"E1NEN HAB ICH NOCH..." ist ein virtuelles Sammelsurium für Musik. Der gleichnamige Blog bündelt und filtert Neuigkeiten aus den unendlichen Weiten der verschiedensten Genres. Dabei gilt stets die Devise: Den Song oder diese Platte sollte man noch gehört haben!
Time flies by. Die Zeit rennt und vergegenwärtigt uns die Endlichkeit des Seins. Aus Sekunden werden Minuten, aus Minuten Stunden, aus Stunden Tage, Wochen, Monate, Jahre - plötzlich sind wir nicht mehr der kleine Junge, der im Sandkasten seine Matchbox-Autos vergräbt, oder das Mädchen, das sich Gänseblümchen ins Haar flächten lässt. Schmerzlich ist die Erkenntnis, dass wir nichts gegen das stetige Voranschreiten all jener tickenden Uhren um uns herum tun können. Und doch liegt genau darin auch eine Hoffnung. Alte Wunden werden heilen und neue Abenteuer beginnen. Die Zukunft bietet ungeahnte Perspektiven. In den frühen Neunzigern lernen sich Anders Remmer, Thomas Knak und Jesper Skaaning in Kopenhagen kennen. Zusammen gründen sie das Projekt Future 3, das musikalisch klar im Ambient verortet ist. Von 1995 bis 2001 entstehen insgesamt drei Studioalben und ein paar zusätzliche EPs. Dann wird es ruhig um Future 3. Bis jetzt. "With And Without" schließt da an, wo der Vorgänger "Like" (2001) aufhörte.
"With And Without" ist nicht einfach nur Albumtitel, sondern darüber hinaus auch Statement. Ein Statement, das Aufschluss über die Beschaffenheit der gleichnamigen Platte gibt. Bietet der erste Teil von "With And Without" fünf feinfühlige Songs, die mit Gesängen von Benoit Pioulard(Orcas) und Anja T. Lahrmann (Ice Cream Cathedral) versehen sind, wird der Rest des Albums von reinen Instrumentalstücken dominiert. Wer nun aber einen heftigen Cut zwischen den beiden Hälften des neuen Werks von Future 3 vermutet, der irrt. Gleich zu Beginn flüstern "Mmn" und "Revenant" dem Hörer leise Geschichten ins Ohr. Der Verstand entgleitet und verliert sich zwischen den Versen, die von Pioulard beinahe mantraartig dargeboten werden. Auch Anja T. Lahrmanns Gastauftritte innerhalb der Songs "Signature", "Roller Coasters" und "Seen" wirken sphärisch und harmonieren nahezu perfekt mit den elektrifizierten Arrangements, die sie umspielen. Future 3 haben alles richtig gemacht und mit Anja T. Lahrmann und Benoit Pioulard zwei sehr charismatische Stimmen auf ihrem "With And Without" verewigt. Nachdem diese dann aber schließlich verklungen sind, zeigen Remmer, Knak und Skaaning, dass sie auch ganz ohne Worte einzigartige Stimmungen zu erschaffen in der Lage sind. Als zweiter Akt eines extravaganten Soundspektakels schweben Tracks wie "August", "Trmbns" oder "Return" schwerelos durch ein dunkel-funkelndes Klanguniversum. Erst mit dem finalen "Figure" erlangt "With And Without" wieder Bodenhaftung und schlägt Wurzeln im Dream Pop - denn da sind Future 3 mittlerweile angekommen.
Um abschließend ein CD-Exemplare von Future 3s "With And Without", das uns Morr Music zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern,
könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen. Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto.
Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder
Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die
entsprechende Lostrommel gelangt. Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem
Betreff "Future 3" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr
auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.) Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 12.10.2014. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg! Weitere Infos zu Future 3 und "With And Without" gibt es hier: Facebookseite | Soundcloud-Account
Ein Klicken, ein Knirschen, ein Rascheln, ein Dröhnen - die Musik des Franzosen Franck Zaragoza alias Ocoeur ist durchzogen von Geräuschen und Effekten, die sich harmonisch an tiefschürfende Melodien anschmiegen und mit ihnen gemeinsam durch den Klangkosmos segeln. In seinen Stücken vereint der IDM-Musiker Gefühle von Weite und Begrenztheit, von Wärme und Kälte, von Glück und Trauer. Was konträr zueinander schien, erfährt in Ocoeurs Kompositionen eine Revision in seiner Ausrichtung. Auf den Hörer wartet eine neue Wirklichkeit, eine übergeordnete Existenz von Harmonie und Einklang. Nachdem er bereits zwei Alben ("Light As A Feather" und "Les Hommes Ne Savent Pas Voler") sowie die EP "Memento" (2013) auf den Markt gebracht hat, erschien im Juli 2014 mit "A Parallel Life" das neuste Werk des Soundkünstlers.
