Freitag, 30. November 2012

Klassiker der Woche Nr. 39

"Advisory Comitee" zählt vielleicht zu den interessantesten Alben der letzten zehn Jahre. Und das hat mehrere Gründe. Die Songs auf dieser Scheibe sind von ihrer Instrumentierung dermaßen einzigartig und gewaltig komponiert, dass sie wie ein Komet in das Erinnerungszentrum unseres Gehirns einschlagen und sich dort grundlegend verankern. Zudem arbeitet Sängerin Mirah mit einer starken Metaphorik in ihrem Songwriting. Entwickelt mentale Bilder und ziert sich nicht, jene im nächsten Moment wieder komplett einstürzen zu lassen. Das macht Eindruck und zeugt von einer unheimlichen Kreativität. Bestes Beispiel ist der heutige "Klassiker der Woche". "Cold Cold Water" beginnt verspielt, mit der zarten Stimme der jüdischen Sängerin im Fokus, schwingt sich dann jedoch immer wieder zu einer derartig tiefgründigen Inszenierung auf, dass man als Hörer geradezu vom Stuhl, Sofa oder wo auch immer man sich gerade befindet, gehauen wird. Das Spiel mit Leichtigkeit und Schwere, Unbedachtheit und gedanklicher Massivität macht "Cold Cold Water" zu einem Stück Musik, bei dem man sich wieder und wieder freut, dass es dieses gibt. Und auch wenn man den Song zum hundertsten Mal hört, hat er absolut nichts von seiner Unglaublichkeit verloren.


Donnerstag, 29. November 2012

Eugene McGuinness - Sugarplum

Eugene McGuiness
Verspielter Indierock trifft auf leicht funkige Soul-Spielereien und vereint sich zu einer bunten und impulsiven Mischung. Der junge Brite Eugene McGuiness lockt seine Hörer mit "Sugarplum" in eine verlockende Falle. Denkt man auf musikalischer Ebene schnell an einen jungen Morrissey, ändert sich dieser Eindruck spätestens im Refrain, der sich als wesentlich discotauglicher erweist wie anfangs erwartet. McGuiness gehört damit dann wohl auch zu jenen Musikern, die sich nur schlecht kategorisieren lassen und immer wieder zu überraschen wissen. Schick!

 

Mittwoch, 28. November 2012

Es war einmal... AdP Records (+ Gewinnspiel)

AdP Records
Auf die Plätze, fertig, los! Im Jahre 2005 startete ein kleines Künstleraufbauprogramm namens "Auf die Plätze" seine Arbeit mit der Intension, Bands beim Laufen lernen in der Musikbranche helfend zur Seite zu stehen. Vom Erfolg und der stetigen Liebe zur Musik angetrieben, entwickelte sich dieses Konzept weiter und manifestierte sich bereits fünf Jahre später in der Gründung von "AdP Records". Ein junges, innovativ denkendes Team um Labelchefin Tess Rochholz, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Acts zu unterstützen, sie zu fördern und immer dort abzuholen, wo sie sich mit ihrem Potenzial bewegen. Dass dies dem "AdP Records"-Team mehr als gut gelingt, zeigt nicht zuletzt das Echo, welches ihre Schützlinge in der Independentszene hinterlassen haben. Ob beispielsweise Wrongkongs "Euphoria" oder das gefeierte "Summer" von I Heart Sharks, jene Songs eroberten die Tanzflächen hierzulande in rasendem Tempo. Überhaupt erstaunt es einen, wo das kleine Label nach so wenigen Jahren aktuell steht. Mehr als 40 Veröffentlichungen zieren den Weg von "AdP". Musiker und ihr Schaffen wertzuschätzen, ihnen Zeit und Raum zur Entfaltung zu geben, jedoch auch dann Hilfe anzubieten, wenn diese gebraucht wird, das sind die Aspekte die das dynamische Label so erfolgreich machen. "Liebe zum Detail und Herzblut sind die wichtigsten Bausteine in der Arbeitsweise von AdP. Geleitet von Intuition anstatt von strikten Businessplänen steht nie das Label sondern der Künstler im Vordergrund.", heißt es auf unsere Nachfrage hin. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bands, die bei  "AdP" unter Vertrag stehen, mehr als ein Geschäftsverhältnis mit dem Label aus Kulmbach verbindet.
   
I Heart Sharks, I'm Not A Band, Ginger Redcliff, Wrongkong, Bloodgroup, Paper & Places, Children, Dadajugend Polyform, Colour Thieves, David Lemaitre und Panda People haben sich als große Familie unter dem schützenden Zelt von "AdP Records" zusammengefunden. Teilweise kooperieren sie auch miteinander und suchen den künstlerischen Austausch. Diese befruchtende und vom Label gewollte Art und Weise des Kollaborierens, brachte zum Beispiel das wunderbare "Neuzeit"-Cover von Ginger Redcliff zum Charterfolg ihrer Hai liebenden Brüder hervor oder bescherte uns den grandiosen Remix zu Wrongkongs "Hearts Are Breaking Hearts" von I'm Not A Band.

