Das Beste kommt zum Schluss. Während seit Anfang November vielerorts musikalische Jahresendlisten aus dem Boden sprießen wie Unkraut in einem verwucherten Garten, haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, dem Namen eben dieser Listen gerecht zu werden und mit unserer Hitlist bis kurz vor knapp zu warten. 2014 hat derart viele auditive Höhepunkte zu verzeichnen, dass uns die Erstellung der unten anhängenden Auswahl tatsächlich ein wenig Kopfschmerzen bereitete - doch wir haben sie gefunden, unsere ganz persönlichen Lieblinge.
Song des Jahres: Sylvan Esso - Coffee
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| © by City Slang |
Es ist die Mischung aus sanfter Songwriterkunst und einem treibenden Beat, die "Coffee" zu unserem Song des Jahres macht. Jedes Mal, wenn der von Sylvan Esso auf ihrem gleichnamigen Debütalbum erschienene Track erklingt, scheint die Welt für ein paar Sekunden stillzustehen. „Der Beat entstand irgendwann in einem kalten, dunklen Keller. Amelia war an dem Tag ein echter Miesepeter.“, verriet das Duo in einem Interview mit Kultmucke. Doch hört man "Coffee" seinen Geburtsort oder die schlechte Stimmung der Dame, die seine Lyrics singt, keinesfalls mehr an. Im Gegenteil. Das Stück trägt eine geheimnisvolle Wärme in sich. Amelia Meath und Nick Sanborn ist es gelungen, ihre akustischen Präferenzen auf charmante Weise miteinander kollidieren zu lassen. Machte Meath vor allem durch ihr Wirken innerhalb des Folktrios Mountain Man von sich reden, huldigte Sanborn einer wesentlich elektronischeren Klangästhetik, und zwar unter dem Pseudonym Made of Oak. "Coffee" profitiert sowohl von dem Einen als auch dem Anderen.
Album des Jahres: Hundreds - Aftermath
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| © by Konrad Schmidt |
Im März dieses Jahres veröffentlichten die Geschwister Eva und Philipp Milner alias Hundreds ihr zweites Album. "Aftermath" ist eine dieser Platten, deren Nachhall bis in die Unenendlichkeit vorzudringen scheint. Mal mystisch, mal epochal und dann wieder reduziert und greifbar hält "Aftermath" ein breit gefächertes Angebot an Stimmungen und Gefühlen bereit. Während Songs wie "Ten Headed Beast", "Foam Born" oder "Stones" durch nahezu plätschernde Klaviermelodien begeistern, trumpfen "Beehive", das titelgebende "Aftermath" oder "Our Past" mit energischen Trommelpassagen und elektrifizierten Rhythmen auf. Pink-Pong konnte den beiden Musikliebhabern einige Geschichten und Gedanken hinter ihrem Zweitwerk entlocken und trug diese in einem sehr ausführlichen Interview zusammen. Darin erklären die Milners auch, dass "Aftermath" eine goldene Platte sei - und dem können wir nur zustimmen. Selten hat ein Album derart gestrahlt, wie es "Aftermath" tut. Und auch, wenn es vielleicht nicht die erfolgreichste LP 2014 war, dann doch definitiv eine der hörenswertesten.
Band des Jahres: Wild Beasts
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| © by Klaus Thymann |
Wenn es eine Band versteht, sich durch zahlreiche Alleinstellungsmerkmale von ihren Kollegen abzugrenzen, dann ist es wohl die britische Kapelle Wild Beasts. Die vier aus Kendal stammenden Herren wirken zwar auf den ersten Blick wie die charmanten Jungs von neben an, was auch Kultmucke bei einem Gespräch mit Tom Flemming und Ben Little im Rahmen des Electronic Beats Festivals in Leipzig feststellen durfte, doch sobald das Quartett zu seinen Instrumenten und Mikrofonen greift, entfesselt sich eine nahezu unbändige Gewalt. Ob live auf der Bühne oder wie zuletzt auf ihrem Album "Present Tense"- die Wild Beasts beherrschen das Spiel mit Licht und Schatten, Strenge und Sanftmut, nahezu perfekt. So lässt es sich mit "Mecca" hervorragend in die tiefste Sehnsucht stürzen, wohingegen "Wanderlust" Herzschlag und Puls antreibt. Seit ihrem Debüt "Limbo, Pantho" (2008) überraschten die Wild Beasts immer wieder durch interessante Wendungen innerhalb ihres Schaffens. 2014 haben sie sich zu einer der extravagantesten Bands des Independentbereichs gemausert. Das verdient Respekt und eine Auszeichnung.
