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Dienstag, 30. Dezember 2014

Hitlist 2014 (+ Gewinnspiel)

Das Beste kommt zum Schluss. Während seit Anfang November vielerorts musikalische Jahresendlisten aus dem Boden sprießen wie Unkraut in einem verwucherten Garten, haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, dem Namen eben dieser Listen gerecht zu werden und mit unserer Hitlist bis kurz vor knapp zu warten. 2014 hat derart viele auditive Höhepunkte zu verzeichnen, dass uns die Erstellung der unten anhängenden Auswahl tatsächlich ein wenig Kopfschmerzen bereitete - doch wir haben sie gefunden, unsere ganz persönlichen Lieblinge.


Song des Jahres: Sylvan Esso - Coffee

© by City Slang
Es ist die Mischung aus sanfter Songwriterkunst und einem treibenden Beat, die "Coffee" zu unserem Song des Jahres macht. Jedes Mal, wenn der von Sylvan Esso auf ihrem gleichnamigen Debütalbum erschienene Track erklingt, scheint die Welt für ein paar Sekunden stillzustehen. „Der Beat entstand irgendwann in einem kalten, dunklen Keller. Amelia war an dem Tag ein echter Miesepeter.“, verriet das Duo in einem Interview mit Kultmucke. Doch hört man "Coffee" seinen Geburtsort oder die schlechte Stimmung der Dame, die seine Lyrics singt, keinesfalls mehr an. Im Gegenteil. Das Stück trägt eine geheimnisvolle Wärme in sich. Amelia Meath und Nick Sanborn ist es gelungen, ihre akustischen Präferenzen auf charmante Weise miteinander kollidieren zu lassen. Machte Meath vor allem durch ihr Wirken innerhalb des Folktrios Mountain Man von sich reden, huldigte Sanborn einer wesentlich elektronischeren Klangästhetik, und zwar unter dem Pseudonym Made of Oak. "Coffee" profitiert sowohl von dem Einen als auch dem Anderen.




Album des Jahres: Hundreds - Aftermath


© by Konrad Schmidt
Im März dieses Jahres veröffentlichten die Geschwister Eva und Philipp Milner alias Hundreds ihr zweites Album. "Aftermath" ist eine dieser Platten, deren Nachhall bis in die Unenendlichkeit vorzudringen scheint. Mal mystisch, mal epochal und dann wieder reduziert und greifbar hält "Aftermath" ein breit gefächertes Angebot an Stimmungen und Gefühlen bereit. Während Songs wie "Ten Headed Beast", "Foam Born" oder "Stones" durch nahezu plätschernde Klaviermelodien begeistern, trumpfen "Beehive", das titelgebende "Aftermath" oder "Our Past" mit energischen Trommelpassagen und elektrifizierten Rhythmen auf. Pink-Pong konnte den beiden Musikliebhabern einige Geschichten und Gedanken hinter ihrem Zweitwerk entlocken und trug diese in einem sehr ausführlichen Interview zusammen. Darin erklären die Milners auch, dass "Aftermath" eine goldene Platte sei - und dem können wir nur zustimmen. Selten hat ein Album derart gestrahlt, wie es "Aftermath" tut. Und auch, wenn es vielleicht nicht die erfolgreichste LP 2014 war, dann doch definitiv eine der hörenswertesten.




Band des Jahres: Wild Beasts

© by Klaus Thymann
Wenn es eine Band versteht, sich durch zahlreiche Alleinstellungsmerkmale von ihren Kollegen abzugrenzen, dann ist es wohl die britische Kapelle Wild Beasts. Die vier aus Kendal stammenden Herren wirken zwar auf den ersten Blick wie die charmanten Jungs von neben an, was auch Kultmucke bei einem Gespräch mit Tom Flemming und Ben Little im Rahmen des Electronic Beats Festivals in Leipzig feststellen durfte, doch sobald das Quartett zu seinen Instrumenten und Mikrofonen greift, entfesselt sich eine nahezu unbändige Gewalt. Ob live auf der Bühne oder wie zuletzt auf ihrem Album "Present Tense"- die Wild Beasts beherrschen das Spiel mit Licht und Schatten, Strenge und Sanftmut, nahezu perfekt. So lässt es sich mit "Mecca" hervorragend in die tiefste Sehnsucht stürzen, wohingegen "Wanderlust" Herzschlag und Puls antreibt. Seit ihrem Debüt "Limbo, Pantho" (2008) überraschten die Wild Beasts immer wieder durch interessante Wendungen innerhalb ihres Schaffens. 2014 haben sie sich zu einer der extravagantesten Bands des Independentbereichs gemausert. Das verdient Respekt und eine Auszeichnung.




