnenseiten des Lebens kennengelernt. Der Sänger, der einst Bestandteil der amerikanischen Rockformation The Czars war, verkündete im letzten Jahr, dass er HIV-positiv sei. Statt nun aber in Depressionen zu versinken, stellt sich Grant seiner Zukunft optimistisch entgegen. Auf musikalischer Ebene bedeutet das ein neues Album mit dem Namen "Pale Green Ghosts", das wir im März dieses Jahres erwarten dürfen. Der dazugehörige Titeltrack zeigt, dass Grant schon viel herumgekommen ist. Vor allem die Zusammenarbeit mit Hercules & Love Affair schwingt in den wunderbar ausgetüfftelten Synthie-Melodien des Songs mit. "Pale Green Ghosts" ist kaum greifbar, entwickelt sich sekündlich weiter und durchläuft mehrere Metamorphosen bis hin zu einem grandiosen Finale. 


Sonntag, 24. Februar 2013

Album-Vorstellung (+ Gewinnspiel): Bloodgroup "Tracing Echoes"

Bloodgroup
Es gibt Musik, die ist für sonnige Momente gemacht. Sie unterstreicht in jenen Augenblicken unser Wohlbefinden, zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht und setzt die Erdanziehungskraft kurzerhand außer Gefecht, um uns ein Gefühl von Schwerelosigkeit zu verleihen. Doch da wo Licht ist, muss auch Schatten walten dürfen. Niemals würde das Süße so süß schmecken, wenn es kein bitteres Gegenstück dazu gäbe. Auf musikalischer Ebene übernimmt die Gruppe Bloodgroup jene ungeliebte Aufgabe und schafft mit ihren bedrohlichen, tiefdunklen Sounds eine ganze Reihe von Antithesen zu der beschriebenen Gute-Laune-Welt. Schicksalhaft gründete sich das isländische Quartett an einem trüben Wintertag im Jahr 2006. Seitdem ist viel geschehen im Leben von Sunna, Janus, Ragnar und Hallur. Ihr Debut "Sticky Situation" (2007) und der Nachfolger "Dry Land" (2009) hinterließen einen bleibenden Eindruck und eroberten neben den Herzen zahlreicher Hörer, auch die einiger Kritiker. Gestärkt durch diese Erfahrung, legen Bloodgroup nun selbstsicher ihre bereits dritte LP vor: Tracing Echoes.

Tracing Echoes
"A Threat" eröffnet das Album und stürzt den Hörer umgehend in ein Reich aus düsteren Klängen. Die Luft ist erfüllt von vibrierenden Echos, die ein Schaudern auf der Haut hinterlassen. Und gleichzeitig ist da auch so viel Schönheit. All jene Rhythmen und Melodien, die die Basis für Tracks wie "Nothing Is Written In The Stars", "Lines" oder "Mysteries Undone" schaffen, umgibt eine majestätische Aura. Ein zartes Leuchten zwischen den sonst eher archaischen und kraftvollen Strukturen von Songs wie "Disquiet, "Indefinate" oder "Cut Out Your Tongue". Vergleichbar einem zarten Hauch von Wärme in einer tristen, rauen Umgebung, den wir dadurch umso stärker wahrnehmen. Genau dieser Kontrast macht "Tracing Echoes" zu einer der aufregendsten Platten in diesem noch jungen Musikjahr 2013. Sicher wird der Mainstream die Auseinandersetzung mit einer Scheibe wie dieser scheuen, doch wer bereits Fever Rays Debut im Regal stehen hat, die hörbare Destruktion der Portishead-Alben faszinierend findet oder Radiohead zu seiner Religion erklärte, der sollte sich nun auch einmal auf das Experiment Bloodgroup einlassen. 


Und wir bieten euch nun die Gelegenheit dazu. Mit freundlicher Unterstützung von AdP Records verlosen wir ein Exemplar von Bloodgroups "Tracing Echoes". Als besonderes Extra gibt es obendrauf auch noch ein wunderschön gestaltetes T-Shirt der Band (Unisex-Größe M). Alles, was tun müsst, um an der Verlosung teilzunehmen, ist uns zu verraten, was euch Angst bereitet. Mitteilen könnt ihr euch über einen der bereits bekannten Wege.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 24.02.2013 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Bloodgroup" und eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Dienstag, den 26.02.2013, könnt ihr mitmachen. Unter allen Mutigen, die sich bis dahin offenbart und ihrer Angst entgegenstellt haben, wird am Folgetag zufällig ein Gewinner ermittelt. Viel Erfolg! 