Episch, magisch, rätselhaft - Ocoeurs "A Parallel Life" ist vieles, nur nicht eindimensional. Tracks wie das phänomenale "North", das sich mit aller Wucht einem atemberaubenden Finale entgegenkämpft, oder das titelgebende "A Parallel Life", welches generelle Songstrukturen komplett infrage stellt und immer wieder Fahrt aufnimmt, um dann abrupt abzubremsen, geben Einblick in ein eigenwilliges akustisches Verständnis. Ocoeur löst sich mutig von den bewährten Prinzipien des Liedaufbaus und folgt stattdessen seinen Instinkten und seiner Neugier. Das führt ihn an den Rand der Unendlichkeit ("Beyond Infinite"), lässt ihn entlang der Sterne wandern ("Universe") und schließlich ausgezehrt zur Ruhe kommen ("Red"). Neun Tracks, Tausende Stimmungen. "A Parallel Life" hält für Freunde von Bonobo ebenso viel bereit wie für passionierte Soundtrack-Liebhaber. Magnifique!
Um eins von zwei CD-Exemplaren des neuen Oceour Albums,
sprich "A Parallel Life", zu ergattern,
könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen. Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto.
Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder
Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die
entsprechende Lostrommel gelangt. Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem
Betreff "Ocoeur" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr
auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.) Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 24.08.2014. Die Ermittlung der Gewinner erfolgt per Zufall. Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg! Weitere Infos zu Ocoeur und dem Album "A Parallel Life" gibt es hier: Facebookseite | Soundcloud-Account | Feature bei Kultmucke
Entzückt strömten Millionen von Besuchern 2001 aus den Kinos, nachdem sie für 122 Minuten in das skurrile und gleichzeitig wunderbare Leben der liebenswerten Französin Amélie Poulain eingetaucht waren. Kaum ein französischer Film hatte je für größere Begeisterungsstürme gesorgt. Jean-Pierre Jeneuts "Die fabelhafte Welt der Amélie" entwickelte sich binnen kürzester Zeit zum Kassenschlager, was nicht zuletzt auch an dem einzigartigen Soundtrack lag, den der Komponist Yann Tiersen für das komödiantische Drama beigesteuert hatte. Heute findet man das entsprechende Album in fast jedem gut sortierten Musikregal, und sogar in jenen, die sonst einzig Werke aus dem Mainstream beherbergen. Der verspielte Charme der zwanzig Stücke, mit ihren Akkordeonpassagen und Glockenspielmomenten, traf den Nerv einer Zeit, indem die Menschen sich nach Heimeligkeit und Glück sehnten. So halfen Tiersens zeitlose Stücke schließlich vielen dabei, nach einer gewissen Verwirrung und Perspektivlosigkeit, wieder auf den Boden der Tatsachen zu gelangen. Für den 1970 in Brest geborenen Multiinstrumentalisten bedeuteten sie hingegen den internationalen Durchbruch. Dass Tiersen jedoch weitaus mehr kann, als wieder und wieder die gleiche Platte abzuspielen, stellen seine zahlreichen Studioalben zur Schau, die von Rock bis Chanson nahezu jedes Genre bedienen. Mit "∞" schickt er den Hörer nun auf eine kosmische Reise. "∞" entführt in ein sagenhaftes Paralleluniversum. Geheimnisvoll und von einer nebelartigen Aura umgeben setzt es die Schwerkraft außer Gefecht. Yann Tiersen hat sich Einiges vorgenommen, um auf seinem achten Album, wenn man einmal von all den Soundtracks und Livemitschnitten absieht, neue Klangperspektiven zu entdecken. Zwischen Island und der westfranzösischen Bretagne, der rauen Heimat Tiersens, entstanden die zehn neuen Titel. Abgemischt und produziert wurden sie mithilfe der fachkundigen Beratung von Gareth Jones und Daniel Miller, auf deren Label Mute Records "∞" nun schließlich auch veröffentlicht wird.