Solokünstler(in) des Jahres: Agnes Obel

© by PIAS
Wieder einmal hat sie es geschafft. Als Untergrundkämpferin für ausgefallene Kompositionen konnte die in Berlin ansässige Songwriterin Agnes Obel auch 2014 eine nicht geringe Hörerschaft von ihren Qualitäten überzeugen. Nachdem die Veröffentlichung ihres Zweitwerks "Aventine" bereits 2013 den Ruf Obels als eine der talentiertesten Gegenwartsmusikerinnen erneut zu untermauern wusste, erschien vor wenigen Monaten mit der Deluxe Edition dieses Albums ein weiterer Geniestreich aus der Feder der gebürtigen Dänin. Doch damit nicht genug. Passend zur Veröffentlichung der Platte entschied sich Agnes Obel, im Spätherbst eine kleine Konzertreise anzutreten. Ihr Auftritt im Berliner Admiralspalast avancierte dabei zu einem audiovisuellen Erlebnis der besonderen Art. Vor einer schillernden Wand thronend präsentierte Obel Songs wie das dahingleitende "Dorian" oder "Fuel to Fire", indes die Menschen im Publikum sich kaum zu bewegen, geschweige denn zu atmen, trauten. Diese Eleganz, diese Begabung möchten wir mit dem Titel "Solokünstlerin des Jahres" ehren.




Geheimtipp des Jahres: Phoria

© by Christine Burkart
Wie macht man 2014 als Newcomer noch auf sich aufmerksam? Wenn man sich das Quintett Phoria aus Brighton anschaut und -hört, scheint allem voran eine exzentrische Soundvision den Schlüssel zum Erfolg darzustellen. Insgesamt drei EPs haben Seryn Burden, Tim Douglas, Jeb Hardwick, Trewin Howard und Ed Sanderson bisher veröffentlicht - und mit jeder lässt sich die Entwicklung Phorias von einer klassischen Band hin zu einem imposanten Electronica-Ensemble ein Stück besser nachzeichnen. Während die Präsenz akustischer Instrumente im Schaffen Phorias zunehmend in den Hintergrund rückte, erhielten im selben Moment weitschweifende Synthietexturen Einzug in Songs wie "Emanate", "Undone" oder "Atomic". All die genannten Titel sind auf der EP "Display" zu finden, die seit Juli auch in Deutschland über das Label Humming Records vertrieben wird und die uns zu der Entscheidung brachte, Phoria zu unserem Geheimtipp 2014 zu erklären.





Gewinnspiel

Zu unserer Hitlist halten wir auch in diesem Jahr ein prall gefülltes Paket bereit, das aus folgenden Dingen besteht:
- Sylvan Essos "Sylvan Esso" (CD)
- Hundreds "Aftermath" (CD)
- Gratisdownload der Hundreds-EP "Under The Icicles"
- Wild Beasts "Present Tense" (CD) in der Special Edition 
- Postkartenset zu Wild Beasts "Present Tense"
- Vinyl-Single "The Devil's Crayon" von den Wild Beasts
- Agnes Obels "Aventine" (CD) in der Deluxe Edition
- Beutel von Agnes Obel
- Phorias EP "Display"(Vinyl) 
- zahlreiche Aufkleber

Wir danken in diesem Zusammenhang City Slang, Sinnbus, Domino Deutschland, PIAS Germany und Humming Records für die Bereitstellung der Preise.
 