Lisa Dietz, Tess Rochholz, Benni Küfner
Tess Rochholz, Lisa Dietz und Benni Küfner gehen mit der richtigen Intension an ihren Job. Sie haben Spaß an dem Kontakt zu ihren Künstlern, sind gierig darauf, neue Talente zu entdecken, die fernab vom Mainstream-Pop überzeugen und leisten wunderbare Pressearbeit, welche nicht künstlich oder affektiert wirkt. Wir von "Einen hab ich noch..." wünschen dem "AdP"-Team weiterhin alles Gute und blicken optimistisch in die Zukunft. Wer weitere Infos zu Label, Acts und Releases sucht, dem sei die Website von AdP nahegelegt.

Zudem hat uns "AdP" ein riesiges Paket geschickt, dessen Inhalt wir nun gerne an ein paar glückliche Leser weitergeben möchten. Und zwar verlosen wir insgesamt fünf Exemplare der Compilation, die AdP eigens für die Messe "Nürnberg.Pop" zusammengestellt hat. Als Hauptpreis winkt darüber hinaus ein Exemplar der wohl bekanntesten "AdP"-Veröffentlichung "Summer" von I Heart Sharks. Um am Gewinnspiel teilzunehmen habt ihr folgende Möglichkeiten.


Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 28.11.2012 mit "Auf die Plätze, fertig, los!" kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Inhalt "Auf die Plätze, fertig, los!" an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Freitag, den 30.11.2012., habt ihr die Chance mitzumachen. Am Folgetag werden zufällig die Gewinner ausgelost. Wir wünschen wie immer viel Spaß und Erfolg! 

Dienstag, 27. November 2012

Panda People - Gerhard Richter

Panda People
Lukas, Jakob, Jan und Leon klingen wie die kleinen Brüder von MGMT oder Tame Impala. Unter dem Namen Panda People produzieren die vier Jungs aus Erlangen, psychodelisch angehauchten Synthiepop. Selbiger ist auf den EPs "Secret Pleasure" (2010) und jüngst "Future Fever" veröffentlicht worden. Mit einer ordentlichen Portion an der deutschen liebsten Intellektualität, treffen Songs wie "Gerhard Richter" den Nerv der Zeit und eines jungen, aufgeklärten Publikums. Der zeitgenössische Maler des Fotorealismus dürfte überrascht sein, wie sein Schaffen in die moderne Popkultur getragen und somit wertgeschätzt wird. Losgelöst von dumpfbackigen Castingshow-Gewinnern, macht sich hier eine neue Riege an Künstlern bereit zu beweisen, dass es mit Deutschlands Nachwuchs noch lange nicht den Bach heruntergeht, wie es uns so oft weisgemacht werden soll. Here we go...

Montag, 26. November 2012

Sonntag, 25. November 2012

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Björk "Bastards"

Björk
Nach "Björk", "Debut", "Post", "Homogenic", "Selmasongs", "Vespertine", "Medúlla", "Drawing Restraint 9" und "Volta", erschien im letzten Jahr mit "Biophila" bereits Björks zehntes Studioalbum. Doch dieses war weit mehr als eine gewöhnliche Platte. Die gefeierte isländische Sängerin wartete dazu mit einem Gesamtkonzept auf, welches in der Musikgeschichte seinesgleichen sucht. Sie gab sich nicht mit dem Gedanken zufrieden, den Hörern ihre Songs auf CD oder Vinyl gepresst in die Hand geben zu können. Nein, auf multimedialer Ebene wollte Björk ein Verständnis für das universelle Zusammenwirken von Musik, Technologie und Natur schaffen. Dazu wählte sie einen recht außergewöhnlichen Weg. Unter anderem veranlasste sie verschiedene Instrumentenbauer dazu, sich neumodische, technisierte Instrumente zu erdenken, die später bei Liveauftritten und auch auf der Platte ihre Verwendung fanden. So funkt beispielweise die "Tesslaspule" bei "Thunderbolt" ihren Beat, was jenes Video eindrucksvoll zeigt:


Softwareentwickler arbeiteten gleichzeitig an einzelnen Apps zu jedem der "Biophilia"-Tracks, welche via iPhone oder iPad gedownloadet und interaktiv verwendet werden konnten. Diese Einbeziehung des Konsumenten in die Welt des Albums, setzte Björk auch in einer Art pädagogischem Programm fort, bei dem sie Kindern rund um den Globus, die Möglichkeit zum Instrumentieren mit verschiedensten Mitteln und unterschiedlichsten Stoffen gab. Ästhetische Videos zu "Crystalline", "Moon" oder jüngst "Mutual Core" runden das Projekt final auf visueller Ebene ab.
 