Solokünstler(in) des Jahres: Agnes Obel
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| © by PIAS |
Wieder einmal hat sie es geschafft. Als Untergrundkämpferin für ausgefallene Kompositionen konnte die in Berlin ansässige Songwriterin Agnes Obel auch 2014 eine nicht geringe Hörerschaft von ihren Qualitäten überzeugen. Nachdem die Veröffentlichung ihres Zweitwerks "Aventine" bereits 2013 den Ruf Obels als eine der talentiertesten Gegenwartsmusikerinnen erneut zu untermauern wusste, erschien vor wenigen Monaten mit der Deluxe Edition dieses Albums ein weiterer Geniestreich aus der Feder der gebürtigen Dänin. Doch damit nicht genug. Passend zur Veröffentlichung der Platte entschied sich Agnes Obel, im Spätherbst eine kleine Konzertreise anzutreten. Ihr Auftritt im Berliner Admiralspalast avancierte dabei zu einem audiovisuellen Erlebnis der besonderen Art. Vor einer schillernden Wand thronend präsentierte Obel Songs wie das dahingleitende "Dorian" oder "Fuel to Fire", indes die Menschen im Publikum sich kaum zu bewegen, geschweige denn zu atmen, trauten. Diese Eleganz, diese Begabung möchten wir mit dem Titel "Solokünstlerin des Jahres" ehren.
Geheimtipp des Jahres: Phoria
Wie macht man 2014 als Newcomer noch auf sich aufmerksam? Wenn man sich das Quintett Phoria aus Brighton anschaut und -hört, scheint allem voran eine exzentrische Soundvision den Schlüssel zum Erfolg darzustellen. Insgesamt drei EPs haben Seryn Burden, Tim Douglas, Jeb Hardwick, Trewin Howard und Ed Sanderson bisher veröffentlicht - und mit jeder lässt sich die Entwicklung Phorias von einer klassischen Band hin zu einem imposanten Electronica-Ensemble ein Stück besser nachzeichnen. Während die Präsenz akustischer Instrumente im Schaffen Phorias zunehmend in den Hintergrund rückte, erhielten im selben Moment weitschweifende Synthietexturen Einzug in Songs wie "Emanate", "Undone" oder "Atomic". All die genannten Titel sind auf der EP "Display" zu finden, die seit Juli auch in Deutschland über das Label Humming Records vertrieben wird und die uns zu der Entscheidung brachte, Phoria zu unserem Geheimtipp 2014 zu erklären.
Gewinnspiel
Zu unserer Hitlist halten wir auch in diesem Jahr ein prall gefülltes Paket bereit, das aus folgenden Dingen besteht:
- Sylvan Essos "Sylvan Esso" (CD)
- Hundreds
"Aftermath" (CD)
- Gratisdownload der Hundreds-EP "Under The
Icicles"
- Wild Beasts "Present Tense" (CD) in der Special
Edition
- Postkartenset zu Wild Beasts "Present Tense"
- Vinyl-Single "The Devil's Crayon" von den Wild Beasts
- Agnes Obels "Aventine" (CD) in der Deluxe Edition
- Beutel von Agnes Obel
- Phorias EP "Display"(Vinyl)
- zahlreiche Aufkleber
Wir danken in diesem Zusammenhang City Slang, Sinnbus, Domino Deutschland, PIAS Germany und Humming Records für die Bereitstellung der Preise.
Um eine Chance auf unser Hitlist-Paket zu haben,
könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto.
Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder
Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die
entsprechende Lostrommel gelangt.
Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem
Betreff "Hitlist 2014" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr
auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)
Teilnahmeschluss ist Freitag, der 09.01.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!
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| © by Alex Bruel-Flagstad |
Unaufgeregt erfolgreich - Agnes Obel ist eine wahre Künstlerin. Sobald die gebürtige Dänin ihre Finger über das Piano gleiten lässt, scheint die Welt stillzustehen, beziehungsweise in dem Hauch eines einzigen Augenblickes zu verharren. Das Feingefühl, das den Kompositionen der 33-Jährigen anhaftet, ist atemberaubend. Nachdem bereits ihr Debütalbum "Philharmonics" (2009) mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde, schaffte es auch der Nachfolger "Aventine" (2013) den kritischen Musikjournalisten zahlreiche Worte der Bewunderung zu entlocken. Agnes Obel ist kein im Rampenlicht stehender Star. Nein, sie ist jene unscheinbare Dame, der man auf den Straßen Berlins begegnen kann und die durch ihre schlichte Schönheit verzaubert. Seit acht Jahren wohnt die Musikerin nun in der Spreemetropole und nutzt die Energie der Stadt, um damit die Ideen anzustoßen, die schließlich in Tracks wie dem wunderschönen "Fuel To Fire" oder "Pass Them By" münden. Als geschätztes Mitglied der deutschen Kunstszene verfielen der blonden Pianistin und ihrer sanften Stimme zahlreiche Liebhaber. Doch nicht nur die dürfen sich nun über eine Neuauflage von "Aventine", als vielversprechende Deluxe Edition, freuen.