Weitere Infos und Hörbeispiele zu Bloodgroup gibt es hier:
Offizielle Website
Facebookseite
Myspace-Präsenz

Freitag, 22. Februar 2013

Klassiker der Woche Nr. 45

Télépopmusik
Irgendwie werden wir die funkelnden "Chillout"- und "Electronica"-Klänge nicht mehr los. Wie ein roter Faden ziehen sich feinste Tunes aus der Welt synthetischer Melodien entlang der letzten Klassiker der Woche. Heute setzen wir eine weitere Downtempo-Naht auf unserer Reise durch die Musikgeschichte. Nach Massive Attack, Pizzivato Five, Moby und Fatboy Slim werfen wir nun einen Blick nach Frankreich und betrachten uns das Projekt von Fabrice Dumont, Stephan Haeri, und Christophe Hetier genauer. Télépopmusik heißt ihr Avantgarde-Pop-Gestrick, bei dem sie gekonnt elektronische Fasern mit wohlig warmen Gesangsparts kombinieren. "Breathe", zu finden auf Télépopmusiks 2001er Debut "Genetic World", präsentiert uns exemplarisch jene Fusion aus kühler Ästhetik und behaglicher Lounge-Atmosphäre. Vor einigen Jahren geschickt als Untermalung zur Werbung eines großen Handyanbieters genutzt, war der Track schnell vielerorts beliebter AfterHour-Begleiter.



Und nun wissen wir auch, was Totally Enormous Extinct Dinosaurs zu seinem Track "Garden" inspirierte, der einige Jahre später wiederum die Kampagne einer anderen Telefongesellschaft akustisch aufwertete.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Gewinnspiel: 1000 Gram "Ken Sent Me"

Rezept für gute Musik

1000 Gram
Man nehme:
- einen Berliner Querdenker
- drei schwedische Vollblutmusiker
- eine gehörige Portion Indierock

1. Schritt: 
Den Berliner Querdenker (bevorzugt sollte man hier auf die Sorte "Moritz Lieberkühn" zurückgreifen) lässt man bereits zu Kindertagen in den Plattensammlungen seiner älteren Brüder herumwühlen. Dabei dürften in ihm, erste Gedanken hin zu einer Karriere als Songwriter keimen.

2.Schritt: 
Ruhen lassen. Das führt dazu, dass sich der Wunsch nach dem Bühnenerfolg maximiert.

3. Schritt: 
Einige Live-Auftritte in der Berliner Clubszene beifügen. So sammelt der junge Musiker an Erfahrung und erlebt erste Erfolge, die ihn in seinem bisherigen Weg bestärken.

4. Schritt: 
Eine Prise Liebe ist unabdinglich. Am besten in Form einer schönen Schwedin mit Namen Anna Roxenholt, zu finden im Berliner Nachtleben. Diese bewirkt, dass unser aufstrebender Lieberkühn, eine wichtige Entscheidung trifft und kurzerhand nach Göteborg auswandert.

5. Schritt: 
Dort geben wir, nach einigen Auftritten an der Seite von Roxenholt und dem gemeinsamen Weiterentwickeln und Vorantreibens des Projekts New Found Land, besagte schwedische Vollblutmusiker (empfehlenswert: Alexander Simm, Jacob Öhrvall und Joel Wästberg) hinzu. Unsere Grundbasis steht nun.

6. Schritt: 
Benennen wir das Ganze kurzerhand 1000 Gram. Klingt griffig und ist durch ein einzelnes "M" am Ende mit einer Note "Schweden" gewürzt.

Ken Sent Me
7. Schritt: 
Ziehen lassen sollten wir das Gemisch aus internationaler Kreativität wiederum in der flirrenden Metropole an der Spree. Berlin besitzt die richtige Anheizfunktion, um ein Album namens "Ken Sent Me" entstehen zu lassen.

8. Schritt: 
Wir bestreuen die fertige Platte mit Assoziationen von frühen Coldplay-Stücken (ja, Lieberkühns Stimme erinnert tatsächlich stark an die von Chris Martin) bis hin zu Rhythmen à la Bombay Bicycle Club.