Um eine Chance auf unser Hitlist-Paket zu haben, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Hitlist 2014" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist Freitag, der 09.01.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!


Mittwoch, 1. Oktober 2014

Gewinnspiel: Agnes Obel "Aventine (Deluxe Edition)"

© by Alex Bruel-Flagstad
Unaufgeregt erfolgreich - Agnes Obel ist eine wahre Künstlerin. Sobald die gebürtige Dänin ihre Finger über das Piano gleiten lässt, scheint die Welt stillzustehen, beziehungsweise in dem Hauch eines einzigen Augenblickes zu verharren. Das Feingefühl, das den Kompositionen der 33-Jährigen anhaftet, ist atemberaubend. Nachdem bereits ihr Debütalbum "Philharmonics" (2009) mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde, schaffte es auch der Nachfolger "Aventine" (2013) den kritischen Musikjournalisten zahlreiche Worte der Bewunderung zu entlocken. Agnes Obel ist kein im Rampenlicht stehender Star. Nein, sie ist jene unscheinbare Dame, der man auf den Straßen Berlins begegnen kann und die durch ihre schlichte Schönheit verzaubert. Seit acht Jahren wohnt die Musikerin nun in der Spreemetropole und nutzt die Energie der Stadt, um damit die Ideen anzustoßen, die schließlich in Tracks wie dem wunderschönen "Fuel To Fire" oder "Pass Them By" münden. Als geschätztes Mitglied der deutschen Kunstszene verfielen der blonden Pianistin und ihrer sanften Stimme zahlreiche Liebhaber. Doch nicht nur die dürfen sich nun über eine Neuauflage von "Aventine", als vielversprechende Deluxe Edition, freuen.

Die erste von zwei CDs der Deluxe Edition enthält das Standardalbum "Aventine", das wiederum aus elf wundervoll inszenierten und behutsam ausgefeilten Chamber-Pop-Nummern besteht. Zwischen "Chords Left", dem berauschenden "Dorian", "Fivefold" oder einem der anderen traumhaften Tracks dürfte es wahrlich jedem gehetzten Verstand gelingen, einmal zur Ruhe zu kommen. Im Walzerschritt geht es dann weiter zu "Under Giant Trees", "Arches" und "September Song", die als eine Art Zugabe die zweite CD der Deluxe Edition eröffnen. Wie gut, dass diese Stücke nicht in irgendeiner Schublade verschwunden sind, sondern es stattdessen auf diese, übrigens sehr ästhetisch als Paperback gestaltete, Sonderausgabe von "Aventine" geschafft haben. Dass ihre Tondichtungen auch in der Liveperformance mehr als gut funktionieren, zeigen hingegen Mitschnitte von Agnes Obels "Run Cried The Crawling", "The Curse" und vier weiteren Titeln - allesamt eingefangen auf einem Berlin-Konzert der Songwriterin. Doch damit nicht genug. Sein Herzblut in die Hände eines Fremden zu geben, erfordert Mut und Vertrauen. Agnes Obel hat beides bewiesen, indem sie sowohl "Dorian" als auch "Fuel To Fire" begabten Kollegen anvertraute. In der Folge finden sich zwei Interpretationen eben dieser Songs auf der Deluxe Edition von "Aventine". Zum einen widmete sich der Sounddesigner Daniel Matz dem sonst recht fließenden "Dorian" und erbaute aus den einzelnen Spuren ein hölzernes fast mantraartiges Rework, wohingegen "Fuel To Fire" von der Regielegende David Lynch geremixt und in ein düsternes Gewand gesteckt wurde - ganz dem Stil des Altmeisters entsprechend.
"Aventine" gehörte 2013 zu den Glanzstücken der musikalischen Neuerscheinungen. Auch die Deluxe Edition vermag es nun, der aufkommenden Kälte des Herbstes einen Strich durch die Rechnung zu machen, und jene Jahreszeit in einen goldenen Schimmer zu tauchen. Es lohnt sich tatsächlich, noch einmal in diese Version des Albums zu investieren, oder sie zumindest jemandem damit zu erfreuen, der bis dato noch nichts von der sagenumwobenen Agnes Obel gehört hat.



