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Freitag, 30. Januar 2015

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Monophona "Black on Black"

An einem grauen Tag im Jahr 2010 ist der Bodennebel besonders beständig. Kein einziger Sonnenstrahl vermag durch ihn hindurchzudringen. Es herrscht eine Geisterstimmung. Der Luxemburger Produzent und DJ Chook wandert durch das Zwielicht - umgeben von dunklen Schatten und flirrenden Klängen. Doch tut er das ab einem gewissen Punkt nicht mehr allein. Zu ihm gesellt sich Claudine. Mit einer unglaublichen Wärme in Stimme und Songwriting setzt die Folksängerin die harschen Beats Chooks augenblicklich in einen einzigartigen Kontrast. Chook und Claudine werden zu engen Weggefährten und gründen das Duo Monophona. Als dieses veröffentlichen sie 2012 ihr unkonventionelles Debütalbum "The Spy", begeistern innerhalb eines umfangreichen "Kultverdächtig"-Features bei unseren Kollegen von Kultmucke mit ihrer Coverversion von John Martyns "Head And Heart", steuern mit dem exklusiven Track "Questions About Everything" eins der Highlights der Compilation "Kultverdächtig II" bei und spielen zudem zahlreiche Konzerte in ganz Europa. Im Rahmen dieser wird der engagierte Schlagzeuger und Percussionist Jorsch immer mehr zu einer unverzichtbaren Schlüsselfigur, sodass er schließlich offiziell bei Monophona einsteigt und zudem auch an den Arbeiten zu "Black on Black", dem Zweitwerk des nun zum Trio mutierten Gespanns, beteiligt ist.

Düsterer, härter und unnachgiebiger als sein Vorgänger "The Spy" taucht "Black on Black" den Sound Monophonas in tiefstes Schwarz. Schon der dem Album seinen Namen gebende Opener verfinstert dabei eine jedwede Szenerie binnen von Sekunden und sorgt für ein sanften Schauer, der sich rasant ausbreitet und das Gemüt befällt. Markerschütternde Drums, dröhnende Synthesizer und der bittersüße Gesang von Claudine geben sich auf "Black On Black" die Klinge in die Hand und sorgen für eine Stimmung, wie sie nur Monophona zu erzeugen in der Lage sind. Während "Thumb" oder "Ricochet" noch als Verbindungsstücke zu der musikalischen Vergangenheit der Luxemburger fungieren, zeigen Stücke wie "Yes Yes" oder "Heavier Slower" den Drang Monophonas, sich gleichzeitig eben auch weiterentwickeln zu wollen. Ganz nebenbei wird so eine neue Trip-Hop-Ästhetik geboren - scharfkantig und hypnotisierend. Hochemotional und gefühlvoll präsentiert sich hingegen "A Mole The Size Of A Breadcrumb", der vielleicht am wenigsten zu erwartende Track auf "Black On Black". Von Klavierpassagen getragen stützt sich der Song auf ein recht zerbrechliches Fundament, das ihm jedoch gleichzeitig eine fesselnde Lebendigkeit verleiht. Und auch "Ribbons (featuring Daniel Balthasar)" wirkt erstaunlich untypisch für Monophona, ja, nahezu optimistisch und leichtfüßig. Und darin liegt das Erfolgsrezept von "Black On Black". Das Album ist unvorhersehbar. Man weiß als Hörer nie, welche Wendung, welche Spielerei bereits hinter dem nächsten Takt lauern könnte. Ohne an Schlicht- und Reduziertheit zu verlieren, entspinnen Monophona so eine akustische Spannung, wie man sie heutzutage nur noch selten präsentiert bekommt. Kein Wunder also, dass wir nahezu paralysiert sind von dieser großartigen Platte.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Monophonas "Black On Black", das uns Creative Eclipse PR zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Monophona" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Mittwoch, der 04.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Monophona und "Black On Black" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account

Mittwoch, 20. August 2014

Gewinnspiel: Ocoeur "A Parallel Life"

© by Franck Zaragoza
Ein Klicken, ein Knirschen, ein Rascheln, ein Dröhnen - die Musik des Franzosen Franck Zaragoza alias Ocoeur ist durchzogen von Geräuschen und Effekten, die sich harmonisch an tiefschürfende Melodien anschmiegen und mit ihnen gemeinsam durch den Klangkosmos segeln. In seinen Stücken vereint der IDM-Musiker Gefühle von Weite und Begrenztheit, von Wärme und Kälte, von Glück und Trauer. Was konträr zueinander schien, erfährt in Ocoeurs Kompositionen eine Revision in seiner Ausrichtung. Auf den Hörer wartet eine neue Wirklichkeit, eine übergeordnete Existenz von Harmonie und Einklang. Nachdem er bereits zwei Alben ("Light As A Feather" und "Les Hommes Ne Savent Pas Voler") sowie die EP "Memento" (2013) auf den Markt gebracht hat, erschien im Juli 2014 mit "A Parallel Life" das neuste Werk des Soundkünstlers.