9. Schritt: 
Kostprobe gefällig?

 

Jetzt wollen wir zwei Lesern das Nachkochen erleichtern, in dem wir euch direkt das finale Produkt zur Verkostung überlassen. 1000 Gram haben uns zwei Exemplare von "Ken Sent Me" gesponsert, die nun in die Verlosung gehen. Um an eben dieser teilzunehmen, sollt ihr uns dieses Mal euer Lieblingsbackprodukt verraten. Die fertig erdachte Antwort gilt es über einen der beiden folgenden Wege mitzuteilen.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 20.02.2013 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "1000 Gram" und eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Freitag, den 22.02., habt ihr Zeit uns mit euren Ideen zu konfrontieren. Am darauf folgenden Tag werden wir zufällig zwei glückliche Vorkoster ermitteln. Viel Erfolg und guten Hunger!

Mehr zu 1000 Gram findet ihr hier:

Montag, 18. Februar 2013

Barbarossa - The Load

Barbarossa
James Mathé, der bereits als Mitglied des Live-Ensembles von José Gonzales durch die Welt tourte, veröffentlichte unter seinem Künstlerpseudonym Barbarossa, jüngst den Track "The Load". Ganz den aktuellen musikalischen Trends entsprechend, rahmt der Londoner seine Lyrics mit elektronischen Klängen ein. Dennoch langweilt die Nummer keinesfalls. Feine Funk- und Soulbeats in Kombination mit Synthieorgelspielereien verleihen "The Load" einen ganz individuellen Charakter. Im Mai ist Mathé als Support von Junip, wieder einmal an der Seite seines Kollegen José Gonzales zu sehen. Und wer bis dahin nicht warten kann und will, bekommt "The Load" schon mal im Austausch gegen seine Mailadresse hier.

Sonntag, 17. Februar 2013

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Jim James - Regions Of Light And Sound Of God

Jim James
Als kreativer Kopf  der amerikanischen PsychRocker My Morning Jacket wurde Jim James einem breiten Publikum bekannt. Die markante Stimme des heute 34jährigen Sängers war stets das Markenzeichen des musikalischen Gespanns aus Louisville, Kentucky und sorgte in Verbindung mit den unkonventionellen Kompositionen der Band dafür, dass sie schnell zum Synonym für extravagante Rockmusik avancierte. Man denke beispielsweise zurück an das grandiose Album "Z" aus dem Jahre 2005. Eine Platte voll von tiefblauer Melancholie, die unter anderem den Übertrack "Dondonate" beherbergt. Es gibt zwar kein Erfolgsrezept für Beständigkeit in der Musikbranche, nur wirken My Morning Jacket mit ihren Sounds derartig verankert, dass schon einiges geschehen müsste, um daran etwas zu verändern. Und dennoch zieht es Herrn James ab und zu auf einsame Solopfade. So verlässt er nach der "George Harrison"-Hommage mit Namen "Tribute To" (2009) und einigen anderen Side-Projects, einmal mehr sein Gefolge und beschreitet im Alleingang neues musikalisches Terrain. 2013 haben es ihm die Gebiete des Lichts und der Klang Gottes angetan.

Regions Of Light And Sound Of God
"Regions Of Light And Sound Of God", die aktuelle Platte des bärtigen Künstlers, klingt ziemlich genau nach dem, was der Titel assoziieren lässt. Helle Arrangements und teils sakrale Lyric, zieren Stücke wie "Dear One" oder "Exploding". Mit einer Leichtigkeit, als könne er über das Wasser schreiten, präsentiert uns James Songs, die die dunklen Seiten des Lebens kurzfristig in den Schatten rücken und dafür den Moment mit einem gleißenden Leuchten überfluten. Schwermut hat auf dem neun Track starken Album nur wenig Platz. Zwar hängt beispielsweise "All Is Forgiven" sicherlich auch eine Nuance Trübsal an, nur wird diese sanft von funklastigen und orientalisch angehauchten Melodien davon geweht. Es ist schwer in Worte zu fassen, was Jim James mit "Regions Of Light And Sound Of God" gelungen ist. Bei einem Stilmix, wie man ihn auf dieser Platte findet, wäre sicherlich der ein oder andere Musiker baden gegangen. James hingegen schafft es, den unterschiedlichen Klängen, die er vereint, etwas abzugewinnen, das man wohl am treffendsten als Wärme bezeichnen könnte.