Um abschließend ein CD-Exemplare von Agnes Obels "Aventine (Deluxe Edition)", die uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Agnes Obel" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 05.10.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Agnes Obel und der Deluxe Edition "Aventine" gibt es hier:
Offizielle WebsiteFacebookseite | Soundcloud-Account | Review zu "Aventine" auf Kultmucke

Mittwoch, 16. Juli 2014

Gewinnspiel: Sóley "Krómantík"

Sóley
Mit einem einzigen Song, dem fragilen "Pretty Face", schaffte es die Isländerin Sóley Stefánsdóttir, Tausende Menschen direkt ins Herz zu treffen und die Wichtigkeit ihres Heimatlandes für die Musikwelt erneut zu unterstreichen. Wie viel Liebeskummer wohl von den zarten Kompositionen Sóleys begleitet wurde? Gewiss ist, dass die Kritiker das Debütalbum der Sängerin, "We Sink" (2011), mit anerkennenden Worten nur so überhäuften und auch die Verkaufszahlen absolut zufriedenstellend waren. Heute, drei Jahre nach Veröffentlichung ihres Erstlingswerkes, meldet sich Sóley mit der EP "Krómantík" zurück, die anders als von vielen erwartet, keine Neuauflage von "We Sink" darstellt, sondern stattdessen einige Klavierminiaturen beherbergt. Die Solokünstlerin, die gleichzeitig auch Mitglied der Band Seabear ist, kehrt damit zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. Viele der Stücke entstanden nämlich in ihren Grundstrukturen schon während Sóleys Studiums. Es brauchte wohl Zeit und auch den nötigen Freiraum, um das Experiment "Krómantík" zu wagen.

"Krómantík"
Würde Tim Burton gerade an einem weiteren seiner düster-skurrilen Filme arbeiten, wäre er mit "Krómantík" als passendem Soundtrack extrem gut beraten, denn nicht nur von seiner äußeren Erscheinung her erinnert die Platte stark an die Ästhetik eines "Nightmare Before Christmas" oder "Corpse Bride". Nur wäre es dann dieses Mal eben nicht Burtons Lieblingskomponist Danny Elfman, der sich für Stücke wie den gedämpften Opener "Stiklur" oder das darauf folgende "Fantasía" verantwortlich zeigen würde, sondern seine wesentlich jüngere Kollegin Sóley. Wahres Fingerspitzengefühl beweist jene innerhalb der acht kurzen Tracks, deren Referenzen von der Morbidität eines Requiems ("Falski píanótíminn") über den schalkhaften Geist altmodischer Jahrmarktsmusik ("Kaósmúsík") bis hin zu verwunschenen Träumereien reichen, die wiederum das titelgebende Stück "Krómantík" charakterisieren. Bei diesem gesellen sich - wie auch bei "Eftirteiti" - zu dem Klang des Tasteninstruments noch ein paar rätselhafte Gesänge. "Stofuvals" malt derweil kreidebleiche Fratzen in die Luft und das finale "Swing" liefert einen betörenden Abspann.
Lange hatte Sóley überlegt, die einzelnen Miniaturen in komplexere Songs zu integrieren, entschied sich dann jedoch dafür, die Autonomie jener Stücke mit dem Release einer EP zu feiern - eine Einsicht, die dem Hörer fünfzehn herrlich verwunschene Minuten beschert.