Unendlichkeit, Fremde, Leere, Nähe und Ferne. Ob das Eröffnungsstück "Infinity", sein Nachfolger "Slippery Stones" oder auch das donnernde "Midsummer Evening" - auf dem neusten Werk Tiersens wird der Hörer mit einer Mischung aus Sehnsucht, Zuversicht und Haltlosigkeit konfrontiert. Sobald man glaubt, man könne sich an einen der vielen akustischen Fetzen klammern, um in nicht der Weite des Schalls verloren zu gehen, weht ein rauschender Orkan diese Sicherheit schon wieder hinfort. Nicht einmal textlich ist Verlass auf Konstanz. Die Lyrics der Platte bedienen sich sprachlich neben Englisch nämlich auch beim Isländischen ("Steinn), Färöischen ("Grønjørð") und Bretonischen ("Ar Maen Bihan"). Somit bildet "∞" ein gutes Stück der hinreißenden Bitterkeit des nordöstlichen Atlantiks ab. Faszinierend, doch gleichzeitig ungestüm und spröde. Nur bei "Lights" hat man das Gefühl, man könne auf der Oberfläche des salzigen Meeres, eine Reflexion des Sternenhimmels entdecken. Fulminant lässt es sich dann wieder mit "Greenworld", einem der vielen Highlights auf "∞", über die Wellen gleiten.
Abtauchen und das Licht im Dunklen suchen - "In Our Minds", sprich in unseren Köpfen, finden wir den Pfad zur Erkenntnis. Und wenn dann "The Crossing" oder das finale "Meteorite" ihren Teil dazu beitragen, dass dieser von mystischen Melodien gesäumt wird, hinterlässt das einen erhabenen Eindruck. Vielleicht hätte man ein Album wie "∞" nicht unbedingt von Yann Tiersen erwartet, umso schöner ist es jedoch, dass er uns eben dieses auditive Spektakel schenkt.
Anstatt immer nur über sie zu reden, nahmen wir uns nun wieder einmal ausgiebig Zeit, um uns mit einem Musiker, beziehungsweise einer Musikerin, zu unterhalten. Jófríður Ákadóttir ist nicht nur Teil von Pascal Pinon, sondern darüber hinaus auch Frontfrau der isländischen Band Samaris, die seit 2011 mit ihren Kompositionen für Aufruhr sorgt. Die Mischung aus düsteren Synthietexturen, mystischen Gesängen und ungewöhnlichen Beats, welche den Stil von Samaris kennzeichnet, machte das junge Trio auch über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt und sorgte vielerorts für Begeisterungsstürme und Auszeichnungen. Am Freitag erscheint „Silkidrangar“, das Zweitwerk von Samaris. Die zehn auf dem Album befindlichen Stücke weisen die Band als einen der vielversprechendsten Nachwuchsacts seit Langem aus. Wir stellten Jófríður im Zuge dessen ein paar Fragen, deren Antworten ihr nun lesen könnt. Am Ende wartet dann zudem noch eine Verlosung, bei dem ihr „Silkidranger“ gewinnen könnt. Wann und wie kam es zur Gründung von Samaris? Wir starteten im Januar 2011, als es sehr dunkel und trüb in Reykjavík war. Áslaug und ich gingen damals beide noch zur Schule und wurden langsam der stetigen Wiederholungen in unseren Leben müde. Die Band begann als Experiment, nahezu als Scherz, entwickelte sich dann aber schnell zu etwas Ernsthaftem. Uns wurde schon früh klar, dass wir gut zusammenarbeiten konnten, vor allem durch unsere verschiedenen Hintergründe. Áslaug und ich sind beide klassisch ausgebildete Musiker. Ich singe und schreibe meine Songs meist auf der Gitarre. Doddi macht schon sehr lange Dancemusik. Mit all diesen Fertigkeiten und Grundlagen formten wir Samaris. Jófríður, zusammen mit deiner Schwester trittst du auch unter dem Namen Pascal Pinon auf. Worin unterscheidet sich Samaris von diesem Duo? Das ist etwas völlig anderes. Bei Samaris kreieren wir eine dunkle Welt, etwas, das weit vom Publikum entfernt ist. Mit Pascal Pinon hingegen wollen wir den Leuten so nah wie möglich sein, reden viel und lassen sie wissen, was wir denken. Zudem schreiben wir auch Songs, mit denen sich die Menschen identifizieren und in denen sie ihre eigene Wahrheit entdecken können.