Bastards
Da denkt man, so viel Aufwand kann nun nicht mehr getoppt werden, schon wird man erneut von der mittlerweile 47-Jährigen überrascht. Die "Remix Series" verschaffen sich seit einiger Zeit Gehör. Von Björk selbst auserkoren, machten sich dabei internationale Größen an die Arbeit, "Biophilia" in seine Einzelteile zu zerlegen und neu zu interpretieren. Mittlerweile gibt es ganze acht Singles in diesem Zyklus der Neuschöpfung. Einige der Remixe versammeln sich nun auf "Bastards". Gebündelt und von Björk als organisch zueinander gehörig empfunden, vereinigen sich insgesamt 13 Tracks auf dieser Veröffentlichung. Ob gestandene Meister wie Matthew Herbert oder Newcomer wie These New Puritans, sie alle schaffen es mit ihren Versionen der "Biophilia"-Songs, dem Hörer neue und unbekannte Klangwelten zu eröffnen. Björk selbst sagt dazu: "Mich hat unheimlich beeindruckt, wie Biophilia in diesen Remix-Versionen auf vollkommenes Neuland transportiert wird und dabei trotzdem die Essenz der jeweiligen Original-Tracks erhalten bleibt." Exemplarisch zeigt Omar Souleyman wie "Crystalline" beispielweise in ein arabisches Gewand gehüllt zum Hüftenkreisen animieren kann.

 

"Bastards" ist mehr nicht nur ein einfaches Remix-Album, sondern der nächst logische Evolutionsschritt im, von Björk erschaffenen, "Biophilia"-Kosmus.Um selbigen zu feiern, verlosen wir mit freundlicher Unterstützung von Beats International, insgesamt dreimal Björks "Biophila Remix Series 8". Darauf befindlich sind Remixversionen von These New Puritains zu "Mutual Core" und The Slips zu "Moon". Um eine dieser Singles zu gewinnen, müsst ihr uns nur folgende Frage beantworten. Welcher Remix eines Songs hat euch wirklich begeistert? Es muss sich dabei nicht um ein Stück von Björk handeln. Mitteilen könnt ihr eure Antwort über eine der beiden sicher bereits bekannten Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 25.11.2012 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Mittwoch, den  28.11.2012, habt ihr Zeit teilzunehmen. Unter allen Remix-Freunden, werden dann am kommenden Freitag zufällig die Gewinner ausgelost.

Und wer nun noch tiefer in das ganze Konzept rund um "Biophilia" eindringen möchte, dem seien folgende Links empfohlen:

Samstag, 24. November 2012

Justine Electra - Rested, Tired

Justine Electra
"Einen hab ich noch..." wurde verzaubert. Verzaubert von einer so unglaublich süßen Melodie, dass wir am liebsten von morgens bis abends und eingekuschelt in eine warme Decke, auf der Couch liegen möchten, um dem grandiosen "Rested, Tired" zu lauschen. Der Song ist ein erster Entwurf, der unserer Meinung nach aber gar keinen weiteren Feinschliff benötigt. Bis auf ein nicht ganz so abruptes Ende vielleicht. Inspiriert von den traditionellen Laternenumzügen an St. Martin, zog es unseren Blogliebling Justine Electra an die heimischen Synthesizer, mit deren Hilfe sie ein innovatives und wunderbar fragiles Klanggerüst erbaute. Ergänzt durch metaphorische Lyrics, gehört dieser Track schon jetzt zu unseren Favoriten für das Jahr 2012.


Freitag, 23. November 2012

Interviewt: El Perro Del Mar

Sarah Assbring // El Perro Del Mar
Am letzten Freitag, den 16.11.2012, trafen wir Sarah Assbring alias El Perro Del Mar vor ihrem grandiosen Konzert im HBC Berlin. Im gemütlichen Pulli erschien Assbring zum Gesprächstermin. Man setzte sich an die Bühne, auf der sie am selben Abend noch dem Berliner Publikum ihre neuen Songs präsentieren sollte. Eine unglaubliche Entspannung ging von der Sängerin aus und wirkte geradezu ansteckend. Wir sprachen über ihr neues Album „Pale Fire“, ihre Sicht auf Musik und verschiedenste andere Themen. Das komplette, ausführliche Interview mit der sympathischen Schwedin gibt es nun exklusiv hier bei „Einen hab ich noch…“.

Einen hab ich noch…:
Sarah, wie kamst du mit Musik in Berührung? Kannst du dich erinnern?

Sarah Assbring:
Ich habe sehr frühe musikalische Erinnerungen aus der Zeit als ich noch sehr, sehr klein war. Wie ich meine Mutter zum Beispiel Beethovens „Für Elise“  oder ähnliches spielen hörte. Ich selbst fing an Klavier zu spielen, als ich sechs oder sieben war und von diesem Moment an, war Musik stets wichtig für mich. Und so schrieb ich bereits als Kind erste Songs. Musik ist durchgehend lebensnotwendig für mich gewesen.

EHIN:
Wusstest du schon immer, dass du Musikerin werden möchtest?

Sarah Assbring:
Ich denke, tief im Inneren wollte ich immer Musikerin sein. Es begann mit kindischen Träumereien, dann wurde ich älter und war hin- und hergerissen, ob ich einen „richtigen“ Beruf wählen und studieren sollte. Jedoch kämpfte die Musik stetig gegen meine anderen Pläne an. Als ich dann Mitte zwanzig war, was recht spät ist, akzeptierte ich, dass ich nichts Halbes machen kann und so entschied ich, mich fortan auf die Musik zu fokussieren.