Genauso liebevoll wie Sóleys Klavierminiaturen ist auch die physische Version von "Krómantík" gestaltet worden. Da heute Gewinnspiel-Mittwoch auf "Einen hab ich noch..." ist, geben wir eine der wundervoll detailverliebten und streng limitierten 10"-Versionen, die neben der entsprechenden Schallplatte auch noch ein achtseitiges Booklet, mit Illustrationen und allen Noten zu den Stücken enthält, in unsere Verlosung. Wer jene EP gern bald sein Eigen nennen würde, der sollte uns bis spätestens kommenden Sonntag, den 20.07.2014, verraten haben, welche Gefühle er mit der Musik von Sóley verbindet. Mitmachen könnt ihr über die beiden bereits bekannten Wege.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebookseite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 16.07.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Sóley" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu Sóley gibt es hier:
Offizielle Website  | Facebookseite

Mittwoch, 11. Juni 2014

Gewinnspiel: Reba Hasko "Seeds From The Twisted Pear" + "Delicate Cyclone"

Was macht einen guten Musiker aus? Dass er zahlreiche Platten verkauft hat? Dass es für seine Konzerte schon nach kürzester Zeit keine Tickets mehr zu erstehen gibt? Oder vielleicht die Tatsache, dass er alle zwei Jahre ein neues Album auf den Markt bringt?
Am Ende wird jeder diese Frage ganz für sich allein beantworten müssen. Talent führt nicht zwangsweise zum Durchbruch und ein guter Song bleibt manches Mal sogar ungehört.

Reba Hasko
Seit unser Blog vor über zwei Jahren online gegangen ist, haben wir uns mit unzähligen Veröffentlichungen beschäftigt. Vom gefeierten Popstar bis zum Insidertipp, dem nur wenige Menschen ihr Ohr schenken - es gab kaum etwas, das es nicht gab auf diesem langen Weg. Eine Künstlerin, die uns trotz all der rasanten Entwicklungen innerhalb der Branche wieder und wieder begeistert hat, ist Reba Hasko. Von der Muse geküsst und von einer unsagbaren Begabung gesegnet scheint die sympathische Songwriterin geradezu über den Dingen zu schweben. Da ist es plötzlich auch völlig unwichtig, wie viele Facebook-Likes sie vorweisen, wie viele Follower bei Soundcloud oder Twitter sie die ihren nennen, oder wie viele Hörer sie bei Last.fm präsentieren kann. Feststeht, dass Reba Hasko eine begnadete Musikerin ist, die es ohne Zweifel mit Kolleginnen wie Björk, Tori Amos oder PJ Harvey aufnehmen kann.


"Seeds From The Twisted Pear"
Eindringlich erklingt 2001 Reba Haskos Debüt "Live At Studio 43", eine virtuose Ansammlung von Gesängen und Klavierpassagen. 2006 folgt dann mit "Seeds From The Twisted Pear" ihr erstes konzeptionell durchdachtes Album. Entstanden ist dieses zu großen Teilen in der Spreemetropole Berlin, die sie einige Zeit ihr Zuhause nennt. "Größere Städte scheinen mich dazu zu verleiten, größere Beats komponieren zu wollen", sagt die heute in New York lebende Sängerin. Gleich einem hypnotisierenden Mantra üben die zwölf Stücke eine dunkle und dramatische Faszination aus. Wer sich einmal zwischen "Here's How", "The Land", "Drifting To The Veil" oder "Dusty" verloren hat, dem fällt die Rückkehr in das Hier und Jetzt tatsächlich schwer. Zu betörend und geheimnisvoll sind die Tracks. Man will sie mit jeder Faser in sich aufsaugen und bis zum Boden ihrer unergründlichen Tiefen vordringen. Wenn "Death By Facelift" unserer Gesellschaft dann den zerbrochenen Spiegel vorhält oder "Heat. Electricity. Wire." sich elegant und auf leisen Sohlen von hinten anpirscht, um auch den letzten Zweifler zu übermannen, dann wird deutlich, wie meisterhaft Reba Hasko das Spiel mit Harmonien und Klängen versteht.