 

Nun wollen wir das Herz eines Lesers entflammen, indem wir euch die Möglichkeit bieten, ein Exemplar von "Regions Of Light And Sound Of God" (zur Verfügung gestellt von Cooperative Music) zu gewinnen. Um an der dazugehörigen Verlosung teilzunehmen, sollt ihr uns verraten, wofür ihr wirklich brennt. Was macht euch schwerelos, lässt euch in euphorische Höhen abheben? Eure Antwort könnt ihr über einen der beiden folgenden Wege mitteilen.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 17.02.2013 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Jim James" und eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Dienstag, den 19.02., habt ihr Zeit mitzumachen. Am Folgetag wird zufällig ein Gewinner ausgelost. Wir wünschen viel Glück!

Weite interessante Links zu Jim James:

Freitag, 15. Februar 2013

Klassiker der Woche Nr. 44

Heute ist es einmal an der Zeit zurückzureisen. Zurück zum Ursprung allen Lebens auf dieser Erde. Ein gewaltiger Strudel reißt uns aus dem Hier und Jetzt und führt uns zu dem Moment, mit dem alles begann. Es knallt und die Luft ist geladen von der freigesetzten Energie. Als nächstes ist da eine einzige Zelle, umgeben von Wasser. Aus diesem kleinen Wunderwerk erwächst in jenem liquiden Elixier des Lebens, eine erste komplexere Struktur, die wir als Qualle identifizieren können. Die Evolution gibt jedoch noch lange keine Ruhe und wirkt wie ein Katalysator, der explosionsartig zur Entstehung weiterer, bizarrer Lebensformen führt. Und dann kommt er, der entscheidende Sprung aus dem Wasser heraus. Im Hintergrund ertönen feierlich die Zeilen "Right here, right now" und nach kurzem Verweilen, nimmt die Entwicklung weiter ihren Lauf. Im wahrsten Sinne des Wortes. Unter stampfenden Beinen erbebt die Erde. Wenige Sekunden später, während unserer Achterbahnfahrt durch die Erdgeschichte, treffen wir auf einen tanzendes Äffchen, das im Laufe seiner Performance zunehmend nackiger und dadurch dem Menschen immer ähnlicher wird. Am Ende landen wir im 21. Jahrhundert und müssen uns einer bitteren Erkenntnis stellen. Schmatzend, übergewichtig und ohne den Zauber des Schöpfungsmysteriums, wird der moderne Mensch parodiert. Der heutige Klassiker der Woche trägt eine unterschwellige und von Humor umgarnte Botschaft in sich, die grandios inszeniert wurde. Fatboy Slims "Right Here, Right Now" gehört berechtigter Weise zu den ganz großen Nummern in der Musikgeschichte.



Mittwoch, 13. Februar 2013

Gewinnspiel: Brasstronaut "Mean Sun"

Brasstronaut
Im Oktober letzten Jahres erschien mit "Mean Sun", das zweite Album der kanadischen Band Brasstronaut. Ein dezente Platte, die sich nicht direkt ins Rampenlicht drängt, wie man es von anderen Veröffentlichungen durchaus gewöhnt ist. Zurückhaltend und vielleicht gerade dadurch umso stärker in seiner Wirkung, gewann "Mean Sun" mehr und mehr Herzen für sich und konnte vor allem kritische Hörer mit seiner Originalität überzeugen. Unterschiedlichste Kombinationen aus modernen Synthie-Sounds und klassischen Arrangements mit Instrumenten wie Trompete, Klarinette oder Klavier, formen die insgesamt zehn Stücke des Albums. Stets ergänzt durch die wunderbaren Lyrics, die Sänger Edo von Breemen auf einfühlsame Weise ins Mikro haucht, schaffen es Tracks wie "Bounce" oder "The Groove" tief in die Seele einzudringen und sich dort anzusiedeln. Sanfte Gefühlslandschaften entstehen. Dennoch birgt "Mean Sun" auch einen Hauch von Finsternis, Ungewissheit und Schwermut in sich. Vor allem beim titelgebenden Stück ist dies eindrucksvoll zu bemerken.