EHIN:
Wie sieht Sarah Assbrings Songwriting aus?

Sarah Assbring:
Mhm… wenn ich mit dem Gedanken spiele ein neues Album aufzunehmen, fange ich an Ideen zu sammeln, was lange Zeit dauern kann. Es hängt davon ab, worüber ich schreibe. Für mein aktuelles Album häufte ich Eindrücke, Material und Texte über ein ganzes Jahr an. Es fühlt sich dann so an, als lebe ich eine Zeitlang mit dem Album, es wächst in mir heran und wird dann zu einer klaren Vision. In dieser Periode bin ich oft sehr isoliert und konzentriert auf das Kommende.

EHIN:
Du und einige andere Künstler prägten den Begriff des „Chamberpops“ als Genre.  Es schwingt eine Menge Wärme in diesem Wort mit, wie es auch in deiner Musik der Fall ist. Was denkst du über jene Kategorisierung?

Sarah Assbring:
Ich denke, es ist eine wundervolle Kategorisierung. Ich bin generell keine Liebhaberin von Klassifizierungen, aber dieser Begriff an sich ist wirklich schön. Er ist offen für eine Vielfalt an Vorstellungen und verschiedene Untergruppen. Das lässt Raum für mich als Künstler, unterschiedliche Dinge zu tun, aber dabei weiterhin Teil dieses Genre zu bleiben. Und das ist gut!

EHIN:
Du hast mit tollen Musikern wie Lykke Li, Gruff Rhys, Pacific! oder aktuell Chad Valley kollaboriert. Gibt es weitere Künstler, mit denen du unheimlich gern zusammenarbeiten würdest?

Sarah Assbring:
Oh, da gibt es einige. Es ist immer schwer jemanden zu nennen, wenn man diese Frage gestellt bekommt. Meist antworte ich „Gang Gang Dance“, weil ich schon lange ein riesiger Fan von ihnen bin. Ich glaube, ich könnte eine Menge von ihnen lernen. Mir gefällt die Art, wie sie Musik machen und herumexperimentieren. Sie verbinden verschiedenste Einflüsse und schweben über dem, was auch immer Musik ist. Ich liebe freie Musik wie Jazz, bin selbst jedoch oft in meinen Strukturen gefangen und habe ganz klare Vorstellungen bezüglich meiner musikalischen Ergebnisse. Das möchte ich durchbrechen.

An dieser Stelle nun eine kleine Hörprobe zu Gang Gang Dance.


EHIN:
Was für Musik hörst du gern privat?

Sarah Assbring:
Momentan und ich denke, das hat das neue Album sehr beeinflusst, höre ich viel elektronische Musik. Alte Dance Music wie Chicago House oder Acid House, aber auch Dubstep. Eine Menge Musik, die keine Vocals hat.

EHIN:
Filesharing und Musikpiraterie sind echte Probleme für die Musikindustrie geworden. Was sind die Konsequenzen für dich als Künstlerin?

Sarah Assbring:
Nun ja, die Konsequenz ist, dass du kein Geld verdienst. Aber ich bin der Ansicht, das war auch vor diesen Zeiten nicht anders. Es gibt immer jemanden, der dem Musiker das Geld wegnimmt. Und diese modernen Entwicklungen führen irgendwo hin. Ich weiß nicht wo, doch glaube ich, es wird besser werden. Ich bin kein Gegner von Filesharing, denn ich stelle meine Songs selbst teils kostenlos zur Verfügung. Menschen, die Musik hören sind nicht der Feind, den man bekämpfen sollte, da gibt es andere. Es verdienen einfach die falschen Leute an der Musik. Ein wirkliches Problem ist, dass die Künstler nur wenig einnehmen. Das sollte gelöst werden. Nur bin ich mir nicht sicher, ob das je passieren wird.

EHIN:
Und am Ende kann niemand das Gefühl herunterladen, vor einer Bühne zu stehen und einem deiner Konzerte zu lauschen. Was magst du an Liveauftritten?

Sarah Assbring:
Am Anfang war ich dem Ganzen gegenüber etwas verschlossen, weil ich eine Kluft zwischen der Welt, nach der eine Platte klingt, und der realen Welt sah. Das hat mich sehr frustriert und ich war unzufrieden, denn ich schaffte es nicht, meine Musik live so klingen zu lassen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Doch nun liebe ich genau das und habe akzeptiert, dass diese beiden Welten eben komplett verschieden sind.

EHIN:
Da ist so eine bittere Süße in deinen Songs. Es ist, als würde man Medizin auf einem Löffel Zucker zu sich nehmen. Viele der Tracks haben diese psychologische und sehr tiefgehende Seite. Die Person, die sie hört wird mit ihren eigenen Gefühlen und Gedanken konfrontiert. War das deine Intension?