"Delicate Cyclone"
Als mysteriöse Schamanin kehrt die in Niskyayuna, New York, geborene Reba Hasko 2013 zurück und lädt gleichsam in die akustische Schwitzhütte ein. Deutlich weniger elektronisch als sein Vorgänger, dafür aber getrieben von Trommelschlägen, Rasseln und schallernden Keyboardarrangements bietet "Delicate Cyclone" Einblick in ein neues Zimmer des Kreativhaushalts der dunkelhaarigen Schönheit. Mal sensibel und zerbrechlich ("Bloody Knuckles (The Glass House Song)", "Golden Iris", "Fell From The Stars" oder "Love You Like The Sun") und dann doch wieder aufbegehrend und laut ("The Stallions", "The Call", "The Elements") schwanken die acht Tracks zwischen spiegelglatter Meeresoberfläche und erschütterndem Vulkanausbruch hin und her. Dass Reba Haskos Stimme zudem genauso vielfältig ist, wie die Sounds, mit denen sie ihre Songs inszeniert, zeigt "Bourbon & Cardamom". "Delicate Cyclone" zählt zu den wahren Insidertipps für all diejenigen, die keine Experimente scheuen.



Wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir mehrfach die Ehre hatten, mit Reba Hasko zusammenzuarbeiten oder in den Genuss ihres Könnens zu kommen. Seien es die zwei wunderbaren Titel, die sie für die Compilation "Kultverdächtig I" beisteuerte oder den extra eingesungenen Song zum zweiten Geburtstag unseres Blogs.
Aktuell arbeitet Reba Hasko an der Fertigstellung des Soundtracks zum Tanzstück "OneByOne" von Corinne Cappelletti und Eva Perrotta.

Nachdem wir euch nun erneut verraten haben, was der für uns der vielleicht lohnenswerteste akustische Geheimtipp ist, den wir zu bieten haben, möchten wir Selbiges nun auch von euch erfahren. Unter allen Offenbarern verlosen wir insgesamt fünf Downloadcodes für Reba Haskos "Delicate Cyclone"und als Hauptpreis zusätzlich noch ein CD-Exemplar von "Seeds Of The Twisted Pear". Mitmachen könnt ihr bis kommen Sonntag, den 15.06.2014, und zwar üer die beiden folgenden Wege.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 11.06.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Reba Hasko" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu Reba Hasko gibt es hier:
Facebookseite | Soundcloud-Account | Bandcamp-Seite | Feature bei Kultmucke | Weihnachtsspezial bei Kultmucke | "Kultverdächtig I" mit Reba Hasko
 

Mittwoch, 21. Mai 2014

Gewinnspiel: Lambert "Lambert"

Lambert
Wenn man in Zusammenhang mit Musik an Masken denkt, dann fallen einem recht schnell Künstler wie Cro, Daft Punk oder gar Sido ein. Das Spiel mit der Identität kennt kaum noch Grenzen und wird mehr und mehr zur wirksamen Promotionallzweckwaffe. Gleichzeitig lässt sich auch nicht vorhandenes Talent nur allzu gut unter einem Berg von Geheimniskrämerei verstecken. Das Verlangen zahlreicher Hörer, zu erfahren, wer sich hinter der präsentierten Gesichtsverschleierung verbergen könnte, ist meist gewaltig. Neugier gilt als angeborener Trieb des Menschen und insofern scheint es tatsächlich Sinn zu machen, einen neuen Künstler, anstatt mit einem Ausrufe-, mit vielen Fragezeichen zu versehen. Interesse ist Macht und Macht knüpft sich oft an hohe Verkaufszahlen. Auch Lambert, aufstrebender Nachwuchspianist, schmückt seinen Kopf mit einer Maske - einer auffälligen, antilopenartigen. Der Mann, der vor nicht allzu langer Zeit noch mit Reworks von Me And My Drummers "You're A Runner", Boy "Little Numbers" oder Rue Royales "Set Out To Discover" die Youtube-Gemeinde erfreute, präsentiert nun sein erstes, selbstbetiteltes, Album.