Da heute Gewinnspiel-Mittwoch ist, könnt ihr euch sicherlich denken, was nun folgt. Und zwar verlost "Einen hab ich noch...", mit freundlicher Unterstützung von Snowhite, insgesamt zwei Exemplare des Albums "Mean Sun" von Brasstronaut. Um in der dazugehörigen Lostrommel zu landen, sollt ihr uns dieses Mal verraten, welche Musik denn eure Seele berührt. Bis einschließlich kommenden Freitag, den 15.02., könnt ihr mitmachen und zwar über eine der beiden folgenden Wege.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 13.02.2013 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Brasstronaut" und eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Am Samstag, den 16.02., werden die Gewinner bekannt gegeben. Viel Erfolg.

Interessante Links zu Brasstronaut:

Montag, 11. Februar 2013

Liars - WIXIW

Liars
Hypnotisch und extravagant zeigt sich die aktuelle Single "WIXIW" der NewYorker Post-Punker Liars. Bedrohliche Noise-Rockssounds, vor Kraft und Energie nur so strotzend, vereinen sich zu einer düsteren, eindringlichen Hymne. Vergleichbar stillem Wasser, das einmal aufgeschreckt, langsam seine Wellen schlägt und sich zu immer gefährlicheren Fluten entwickelt. Eine Symbiose aus Ruhe und Beunruhigung wohnt diesem Track inne. Das gleichnamige Album "WIXIW" erschien bereits letztes Jahr bei Mute Records und hat durchaus das Potenzial, Freune von Radiohead oder Aphex Twin zu begeistern.


Sonntag, 10. Februar 2013

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Monophona "The Spy"

Alles beginnt mit einem einzigen Ton, der sich in Raum und Zeit verliert. 

Monophonie, die Einstimmigkeit in der Musik. Zu Zeiten, in denen es üblich war, dass eine einzige Stimme ohne weitere Chorgesänge oder Instrumente, eine Melodie formte, wir würden das heute als akustischen Sologesang bezeichnen, war die Monophonie das gängige Konstrukt, das sich dahinter verbarg. Erst im Laufe des 9. Jahrhunderts entwickelte sich die sogenannte Mehrstimmigkeit, welche gleichzeitig verschiedene Klangmuster zu einem Gesamteindruck verband.
Eine andere Deutungsweise. Monophonie heißt wörtlich übersetzt "Einklang" und setzt sich aus den griechischen Wörtern "monos" für "eins" und "phone" für "Klang" zusammen. Und in geradezu perfektem Einklang befindet sich auch die Band, der die heutige Album-Vorstellung gewidmet ist: Monophona.

Monophona
Fusion. Zwei Welten trafen bei der ersten Begegnung von Chook und Claudine zusammen. Er als Produzent und DJ, der tief durch die unendlichen, elektronischen Weiten des Drum'N'Bass schwebte, und sie, die ihre Wurzeln fest im ursprünglichen und recht natürlichen Singer-Songwriting-Boden verankert hatte. Unterschiedlicher hätten die beiden Musiker nicht sein können und dennoch wagten sie ein ungewöhnliches Experiment. Ein Bündnis namens "Monophona" wurde geschlossen, das es sich zur Aufgabe machte, diese beiden so konträr wirkenden Herkünfte als Bausteine für eine gemeinsame Zukunftskonstruktion zu nutzen.