Sarah Assbring:
Ich bin froh das zu hören, denn es war nicht meine Intension. Ich schreibe über meine eigenen Gefühle, Gedanken oder Schwierigkeiten, die sich im Leben auftun. Es ist ein Weg, um mit mir selbst und der Welt um mich herum ins Reine zu kommen. Wenn das dann einen Effekt auf andere Menschen hat, ist das einfach unglaublich schön zu wissen. Das ist die Magie der Musik und was sie mit uns macht. Und wenn ich das mit meiner eigenen Musik erreichen kann, ist das wunderbar. Aber es wäre sehr anmaßend während des Schreibens zu glauben, dass ich am Ende Anderen damit helfen könnte. Es ist eher eine Zufälligkeit und die reine Schönheit von Musik.

EHIN:
Was hat sich seit deinem Debütalbum in der Art wie du dich und die Welt siehst, geändert?

Sarah Assbring:
Vieles hat sich geändert und es ist einiges in meinem Leben geschehen seitdem. Ich startete von einem sehr introvertierten Ort, als ich mein erstes Album schrieb. Es ging sehr stark um mich selbst und wie ich mit meinem Leben klarkomme. Ich habe mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt, sie bearbeitet und bin nun darüber hinweg. Der vielleicht größte Unterschied zum aktuellen Album ist, dass ich jetzt meinen Blick gehoben und auf die Welt um mich herum geschaut habe. Ich realisierte, dass ich über eine sehr finstere Sicht auf die Welt verfüge und ich fragte mich, wo das alles mit unserer Erde hinführen soll. Da auch die Platte erst sehr dunkel klang, fühlte ich, dass ich die Verantwortung  trage, die Menschheit nicht mit weiteren düsteren Songs herunterzuziehen. Also wollte ich Licht und Hoffnung vermitteln, denn neben all der Dunkelheit sind da eben auch diese Dinge. So konnte ich am Ende auch mit meiner vorangegangenen Sichtweise brechen. Ich sehe mich jetzt mehr als ein Teil des ganzen Geschehens.

EHIN:
„Pale Fire“ heißt dein neues Album. Wie fühlt es sich an zu wissen, dass es nun veröffentlicht ist?

Sarah Assbring:
Oh, das ist fantastisch! Während des Releases war ich bereits auf Tour und es fühlte sich gut an, mitten in diesem ganzen Prozess zu sein und es live performen und leben zu können, auf ganz andere Art und Weise als zu der Periode, in dem man noch daran arbeitete. Da ich dem Album so viel Zeit einräumte, um zu entstehen, gab es viele Momente, in denen ich zweifelte und das Gefühl hatte, den Verstand zu verlieren. Das passiert jedoch meistens, wenn ich an einer neuen Platte arbeite. Insofern nichts Ungewöhnliches. Dennoch ist es umso viel besser, wenn man sieht, dass etwas fertig ist und veröffentlicht werden kann. Sehr zufriedenstellend!

EHIN:
Hört man „Love In Vain“ vom neuen Album, kann schon mal der Gedanke an Roxy Music’s „Avalon“ aufkommen.

Sarah Assbring:
Oh…

EHIN:
Es gibt viele Eighty-Grooves und Synthesizer auf „Pale Fire“. Wieso hast du dich entschieden, in diese musikalische Richtung zu gehen?

Sarah Assbring:
Nun, offensichtlich beeinflusst es einen, was für Musik man selbst im Vorfeld gehört hat und generell mag. Seit vielen Jahren höre ich Dance Music und Dub, aber ich habe sie in den Zeiten der Entstehung des neuen Albums, mehr konsumiert. Ich besitze ein Studio, in dem ich all meine Alben aufgenommen habe. Darin gibt es die verschiedensten Instrumente. Bei jedem Album s ich anfangs dort herum und fragte mich, welche Instrumente ich benutzen soll. Dieses Mal versuchte ich die verschiedenen Synthesizer und Drumm-Maschinen, die ich habe. Es fühlte sich gut an, sie zu entdecken. Sie machten mich neugierig. Deswegen klingt jetzt alles so, wie es das tut. Zudem fing ich an zu samplen, was komplett neu für mich war. Dieses Album hätte nicht auf der Gitarre oder anderen klassischen Instrumenten entstehen können, welche ich vorher oft benutzte. Die elektronischen Instrumente haben mich einfach angemacht. (Sarah Assbring lacht)

EHIN:
Das führt uns zu der nächsten Frage. Inwiefern ist „Pale Fire“ anders als deine früheren Veröffentlichungen?

Sarah Assbring:
Auf viele Arten! Ich neige oft dazu mich gegen das aufzulehnen, was ich zuvor produziert habe. Keinesfalls, weil ich es nicht mag. Es ist eher, dass ich etwas tun möchte, das sich frisch anfühlt.  Bei meinem neuen Album hatte ich den Drang zu rebellieren. Nicht nur gegen mich selbst sondern auch gegen die Instrumente, die ich sonst gern benutze und die Art, wie ich Songs schreibe. Ich wollte mich auch gegen Personen in meinem Umfeld, mit denen ich zuvor gearbeitet hatte, und ihr Verständnis von meiner Person wehren. Ich schätze, ich hatte diese Art von jugendlichem Bedürfnis, Leuten eine neue Seite an mir zu zeigen, wenn diese meinten zu wissen wer ich sei. Aber als ich mich mit dieser ganzen Thematik beschäftige, merkte ich, dass ich eine sehr natürliche Basis in meiner Musik habe. So kann ich sicher sein, dass egal was ich tue, die Menschen merken werden, dass sie immer noch El Perro Del Mar hören. Auch wenn es anders klingt.