"Lambert"
Wer gerne zu den Kompositionen eines Chilly Gonzales den Frühjahrsputz angeht oder seinen nachmittäglichen Kaffee nicht ohne die Untermalung von Nils Frahms Werken genießen kann, für den dürften Lamberts 21 Klavierminiaturen ein wahres Gedicht sein. War es doch sogar Frahm selbst, der seinen Kollegen beim Mixen und Mastern des lang ersehnten Debüts unterstützte. "Lambert" versammelt Melancholie und Frohsinn, Leichtigkeit und Tiefe, Prunk und Schlichtheit. Während "Finally" und "Slot" Anfangs- und Endpunkt der Platte bilden, durchlaufen die Stücke dazwischen die verschiedenartigsten Lichtschattierungen. Mal seicht und verschwommen, dann wieder klar und kantig. Titel wie "Ghost", "Mathilda" oder "Nantes" erweitern das Verständnis moderner Klassik und klingen, mit ihrem Hang zu Pop- und Jazzmomenten, über das Hier und Jetzt hinaus. Zeitlos, magisch, fesselnd. Als perfekter Soundtrack für die Liebe an der Alltäglichkeit sollte "Lambert" Einzug in viele Musikregale erhalten. Der gleichnamige Schöpfer Lambert schafft es zudem, mehr zu sein als ein weiterer aufgeblasener Möchtegern, der eine Scharade nötig hat, um auf sich aufmerksam zu machen. So webt er mit seinen Tracks feine Texturen voller Hingabe und Fantasie.



Regelmäßige Besucher von "Einen hab ich noch..." wissen, was nun folgt. Wie jeden Mittwoch könnt ihr auch heute das eben vorgestellte Album gewinnen. Alles, was dafür nötig ist, ist unsere Gewinnspielfrage zu beantworten, die heute lautet: Was ist euer persönliches Lieblingsklavierstück? Bis kommenden Sonntag, den 25.05.2014, könnt ihr euch über einen der beiden folgenden Wege mitteilen.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 21.05.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Lambert" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu Lambert gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account
 

Freitag, 16. Mai 2014

Album-Vorstellung: Yann Tiersen "∞" (Infinity)

"∞"
Entzückt strömten Millionen von Besuchern 2001 aus den Kinos, nachdem sie für 122 Minuten in das skurrile und gleichzeitig wunderbare Leben der liebenswerten Französin Amélie Poulain eingetaucht waren. Kaum ein französischer Film hatte je für größere Begeisterungsstürme gesorgt. Jean-Pierre Jeneuts "Die fabelhafte Welt der Amélie" entwickelte sich binnen kürzester Zeit zum Kassenschlager, was nicht zuletzt auch an dem einzigartigen Soundtrack lag, den der Komponist Yann Tiersen für das komödiantische Drama beigesteuert hatte. Heute findet man das entsprechende Album in fast jedem gut sortierten Musikregal, und sogar in jenen, die sonst einzig Werke aus dem Mainstream beherbergen. Der verspielte Charme der zwanzig Stücke, mit ihren Akkordeonpassagen und Glockenspielmomenten, traf den Nerv einer Zeit, indem die Menschen sich nach Heimeligkeit und Glück sehnten. So halfen Tiersens zeitlose Stücke schließlich vielen dabei, nach einer gewissen Verwirrung und Perspektivlosigkeit, wieder auf den Boden der Tatsachen zu gelangen. Für den 1970 in Brest geborenen Multiinstrumentalisten bedeuteten sie hingegen den internationalen Durchbruch. Dass Tiersen jedoch weitaus mehr kann, als wieder und wieder die gleiche Platte abzuspielen, stellen seine zahlreichen Studioalben zur Schau, die von Rock bis Chanson nahezu jedes Genre bedienen. Mit "∞" schickt er den Hörer nun auf eine kosmische Reise.

"∞" entführt in ein sagenhaftes Paralleluniversum. Geheimnisvoll und von einer nebelartigen Aura umgeben setzt es die Schwerkraft außer Gefecht. Yann Tiersen hat sich Einiges vorgenommen, um auf seinem achten Album, wenn man einmal von all den Soundtracks und Livemitschnitten absieht, neue Klangperspektiven zu entdecken. Zwischen Island und der westfranzösischen Bretagne, der rauen Heimat Tiersens, entstanden die zehn neuen Titel. Abgemischt und produziert wurden sie mithilfe der fachkundigen Beratung von Gareth Jones und Daniel Miller, auf deren Label Mute Records "∞" nun schließlich auch veröffentlicht wird.