"The Spy"
Innovation. "The Spy" heißt das erste Werk, das den eben beschriebenen Versuch nun auch klanglich für all jene greifbar macht, die sich zuvor nichts darunter hätten vorstellen können. Ergänzt durch den Schlagzeuger Jorsch, laden die drei Herrschaften zur Besichtigung ihrer postmodernen Klangentwürfe ein. Dreizehn davon versammeln sich auf "The Spy" und sie alle eint der Wille, neue Maßstäbe in Sachen Musik zu setzen. Oft kommen Künstler im Rahmen ihrer Album-Promotion mit Genre-Neuschöpfungen daher, um die Einzigartigkeit ihres Kreativseins zu unterstreichen. Monophona tun das nicht, nur wäre es hier tatsächlich einmal sinnvoll gewesen. Am ehesten kann man vielleicht Vergleiche zu Gruppen wie The Notwist oder Ms John Soda ziehen, um verständlich zu machen, was das Trio aus Luxemburg da erschaffen hat. Nur so ganz trifft es das dann auch wieder nicht. Attribute wie "düstern", "schwerelos" aber auch "kantig" haften den Songs mit Titeln wie "Shades Of Grey" oder "Unfold" an. Leichte Grundstrukturen aus Synthies knistern, schwirren und klingen durch die Luft, während sich ein sanfter Mantel, gewebt aus der zerbrechlichen Stimme Claudines, darüber legt. Es empfiehlt sich, diese Platte auf einer wirklich guten Anlage zu hören, da sonst die vielen charismatischen Feinheiten verloren gehen könnten, die den Charme von "The Spy" ausmachen. Auch was die Aufmachung der Paperback-CD angeht, warten Monophona mit einer Überraschung auf. Öffnet man die Hülle, gibt die tief schwarze Einlage der Verpackung, die Scheibe aus ihrem Innersten frei, ja gebärt sie geradezu aus der Finsternis heraus. Eine wirklich schöne Spielerei, die für ein erstes Gefühl der Begeisterung sorgt, noch bevor Songs wie "Give Up" die Sinne umspülen.


Gelungen. "The Spy" ist ein modernes, unkonventionelles Album, das besonders Freunde des Außergewöhnlichen in jedweder Hinsicht  zufriedenstellen dürfte.
Wir verlosen nun, mit freundlicher Unterstützung von Snowhite, gleich zweimal jenen Genuss für Aug und Ohr. Um in die dafür zuständige Lostrommel zu gelangen, schickt bis spätestens und einschließlich kommenden Dienstag, den 12.02.2013, eine Mail mit dem Betreff "Monophona" an blogfrog87@googlemail.com. Die Gewinner werden dann am Folgetag benachrichtigt. Viel Erfolg.

Weitere interessante Link zu Monophona:

Freitag, 8. Februar 2013

Klassiker der Woche Nr. 43

Herr Hansen ist Scientologe. Macht ihn das zu einem schlechten Menschen? Soweit würden wir hier bei "Einen hab ich noch..." nicht gehen wollen. Dennoch ist uns diese "neue religiösen Bewegung", wie Scientology gern kategorisiert wird, keineswegs koscher. Schon beim Klassiker der Woche Nr. 18 (Juliette Lewis - Terra Incognita) setzten wir uns mit dem Phänomen auseinander, dass auch die Independent-Musikbranche vor dem Gedankengut des Ron L. Hubbard nicht sicher zu sein scheint. 
Nun aber erst einmal zurück zu Herrn Hansen, denn um den soll es hier ja eigentlich gehen. Und zwar vorrangig um dessen Musik und nicht seine persönliche Lebensphilosophie. Vielen ist der Sänger und Gitarrist wohl besser unter seinem Künstlernamen Beck bekannt. Vor zwanzig Jahren erschien mit "Golden Feelings" das Debut des 1970 geborenen Sohn eines Studiomusikers und einer Künstlerin. Seitdem zieren etliche Veröffentlichungen seinen Weg, bei der eine vielversprechender schien als die nächste. Auch als Produzent wirkte Hansen an großen Erfolgen (z.B. Charlotte Gainsbourgs "IRM") maßgeblich mit. So ist es nicht verwunderlich, dass irgendwann auch Hollywood auf ihn aufmerksam wurde. 2004 holte Regisseur Michael Gondry, der sich neben Filmen wie "Science of Sleep" auch für zahlreiche Musikvideos von Björk über Massive Attack bis hin zu Radiohead verantwortlich zeigte, Beck ins Boot, um am Soundtrack zu "Vergiss mein nicht!" (Originaltitel: "Eternal Sunshine of the Spotless Minds") mitzuwirken. Das Drama befasst sich mit der Idee, gezielt Erinnerungen manipulieren und löschen zu können, so dass schmerzhafte Ereignisse und sogar einzelne Personen vergessen werden. Ein wunderbares Filmjuwel, in dem Jim Carrey und Kate Winslet als Hauptdarsteller brillieren. "Everybody's Gotta Learn Sometimes", eine Coverversion des 1980er Hit der Korgis, wird von Beck sanft in den Film eingewoben und unterstreicht einmal mehr die Genialität der mit einem Oscar ausgezeichneten Liebesgeschichte. Und so können wir nun getrost diesen Klassiker der Woche in die Welt entlassen.