Euer erstes Album, welches auch den Bandnamen als Titel trägt, vereint die Songs zweier vorangegangener EPs. Seid ihr zurückblickend noch immer zufrieden mit dem Resultat? Es ist wunderbar, sein Material selbst veröffentlichen zu können. Wir Isländer haben alle diese Do-It-Yourself-Mentalität und kümmern uns anfangs gar nicht darum, mit der Labelsuche zu beginnen. Wir sind sehr stolz auf unsere beiden EP-Veröffentlichungen, aber es ist natürlich gut, nun eine Plattenfirma zu haben, wo zunehmend mehr Interesse und Anfragen von außerhalb kommen. Immerhin können wir nicht alle Leute selbst treffen.
Die Kritiker äußerten sich sehr enthusiastisch zum Start eurer Karriere. Baut das irgendeinen Erfolgsdruck bei euch auf? Nein! Ihr unterzeichnetet schließlich bei Björks One Little Indian Records. Wie kam es dazu?
Die Verantwortlichen sahen unsere Show bei den Iceland Airwaves 2012 und kontaktierten uns danach. Wir hatten sie eh schon im Visier und so war es eine große Ehre für uns und passte zeitlich perfekt.
Ist Björk selbst denn ein Idol für euch?
Absolut! Sie ist ein Vorbild und Quelle der Inspiration. Eine der stärksten weiblichen Charaktere in der Geschichte Islands.
“Silkidrangar” heißt nun schließlich eure neue Platte. Was sind die Hauptthemen auf dem Album?
Die Naturelemente, die Nacht, der Ozean, das Wetter, Schwierigkeiten im Leben und Schlaflieder. Silkidrangar bedeutet Seidenklippen, ein sehr visueller Titel, der zum einen eine gewisse Weich- und Sanftheit und zum anderen eine Härte und die Schönheit der Steine und Berge Islands transportiert.
Alle eure Lyrics sind auf Isländisch gesungen. Warum sollten ihnen aber auch Menschen, die nicht dem Inselstaat entstammen, ein Ohr schenken?
Dinge, die man nicht ganz verstehen kann, sind immer auch geheimnisvoll. Isländische Poesie singt sich wundervoll, sie besitzt bereits eine Melodie in der Art und Weise, wie sie geschrieben ist, und hat ihren ganz eigenen Rhythmus und Fluss. Ich glaube, die Worte nicht zu kennen, gibt der Musik eine Struktur. Man kann so zum Kern der Sprache gelangen und all die Klänge und Details wahrnehmen, die ein Muttersprachler nicht bemerkt. Es ist eine andere Erfahrung, wenn Fremde unsere Musik hören. Hoffentlich keine schlechtere.
Worin seht ihr denn die Vorteile, euch in eurer Muttersprache auszudrücken?
Alles kommt direkt von Herzen.
Welche Geschichte steckt hinter dem Track “Ég Vildi Fegin Verda”?
Der Text wurde von dem Dichter Páll Ólafsson verfasst. Er war Alkoholiker und lebte von 1827 bis 1905 l. Ólafsson hatte Frau und Kinder, die er sehr liebte, nur denen er aufgrund seiner Krankheit nie geben konnte, was sie eigentlich verdient hätten. Der Text beschreibt den starken Kontrast zwischen seinen guten und seinen schlechten Tagen und sie sagen wörtlich: Ich würde gern ein leuchtender Tag sein, nur manchmal bin ich dunkel und still wie die Nacht. Die Chords sampelten wir von Doddis alten Vinyls. Beat und Stimmung sind also recht Old School. Ich hatte schon eine Melodie in meinem Kopf, bevor wir den Song zusammentrugen und erst passte sie nicht zu den Akkorden, doch dann funktionierte es plötzlich wie von Geisterhand und hält schließlich den Hörer auf Trab. Im dazugehörigen Video geht es sehr okkult zu. Wie war der Dreh? Der hat sehr viel Spaß gemacht. Wie arbeiteten mit einem Künstler aus Reykjavík zusammen, der Fritz Berndsen IV heißt. Für unsere bisherigen Veröffentlichungen hat er die gesamte Gestaltung gemacht. Die größte Herausforderung war, all die Teelichter anzuzünden. 250 Kerzen brannten zur selben Zeit. Wir rochen recht streng danach.
Ihr drei seid noch sehr jung. Inwiefern passen Jugend und die finstere Atmosphäre eurer Stücke denn zusammen? Unsere Finsternis kommt vom Winter in Island. Was dürfen wir als Nächstes von euch erwarten? Zuerst veröffentlichen wir jetzt das Album, dann spielen wir einige Shows im Sommer, werden ein bisschen reisen, Bräune bekommen, im Ozean schwimmen und schauen, was der Herbst uns bringt.