EHIN:
„What Do You Expect“ und „Innocence is Sense” waren brillante Tracks, die du vor einigen Monaten veröffentlicht hast. Beide schafften es dann jedoch nicht auf “Pale Fire”. Was ist der Grund dafür?

Sarah Assbring:
Ich habe meist ein sehr intuitives Gefühl dafür, welche Songs Teil eines Albums sein werden und welche nicht. „What Do You Expect“ war mehr oder weniger eine Korrespondenz. Es hätte sich komisch angefühlt, es auf „Pale Fire“ zu haben. „Innocence Is Sense“ hingegen war eine gute Wahl um das Album zu präsentieren, jedoch haben die anderen Tracks auf eine natürliche Weise besser zueinander gepasst.

EHIN:
Und man kann die Tracks ja auch weiterhin im Internet finden. („Innocence Is Sense“ und „What Do You Expect“ sind auf El Perro Del Mars Soundcloud nachzuhören.)
Es gibt ein tolles und sehr künstlerisches Video für „Walk On By”. Der Dreh muss spaßig gewesen sein.

Sarah Assbring:
Das hat absolut Spaß gemacht! Ich habe eine Schwäche dafür, wie der Greenscreen in den späten 80ern benutzt wurde. Auf so eine altmodische Weise. So etwas wollte ich auch machen. Ich tanzte und rannte auf einem Laufband und da ich schwanger bin, war das ein ganz schön harter Job. Es war wirklich, wirklich lustig und ich bin glücklich wie das Endergebnis aussieht.



EHIN:
Eine letzte Frage. Wie wird El Perro Del Mar in zehn Jahren klingen?

Sarah Assbring:
Oh wow… ich bin die Letzte, die das weiß. Denn wie ich sagte, ist meine Musik immer an mein Leben gekoppelt. Und ich weiß nicht, wie dieses in zehn Jahren aussehen wird. Aber was ich hoffe, dass ich weiter diese Sicht auf meine Musik haben und die Möglichkeit behalten werde, zu tun was ich möchte. So viel ausprobieren zu können, wie ich mag.

EHIN:
Vielen Dank für dieses tolle Interview!


Donnerstag, 22. November 2012

Land Observations - Via Flaminia

James Brooks aka Land Observations
Land Observations heißt das Soloprojekt von James Brooks, welcher einem breiteren Publikum durch sein Wirken in der Postrock-Band Appliance bekannt sein dürfte. Unter seinem aktuellen Pseudonym, und inspiriert von den Straßen des altrömischen Reiches, veröffentlichte der bildende Künstler im August sein Album "Roman Roads IV-XI". Eine Instrumetalplatte, die unter anderem auch das Stück "Via Flaminia" enthält. Jenes überzeugt durch seine schlichte Schönheit und lädt zu einem Moment des Senierens in unserem schnelllebigen Alltag ein. Wir verweilen zwischen modernen, warmen Klängen, die die Gegenwart mit Vergangenheit verbinden.

 

Mittwoch, 21. November 2012

Gewinnspiel: Tallulah Rendall

Auf unserer Facebookseite verlosen wir, mit freundlicher Unterstützung von Snowhite, 2x2 Gästelistenplätze für Tallulah Rendall. Die charismatische Sängerin spielt am kommenden Freitag, den 23.11.2012, im Marie Claude Berlin!!!

Alternativ könnt ihr auch eine Mail mit dem Inhalt "Ich will dahin!" an blogfrog87@googlemail.com schicken, um am Gewinnspiel teilzunehmen.


Gewinnspiel: iamamiwhoami "Kin"

Ich bin. Bin ich? Wer bin ich?
Was nach großer literarischer Kunst mit philosophisch-psychologischem Einschlag klingt, ist die wörtliche Übersetzung des Namens einer Multimedialinszenierung aus Schweden. Als iamamiwhoami veröffentlichen die Sängerin Jonna Lee und der Songwriter Claes Björklund ihre Werke. Von reinen "Songs" kann man in diesem Fall wirklich nicht mehr sprechen. Zu jedem der veröffentlichten Dreampop-Konstrukte gibt es auch stets ein imposantes und höchst ästhetisches Video. Ursprünglich tauchten selbige Verbindungen aus Bild und Ton nur auf einem eigens erstellten Youtube-Channel auf. Eine andere Internetreferenz kann und will das Projekt bis heute nicht vorweisen. Im September diesen Jahres folgte dann jedoch tatsächlich auch ein physischer Release, der den Titel "Kin" trägt. Insgesamt neun Stücke bilden einen Zyklus aus Vergänglichkeit, Auferstehung und der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten anderen Themen. Wir werfen nun einen genaueren Blick in das komplett schwarz gestaltete CD/DVD-Paket.

iamamiwhoami

Am Anfang steht "Sever". Fragil und unglaublich schön. Sängerin Jonna Lee bringt den Mut zur Hässlichkeit auf, präsentiert sich ungeschminkt, fast nackt und vermittelt damit wahre Authenzität. Die Dreampop-Nummer tanzt mit Elementen des TripHop, die selbst Beth Gibbons (Portishead) gefallen dürften.


