Montag, 17. März 2014

Klassiker der Woche Nr. 88

Regina Spektor
Russland ist wohl eins der am kontrovers diskutiertesten Länder dieser Erde. Seit Jahrzehnten macht die föderale Republik immer wieder Schlagzeilen aufgrund von Totalität, der Ausgrenzung zahlreicher Menschengruppen und extrem konservativen Einstellungen. Nur lässt einen der ganze propagandistische, oberflächliche Anschein dabei manches Mal vergessen, dass dieser nicht zwangsweise das Gedankengut der gesamten, dort lebenden, Bevölkerung widerspiegeln muss. Wer einmal zu Gast in dem ehemaligen sowjetischen Staat war, der merkt schnell, wie viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft ebenda anzutreffen sind. Offene Blicke, lachende Gesichter und euphorische Gespräche warten an nahezu jeder Ecke auf den aufgeschlossenen Besucher. Zudem ist Russland seit Jahrhunderten auch Zentrum für mannigfaltige kreative Strömungen und zählt etliche interessante Künstler zu seinen Kindern. Am 18. Februar 1980 erblickte zum Beispiel Регина Ильинична Спектор, als Tochter einer Musiklehrerin und eines Fotografen, in Moskau das Licht der Welt. Aufgrund eines für sie spür- und erlebbaren Antisemitismus wanderte die jüdische Familie jedoch einige Zeit später aus und siedelte in die USA über. Genauer gesagt nach New York. In der multikulturellen Atmosphäre der Bronx wuchs Регина Спектор auf, legte die kyrillische Schreibweise ihres Namens ab und erkundete als Regina Spektor all die Angebote, die ihr die flirrende Metropole bot. Eine klassische Musikausbildung sowie der unstillbare Drang, sich ausprobieren zu wollen, führten dazu, dass Regina ein Album nach dem nächsten produzierte. Erst eigenständig, später mit Unterstützung bekannter Branchengrößen und des Majorlabels Sire Records, Teil der Warner Music Group. Mit ihrem vierten Longplayer, "Begin To Hope", gelang ihr schließlich endgültig der Durchbruch und man feierte die junge Pianistin und ihre revolutionären Kompositionen rund um den Globus. Neben Songs wie dem poppigen "On The Radio", der Hitsingle "Fidelity" oder dem lebendigen "Better" findet sich auf jener Platte auch die Ballade "Samson". Gefühlvoll nutzt Regina Spektor das gesamte Volumen ihrer markanten Stimme und unterlegt es mit einem simplen, aber dennoch unglaublich intensiven Klavierspiel.



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