Unendlichkeit, Fremde, Leere, Nähe und Ferne. Ob das Eröffnungsstück "Infinity", sein Nachfolger "Slippery Stones" oder auch das donnernde "Midsummer Evening" - auf dem neusten Werk Tiersens wird der Hörer mit einer Mischung aus Sehnsucht, Zuversicht und Haltlosigkeit konfrontiert. Sobald man glaubt, man könne sich an einen der vielen akustischen Fetzen klammern, um in nicht der Weite des Schalls verloren zu gehen, weht ein rauschender Orkan diese Sicherheit schon wieder hinfort. Nicht einmal textlich ist Verlass auf Konstanz. Die Lyrics der Platte bedienen sich sprachlich neben Englisch nämlich auch beim Isländischen ("Steinn), Färöischen ("Grønjørð") und Bretonischen ("Ar Maen Bihan"). Somit bildet "∞" ein gutes Stück der hinreißenden Bitterkeit des nordöstlichen Atlantiks ab. Faszinierend, doch gleichzeitig ungestüm und spröde. Nur bei "Lights" hat man das Gefühl, man könne auf der Oberfläche des salzigen Meeres, eine Reflexion des Sternenhimmels entdecken. Fulminant lässt es sich dann wieder mit "Greenworld", einem der vielen Highlights auf "∞", über die Wellen gleiten.



Abtauchen und das Licht im Dunklen suchen - "In Our Minds", sprich in unseren Köpfen, finden wir den Pfad zur Erkenntnis. Und wenn dann "The Crossing" oder das finale "Meteorite" ihren Teil dazu beitragen, dass dieser von mystischen Melodien gesäumt wird, hinterlässt das einen erhabenen Eindruck. Vielleicht hätte man ein Album wie "∞" nicht unbedingt von Yann Tiersen erwartet, umso schöner ist es jedoch, dass er uns eben dieses auditive Spektakel schenkt.



Montag, 10. März 2014

Klassiker der Woche Nr. 87

Agnes Obel
88 Tasten, davon 52 weiße und 35 schwarze, reihen sich dicht an dicht aneinander. Einmal angeschlagen können sie ein akustisches Spektrum bedienen, das von den markerschütterndsten Tiefen bis zu den schrillsten Höhen reicht. Das Klavier ist eins der beliebtesten Instrumente, die die Musikwelt zu bieten hat. Sein Erfolgsrezept ist dabei simpel und faszinierend zugleich. Satte Akkorde, leichte Melodien und imposante Harmonien, all das lässt sich mit ein paar kleinen Hämmerchen und Saiten erzeugen und kombinieren. Darüber hinaus ist es oft die perfekte Begleitung für Gesänge jeglicher Art. Eine, die nur allzu gern hinter Flügel und Co. Platz nimmt, ist die Dänin Agnes Obel. Mit einfühlsamen Kompositionen, die meist auf dem schlichten Zusammenspiel von Piano und Stimme basieren, erlangte die 1980 in Kopenhagen geborene Songwriterin internationale Bekanntheit. In Deutschland half darüber hinaus auch die geschickte Platzierung einer ihrer Song in der Werbung eines großen Telefonanbieters. 2010 erschien mit "Philharmonics" schließlich das Solodebüt von Agnes Obel. Für dieses hagelte es neben etlichen Auszeichnungen auch wohlwollende Kritiken von allen Seiten. Vor allem die nahezu märchenhafte Ausstrahlung ihrer Stücke wurde dabei zum Markenzeichen der in Berlin lebenden Musikerin deklariert. "Riverside", unser heutiger Klassiker der Woche, untermauert diese Aussage. Das Stück entsendet wohltuende Schwingungen, die die Seele besänftigen. Derweil türmen sich Luftschlösser auf, in denen der Verstand durch lichtbeschienene Säle schreiten und im Walzerschritt auf dem Parkett ein Tänzchen wagen darf.