Mit dem Nachfolger "Drops" steigt das Tempo schlagartig und auch die visuelle Umsetzung wird extremer. Lee stürzt durch die Wände eines anonymen Plattenbaus und verliert sich in einem Wirrwarr aus Elektrobeats. "Good Worker" verbindet anschließend dunkle Synthiesounds mit  hellen WhiteNoise-Klängen und führt den Beobachter hinaus in die Natur, weg von künstlichen und archaischen Welten. 
"I can not move to my own beat", heißt es dann in "Play", einer beinahe funkigen Nummer. Wir laden ein zur Party Weirdo:

 

Nach jenem Tänzchen, umgeben von zahlreichen haarigen Ungetümen, die hin und wieder in den einzelnen Teilen von "Kin" auftauchen, präsentieren uns iamamiwhoami mit "In Due Order" das wohl unzugänglichste und futuristischste der neun Stücke. "Idle Talk" entschädigt dann mit wohligen Indietronic-Sounds à la Röyksopp, bevor sich "Rascal" seinen Weg durch unsere Gehörgänge walzt. Sehr getragen und schwer sind die Takte dieses Stückes, bei dem sich Jonna Lee auf visueller Ebene durch die Wüste kämpft. "Kill" wird zu einem weiteren Highlight auf "Kin", überzeugt mit einem Wechsel aus piano und forte und zeigt uns erneut die Vielschichtigkeit im Schaffen von iamamiwhoami. Die finale Vorstellung "Goods" erinnert abschließend an jüngste Veröffentlichungen von Goldfrapp und hinterlässt einen wunderbar leichten Eindruck.

 

Wir bei "Einen hab ich noch..." sind begeistert von diesem schlicht anmutenden Album und dem Konzept, das dahinter steckt. Das war jedoch nicht immer so. Schnell als aufgeplusterte und überbewertete Eintagsfliege abgetan, landete die Scheibe erst einmal ganz weit hinten auf unserer To-Do-List. Das lag nicht zuletzt daran, dass auch die Bühnenshow von iamamiwhoami beim Berlinfestival 2012 recht "gewöhnungsbedürftig" erschien. Mit etwas Ruhe und Abstand erneut angenähert, entfaltete sich dann jedoch die volle Wirkung dieses genialen Kunstwerks. Nach einem sehr intensiven Blick in die schwarze Wunderkiste, können wir nun allzu gern das heutige Gewinnspiel ankündigen. Unsere Freunde von Cooperative Music haben ein Exemplar von "Kin" (CD + DVD) zur Verfügung gestellt, das ein glücklicher Leser ergattern kann. Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr uns verraten, was euch erst auf den zweiten Blick überzeugen konnte, nachdem ihr es zuvor schon abgetan hattet. Und zwar über eine der beiden Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 21.11.2012 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Freitag, den 23.11.2012, könnt ihr uns eure Antworten zusenden. Am Folgetag wird das Glück entscheiden, wer schon bald "Kin" sein Eigen nenn darf.
Viel Erfolg!

Dienstag, 20. November 2012

Klebrig


Aufgepasst!!! Ab heute könnt ihr "Einen hab ich noch..." auch auf der Straße, in Bars, Kneipen und Clubs antreffen. Unsere einzigartigen Aufkleber sind angekommen und bereit, die Welt zu erobern! Das Design entstand mit Unterstützung unseres Blog-Verschönerers "ErUndIck" von "NichDoch". SPREAD IT!!

Malachai feat. Katy Wainwright - Rainbows

Am Ende des Regenbogens stießen wir auf dieses wunderbare Stück Musik. Lange blieb es dort verborgen, doch nun ist es an der Zeit, dass wir es gemeinsam in die Welt hinaustragen.



Montag, 19. November 2012

Sonntag, 18. November 2012

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Crystal Castles "III"

Crystal Castles
Ethan Kath und Alice Glass machen Musik. Solche, die durch ihre Eigenartigkeit hier und da für Erstaunen sorgt. Manch einer bekommt es bei den klirrenden, teils schrillen Sounds schon mal mit der Angst zu tun, manch anderer hingegen beginnt sich auf die Klangexperimente einzulassen und lernt dabei neue musikalische Tiefen kennen, die er oberflächlich vielleicht gar nicht vermutet hätte. Dem Internet und vorrangig YouTube haben wir es zu verdanken, dass sich das Machwerk von Kath und Glass innerhalb weniger Jahre weltweit ausbreitete wie ein Virus. Millionen von Hörern zählen heute zu den Infizierten. Die Songs der beiden Avantgardisten rüttelten den DreamPop auf, belebten den Techno wieder, revolutionierten den NewRave und barsten die Vorstellung für Electronica als Musikgenre. Was einst in Kath's Kämmerlein als Soloprojekt startete, durch Glass' Gesang ergänzt wurde und unter dem Namen Crystal Castles den Globus eroberte, gehört aktuell in jede gut sortierte Musiksammlung. Nach dem furiosen, selbstbetitelten Debutalbum "Crystal Castles" und dem gefeierten Nachfolger Crystal Castles (II), heißt die logische Konsequenz nun Crystal Castles (III).