Die erste von zwei CDs der Deluxe Edition enthält das Standardalbum "Aventine", das wiederum aus elf wundervoll inszenierten und behutsam ausgefeilten Chamber-Pop-Nummern besteht. Zwischen "Chords Left", dem berauschenden "Dorian", "Fivefold" oder einem der anderen traumhaften Tracks dürfte es wahrlich jedem gehetzten Verstand gelingen, einmal zur Ruhe zu kommen. Im Walzerschritt geht es dann weiter zu "Under Giant Trees", "Arches" und "September Song", die als eine Art Zugabe die zweite CD der Deluxe Edition eröffnen. Wie gut, dass diese Stücke nicht in irgendeiner Schublade verschwunden sind, sondern es stattdessen auf diese, übrigens sehr ästhetisch als Paperback gestaltete, Sonderausgabe von "Aventine" geschafft haben. Dass ihre Tondichtungen auch in der Liveperformance mehr als gut funktionieren, zeigen hingegen Mitschnitte von Agnes Obels "Run Cried The Crawling", "The Curse" und vier weiteren Titeln - allesamt eingefangen auf einem Berlin-Konzert der Songwriterin. Doch damit nicht genug. Sein Herzblut in die Hände eines Fremden zu geben, erfordert Mut und Vertrauen. Agnes Obel hat beides bewiesen, indem sie sowohl "Dorian" als auch "Fuel To Fire" begabten Kollegen anvertraute. In der Folge finden sich zwei Interpretationen eben dieser Songs auf der Deluxe Edition von "Aventine". Zum einen widmete sich der Sounddesigner Daniel Matz dem sonst recht fließenden "Dorian" und erbaute aus den einzelnen Spuren ein hölzernes fast mantraartiges Rework, wohingegen "Fuel To Fire" von der Regielegende David Lynch geremixt und in ein düsternes Gewand gesteckt wurde - ganz dem Stil des Altmeisters entsprechend.
"Aventine" gehörte 2013 zu den Glanzstücken der musikalischen Neuerscheinungen. Auch die Deluxe Edition vermag es nun, der aufkommenden Kälte des Herbstes einen Strich durch die Rechnung zu machen, und jene Jahreszeit in einen goldenen Schimmer zu tauchen. Es lohnt sich tatsächlich, noch einmal in diese Version des Albums zu investieren, oder sie zumindest jemandem damit zu erfreuen, der bis dato noch nichts von der sagenumwobenen Agnes Obel gehört hat.
Um abschließend ein CD-Exemplare von Agnes Obels "Aventine (Deluxe Edition)", die uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern,
könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto.
Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder
Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die
entsprechende Lostrommel gelangt.
Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem
Betreff "Agnes Obel" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr
auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)
Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 05.10.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!
Weitere Infos zu Agnes Obel und der Deluxe Edition "Aventine" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account | Review zu "Aventine" auf Kultmucke
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| Agnes Obel |
88 Tasten, davon 52 weiße und 35 schwarze, reihen sich dicht an dicht aneinander. Einmal angeschlagen können sie ein akustisches Spektrum bedienen, das von den markerschütterndsten Tiefen bis zu den schrillsten Höhen reicht. Das Klavier ist eins der beliebtesten Instrumente, die die Musikwelt zu bieten hat. Sein Erfolgsrezept ist dabei simpel und faszinierend zugleich. Satte Akkorde, leichte Melodien und imposante Harmonien, all das lässt sich mit ein paar kleinen Hämmerchen und Saiten erzeugen und kombinieren. Darüber hinaus ist es oft die perfekte Begleitung für Gesänge jeglicher Art. Eine, die nur allzu gern hinter Flügel und Co. Platz nimmt, ist die Dänin Agnes Obel. Mit einfühlsamen Kompositionen, die meist auf dem schlichten Zusammenspiel von Piano und Stimme basieren, erlangte die 1980 in Kopenhagen geborene Songwriterin internationale Bekanntheit. In Deutschland half darüber hinaus auch die geschickte Platzierung einer ihrer Song in der Werbung eines großen Telefonanbieters. 2010 erschien mit "Philharmonics" schließlich das Solodebüt von Agnes Obel. Für dieses hagelte es neben etlichen Auszeichnungen auch wohlwollende Kritiken von allen Seiten. Vor allem die nahezu märchenhafte Ausstrahlung ihrer Stücke wurde dabei zum Markenzeichen der in Berlin lebenden Musikerin deklariert. "Riverside", unser heutiger Klassiker der Woche, untermauert diese Aussage. Das Stück entsendet wohltuende Schwingungen, die die Seele besänftigen. Derweil türmen sich Luftschlösser auf, in denen der Verstand durch lichtbeschienene Säle schreiten und im Walzerschritt auf dem Parkett ein Tänzchen wagen darf.