Episch, magisch, rätselhaft - Ocoeurs "A Parallel Life" ist vieles, nur nicht eindimensional. Tracks wie das phänomenale "North", das sich mit aller Wucht einem atemberaubenden Finale entgegenkämpft, oder das titelgebende "A Parallel Life", welches generelle Songstrukturen komplett infrage stellt und immer wieder Fahrt aufnimmt, um dann abrupt abzubremsen, geben Einblick in ein eigenwilliges akustisches Verständnis. Ocoeur löst sich mutig von den bewährten Prinzipien des Liedaufbaus und folgt stattdessen seinen Instinkten und seiner Neugier. Das führt ihn an den Rand der Unendlichkeit ("Beyond Infinite"), lässt ihn entlang der Sterne wandern ("Universe") und schließlich ausgezehrt zur Ruhe kommen ("Red"). Neun Tracks, Tausende Stimmungen. "A Parallel Life" hält für Freunde von Bonobo ebenso viel bereit wie für passionierte Soundtrack-Liebhaber. Magnifique!



Um eins von zwei CD-Exemplaren des neuen Oceour Albums, sprich "A Parallel Life", zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Ocoeur" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 24.08.2014.
Die Ermittlung der Gewinner erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Ocoeur und dem Album "A Parallel Life" gibt es hier:
Facebookseite | Soundcloud-Account | Feature bei Kultmucke
 

Freitag, 4. April 2014

Album-Vorstellung: Thievery Corporation "Saudade"

Thievery Corporation
Nachtclubs. Sie fungieren als in sich geschlossene Zwischenwelten. Sind Platzhalter, die Alltag und Schlaf miteinander verbinden. Regelmäßig verkaufen jene Etablissements ihren Besuchern schillernde Illusionen. Gedämpfte Lichter, sanfte Melodien und die Sinne vernebelnde Getränke - von all dem werden die Menschen angezogen wie die Motten vom Licht. Eric Hilton und Rob Garza lernen sich 1995 in der Washingtoner Eighteenth Street Lounge, über einen gemeinsamen Freund, kennen. Schnell verstricken sich die beiden in Stunden füllende Gespräche. Was sie eint, ist die Liebe zu brasilianischen Klängen und elektrifizierten Arrangements. Wenig später treffen sie sich, um zusammen ein wenig mit Sounds herumzuexperimentieren. Dies ist die Geburtsstunde von Thievery Corporation. In den folgenden Jahren werden Hilton und Garza zu gefeierten Größen der Downtempo-Bewegung. Ob Ambient, Chillout, Trip-Hop oder Dub, es gibt kaum ein Genre aus jener akustischen Nische, in denen man Thievery Corporation nicht begegnet. Ruhm öffnet bekanntlich Türen und so arbeiten Hilton und Garza im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen gefragten Künstlern zusammen. Émiliana Torrini, David Byrne, Bebel Gilberto, The Flaming Lips und viele andere Stars reichen sich die Klinke der Studiotür von Thievery Corporation in die Hand. Sechs Alben und fast zwanzig Jahre nach ihrer ersten Begegnung hat das Duo den Charakter einer kompletten akustischen Sparte mitgeformt. Zeit, sich auf seine Wurzeln zu besinnen.

"Saudade"
Mit dem portugiesischen Wort Saudade, also dem Sehnen oder Verlangen nach einem Ort, einer Sache oder einer Person, betiteln Thievery Corporation ihre neuste Platte. Wonach es Hilton und Garza bei der Entwicklung der dreizehn Songs, die nun in ihrer Gesamtheit "Saudade" formen, verzehrt hat, wird bereits mit den ersten Takten des Eröffnungsstückes "Décollage" klar. Die Natürlichkeit des Bossa Nova, einer Mischung aus Samba und Cool Jazz, einzufangen, danach verlangte es die zwei Herren in der Blüte ihres Lebens. Immerhin war es genau jene Stilrichtung, die sie einst zusammengeführt hatte. In der Folge fahren Thievery Corporation die für sie typischen elektronischen Elemente auf ein Minimum zurück und setzten sie dezent als Begleitung der sonst recht klassisch gehaltenen Stücke ein. Schnell sieht man sich mit einem Glas Wein in der Hand an der Copacabana sitzen, während Tracks wie "Firelight" oder "Nos Dois" im Hintergrund den Sonnenuntergang ankündigen. "Saudade" ist voll von Leidenschaft, Aufregung und nackter Kostbarkeit. Gastsängerinnen wie Langzeitkollaborateurin LouLou Ghelichkhani, Nouvelle Vagues Karina Zaviani, die Newcomerin Elin Melgarejo, das argentinische Talent Natalia Clavier oder die ehemalige Bitter:Sweet-Frontfrau Shana Halligan tun derweil ihr Übriges, um den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Und dass ihnen das mit Leichtigkeit gelingt, wird spätestens dann klar, wenn "Claridad" zum verführerischen Tanz ansetzt, "Bateau Rouge" zu einer verheißungsvollen Fahrt auf den Wellen des Rhythmus einlädt oder "Quem Me Leva" das Temperament des südamerikanischen Kontinents entfesselt. Etwas verträumter hingegen geht es bei "No More Disguise" oder "Depth Of My Soul" zu. Fernweh ist bei "Saudade" mehr als vorprogrammiert.