Crystal Castles (III)
"Wir wollten erreichen, dass sich das neue Album vollkommen anders anfühlt, wie eine ganz neue Erfahrung. Deshalb haben wir uns dieses Mal ganz klare Limits bei der Arbeit gesetzt. Nur eine einzige Aufnahme pro Song war erlaubt, weil wir davon überzeugt sind, dass man eine Idee am natürlichsten und direktesten in dieser ersten Version einfängt und zum Ausdruck bringt", sagt Kath über den Entstehungsprozess von "Crystal Castles (III)". Eine konsequente Einstellung, die sich natürlich auf die zwölf Tracks der Platte massiv ausgewirkt hat. Rau und ungeschliffen präsentieren sich die Stücke und tragen dennoch immer einen Hauch von Perfektion in sich. Ob der monumentale Opener "Plague", das verspielte "Kerosene" oder das düstere "Transgender", jeder Song zeichnet sich durch seine Einzigartigkeit aus. Auch wer tanzbare bzw. clubtaugliche Nummern sucht, wird auf "Crystal Castles (III)" schnell fündig. Im nächsten Moment sieht man sich schon zu "Telepath" oder "Sad Eyes" unter Stroboskop und Neonlicht, rhythmisch hin- und herzappeln. Wie immer ruft dabei die Stimme von Sängerin Alice verzerrt aus der Ferne, so dass man nur vermuten kann, welche Lyrics sich dahinter verbergen könnten. Der Verzicht auf altbewährte Synthies, die die Vorgänger-Alben zu Verkaufsschlagern gemacht haben, war eine weitere Selbstgeißelung, der sich Crystal Castles während der Produktion des aktuellen Albums unterzogen. So wurden kurzerhand alle alten Maschinen ausrangiert und durch neue ersetzt, um nicht in eine Wiederholungsschleife zu geraten. Auch die Heimat Kanada wurde verlassen, damit frische Inspirationen in den Städten Warschau und Berlin gesammelt werden können. Wer einmal mit "Affection" im Ohr durch die deutsche Hauptstadt gefahren ist und von der S-Bahn aus, die vorbeiziehenden Lichter beobachtet hat, der spürt regelrecht die Magie, die die Metropole und den Song miteinander verbindet. Zentrales Thema auf "Crystal Castles (III)" ist die Unterdrückung, welche eine Welt wie die unsere, teils zu einem dunklen Ort macht. Demnach verwundert auch das gewählte Plattencover nicht, auf dem eine Frau zu sehen ist, die in eine Burka gehüllt, einen nackten Jüngling in den Armen hält. 
Mit "Crystal Castles (III)" führen uns Glass und Kath durch noch nie gesehene Zimmer ihrer Burg aus Kristall, an deren Wänden sich Stimmen brechen und Töne zersplittern.


Und auch mit der heutigen Album-Vorstellung erhaltet ihr die Chance auf ein Exemplar der präsentierten Veröffentlichung. Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr uns mitteilen, welcher Track der Band euer bisheriger Favorit ist. Und zwar könnt ihr dies über eine der beiden folgenden Möglichkeiten tun.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 18.11.2012 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.

Bis einschließlich kommenden Dienstag, den 20.11.2012 könnt ihr uns eure Antworten zukommen lassen. Unter allen Teilnehmer wird dann am Folgetag zufällig ein Gewinner ausgelost.

Weitere Infos zu Crystal Castles bekommt hier:
 

Samstag, 17. November 2012

Soldout - Off Glory

Soldout
Die Neigung, mit Tiermasken auf sich aufmerksam zu machen, scheint nicht abzureißen. Auch im neuen Video der Band Soldout zum Song "Off Glory", rennt hier und da ein katzenartiger Humanoid durch das Bild. Begleitet wird der Karnevalist dabei von den futuristischen und experimentellen Klängen des belgischen Electroclash-Duos. Wer so ausgefallene Nummern wie "Off Glory" produziert, dem sei an dieser Stelle auch verziehen, dass er bei der Inszenierung selbiger auf jenen übersättigten Hipstertrend zurückgreift. Was zählt, ist die Musik und die stimmt in diesem Fall definitiv! Damit man sie gut hören und vollends genießen kann, empfehlen wir an dieser Stelle, den Bereich um die Ohren freizumachen und sämtliche Verkleidungen vom Kopf zu entfernen.