Wer nach diesem Interview nun keine Lust bekommen hat, sich einmal genauer mit Samaris und "Silkidrangar" auseinanderzusetzen, dem können wir leider auch nicht mehr helfen. Allen anderen möchten wir abschließend die Gelegenheit geben, eins von zwei CD-Exemplaren des neuen Albums der Isländer zu gewinnen, die uns die Promotionagentur Wagmüller freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Die Frage zum Glück lautet dieses Mal: Wie erlebt ihr Isländisch als gesungene Sprache? Verratet es uns bis spätestens kommenden Freitag, den 09.05.2014, über einen der beiden folgenden Wege und haltet mit etwas Glück schon bald "Silkidrangar" in euren Händen. Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 07.05.2014 mit eurer Antwort kommentieren. Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Samaris" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Infos zu Samaris gibt es hier: Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account
Nachtclubs. Sie fungieren als in sich geschlossene Zwischenwelten. Sind Platzhalter, die Alltag und Schlaf miteinander verbinden. Regelmäßig verkaufen jene Etablissements ihren Besuchern schillernde Illusionen. Gedämpfte Lichter, sanfte Melodien und die Sinne vernebelnde Getränke - von all dem werden die Menschen angezogen wie die Motten vom Licht. Eric Hilton und Rob Garza lernen sich 1995 in der Washingtoner Eighteenth Street Lounge, über einen gemeinsamen Freund, kennen. Schnell verstricken sich die beiden in Stunden füllende Gespräche. Was sie eint, ist die Liebe zu brasilianischen Klängen und elektrifizierten Arrangements. Wenig später treffen sie sich, um zusammen ein wenig mit Sounds herumzuexperimentieren. Dies ist die Geburtsstunde von Thievery Corporation. In den folgenden Jahren werden Hilton und Garza zu gefeierten Größen der Downtempo-Bewegung. Ob Ambient, Chillout, Trip-Hop oder Dub, es gibt kaum ein Genre aus jener akustischen Nische, in denen man Thievery Corporation nicht begegnet. Ruhm öffnet bekanntlich Türen und so arbeiten Hilton und Garza im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen gefragten Künstlern zusammen. Émiliana Torrini, David Byrne, Bebel Gilberto, The Flaming Lips und viele andere Stars reichen sich die Klinke der Studiotür von Thievery Corporation in die Hand. Sechs Alben und fast zwanzig Jahre nach ihrer ersten Begegnung hat das Duo den Charakter einer kompletten akustischen Sparte mitgeformt. Zeit, sich auf seine Wurzeln zu besinnen.
"Saudade"
Mit dem portugiesischen Wort Saudade, also dem Sehnen oder Verlangen nach einem Ort, einer Sache oder einer Person, betiteln Thievery Corporation ihre neuste Platte. Wonach es Hilton und Garza bei der Entwicklung der dreizehn Songs, die nun in ihrer Gesamtheit "Saudade" formen, verzehrt hat, wird bereits mit den ersten Takten des Eröffnungsstückes "Décollage" klar. Die Natürlichkeit des Bossa Nova, einer Mischung aus Samba und Cool Jazz, einzufangen, danach verlangte es die zwei Herren in der Blüte ihres Lebens. Immerhin war es genau jene Stilrichtung, die sie einst zusammengeführt hatte. In der Folge fahren Thievery Corporation die für sie typischen elektronischen Elemente auf ein Minimum zurück und setzten sie dezent als Begleitung der sonst recht klassisch gehaltenen Stücke ein. Schnell sieht man sich mit einem Glas Wein in der Hand an der Copacabana sitzen, während Tracks wie "Firelight" oder "Nos Dois" im Hintergrund den Sonnenuntergang ankündigen. "Saudade" ist voll von Leidenschaft, Aufregung und nackter Kostbarkeit. Gastsängerinnen wie Langzeitkollaborateurin LouLou Ghelichkhani, Nouvelle Vagues Karina Zaviani, die Newcomerin Elin Melgarejo, das argentinische Talent Natalia Clavier oder die ehemalige Bitter:Sweet-Frontfrau Shana Halligan tun derweil ihr Übriges, um den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Und dass ihnen das mit Leichtigkeit gelingt, wird spätestens dann klar, wenn "Claridad" zum verführerischen Tanz ansetzt, "Bateau Rouge" zu einer verheißungsvollen Fahrt auf den Wellen des Rhythmus einlädt oder "Quem Me Leva" das Temperament des südamerikanischen Kontinents entfesselt. Etwas verträumter hingegen geht es bei "No More Disguise" oder "Depth Of My Soul" zu. Fernweh ist bei "Saudade" mehr als vorprogrammiert.
Wie atemberaubend muss es wohl sein, einem Orca in seiner natürlichen Umgebung zu begegnen? Ihn durch sein blaues Universum schweben zu sehen, schwerelos und frei. Betrachtet man Zeichnungen oder Fotos der massigen Tiere an, kann man sich kaum vorstellen, dass sie dazu in der Lage sind, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h durch das Wasser zu rasen. Ihre Anmut birgt darüber hinaus aber auch viele weitere Geheimnisse. In sozialen Verbänden, die wie eigene Kulturen organisiert sind, erobern die Meeressäuger die Ozeane und wandern regelmäßig um die Erde. Eine gewisse Rätselhaftigkeit vermag man auch dem Duo Orcas nicht abzusprechen, dessen Name auf die besagten schwarz-weißen Riesen zurückgeht. Benoît Pioulard und Rafael Anton Irisarri veröffentlichen seit nunmehr zwei Jahren ihre Songs unter selbigem Pseudonym, welches dabei den Stil der beiden, in vielerlei Hinsicht, recht treffend zusammenfasst. Musikalische Walgesänge, verträumte Melodien und eine Weite, die nahezu unendlich wirkt. In den Kompositionen der Orcas scheint sich derart viel Energie und Grenzenlosigkeit gebündelt zu haben, dass diese kaum zu beherrschen sind. Genauso wenig, wie es wohl je einem Menschen gelingen wird, die von den Indianern verehrten Schwertwale wirklich zu zähmen.
"Yearling"
Nachdem ihr selbstbetiteltes Debüt 2012 zahlreiche positive Kritiken einheimsen konnte, erscheint mit "Yearling" nun der Nachfolger beim Berliner Label Morr Music. An der Entstehung der Platte waren neben Piolard und Irisarri auch Efterklangs Martyn Heyne, an Gitarre und Piano, und Telekinesis Michael Lerner, am Schlagzeug, beteiligt. Zusammen wurden die sanften, meist improvisierten akustischen Skizzen des Erstlingswerkes "Orcas" durch eine beherztere Federführung dahingehend ausgebaut, dass "Yearling" insgesamt geschlossener und konzeptioneller als sein Vorgänger klingt. Innerhalb von nur acht Stücken - man spart zugunsten von Qualität deutlich an Quantität - reisen die Orcas in ein entferntes Soundszenario. "Petrichor", sprich der Geruch von Regen auf trockener Erde, eröffnet als Instrumental das Album. Bei der Betitelung ihrer Tracks zeigen sich die Orcas von einer sehr poetischen Seite und treffen doch immer punktgenau den Charakter ihrer Arrangements. Denn auch ein Song wie "Infinite Stillness", der zwar von härteren Strukturen getragen wird, fängt sich in einer friedlichen Seelenruhe, die den Hörer nahezu überschwemmt. Gleich der aufgehenden Sonne erstrahlt "Half Light" am Klanghorizont, wohingegen "Selah", eine Art wiederkehrendes Tonzeichen in Psalmen der hebräischen Bibel, zum akzentuierten Zwischenspiel avanciert, das galant den Bogen zu "Capillaries" spannt. Einer Mischung aus Wärme und Kälte, ungebunden und doch fest verankert. "An Absolute" erinnert aufgrund seiner phonetischen Fülle an die frühen Werke der Franzosen von AIR, "Filament" erstreckt sich als kosmischer Nebel bis zum kühlen Rand des Universums und "Tell" verrät zu guter Letzt nicht mehr und nicht weniger, als eben gerade notwendig. "Yearling" ist ein unaufgeregtes Album voller Tiefe und Verletzlichkeit.
Wer nun abschließend gern ausgiebig mit den Orcas in ihren Harmonien baden möchte, der sollte sich die folgende Verlosung nicht entgehen lassen. Bis spätestens kommenden Freitag, den 04.04.2014, sammeln wir Antworten auf die Frage, welches euer Lieblingsmeerestier ist. Unter allen Einsendungen werden wir dann im Anschluss einen Gewinner ermitteln, der sich über ein CD-Exemplar von "Yearling" freuen darf. Mitgemacht werden kann über die folgenden Wege. Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 02.04.2014 mit eurer Antwort kommentieren. Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Orcas" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Infos zu Orcas gibt es unter: Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud