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Freitag, 20. März 2015

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Adna "Run, Lucifer"

© by Marcus Nyberg
Als eine Art düsteres Schneewittchen des Pops trat die Schwedin Adna im letzten Jahr erstmals in Erscheinung. Es war nämlich 2014, als sie ihr Debütalbum "Night" veröffentlichte, das die Nacht zum zentralen Motiv erklärte und insgesamt neun Geschichten rundum Dunkelheit und Einsamkeit erzählte. Adnas einzigartige Mischung aus Dramatik, Sentimentalität und jugendlicher Weisheit ließ sie derweil zum Liebling vieler meinungsbildender Onlinemagazine aufsteigen und so landete die hübsche Songwriterin in vielen Jahresendlisten auf den vorderen Plätzen, vor allem, was die Rubriken vielversprechender Newcomer betraf. Nun hätte sich Adna auf den geernteten Lorbeeren eine Weile ausruhen und all der Kollaborationsangebote entgegenblicken können, die es oft in Folge erfolgreicher Debüts gibt - doch ist das keineswegs die Art der seit einiger Zeit in Berlin lebenden Sängerin. Im heimischen Neuköllner Schlafzimmer werkelte sie bereits fleißig an neuen Songs und ein paar dieser lassen sich jetzt auf "Run, Lucifer", Adnas zweitem Album, finden.

Mit der Melancholie ist das immer so eine Sache. Wenn man ihr zu sehr verfällt und auf dem ewig gleichen Trübsalsweg wandert, kann die vorerst ergreifende Traurigkeit schnell in eine graue Monotonie umschlagen, die man als Hörer irgendwann nicht mehr auszuhalten vermag und derer man sich dann hastig zu entledigen versucht. Auf "Run, Lucifer" gelingt es Adna jedoch, jenen ermüdenden Pfad zu umgehen, indem sie ihre Songs ganz bewusst von einem gleißenden Licht bescheinen und zahlreiche Reflexionen auf sie einprasseln lässt. Diese neuen Impulse liegen vor allem in dem gezielten Einsatz elektronischer Elemente. Strahlend und majestätisch präsentiert sich da beispielsweise das Intro "Berlin", das auch auf akustischer Ebene verdeutlicht, wie gut das Übersiedeln in die Spreemetropole Adna getan haben muss. Ein neuer Mut, eine erwachsenere Zuversicht durchdringt auch Stücke wie das von zahlreichen Drumbeats angefachte "Lonesome". Und dann ist da diese neue, fast schon nach Erlösung flehende Komponente des Schwermuts, die Adna in das von Kirchengesängen eröffnete "Shiver" oder die Vorabsingle "Living" einfließen lässt. Peitschende Synthies, wummernde Bässe und die imposante Stimme Adnas zeigen eine neue Gewalt innerhalb des Songwritings der Anfang Zwanzigjährigen. "Run, Lucifer" ist Adnas anmutender Tanz mit den eigenen Dämonen und gleichzeitig das wirklich imposante Zweitwerk einer besonnenen Künstlerin.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Adnas "Run, Lucifer", das uns unsere Freunde bei Nordic By Nature zur Verfügung gestellt haben, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Adna" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Montag, der 23.03.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Adna und "Run. Lucifer" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account | KLANGKULT mit Adna
 

Mittwoch, 18. Februar 2015

Gewinnspiel: Champs "Vamala"

© by Josh Shiner
Champs als Bandnamen zu wählen, hat auf den ersten Blick etwas Großspuriges - doch was will man machen, wenn der eigene Nachname nun mal Champion lautet? Die Brüder Michael und David Champion fackelten jedenfalls nicht lange, entledigten sich einiger störender Buchstaben, um eine gewisse Knackigkeit auf den Plan zu rufen, und stellten sich auch auf akustischer Ebene ihrem unausweichlichen Schicksal, nämlich Gewinnertypen zu sein. Nachdem ihnen ihr Debütalbum "Down Like Gold" bereits 2014 einen sicheren Stand innerhalb der europäischen Independentszene verschaffen konnte, legen Camps nur wenige Monate später mit "Vamala" ihr Zweitwerk vor. Leidenschaft und eine nicht abebben wollende Kreativwelle müssen dafür verantwortlich gewesen sein, dass Michael und David Champion schon kurz nach Fertigstellung von "Down Like Gold" erneut zu Instrumenten, Papier und Stiften griffen und zwölf Songs eingängige Stücke erschufen, die durch den Produzenten Dimitri Tikovoi ihren letzten Schliff erhielten.

Der seit Wochen nicht mehr aus der Radiolandschaft wegzudenkende Track "Desire" eröffnet "Vamala" und besticht durch eine leichtfüßige Melancholie, die man sonst nur von Bands wie Hot Chip kennt. Nicht zuletzt aufgrund des androgynen Falsettgesangs passen Champs generell recht gut in das Klischee maskuliner britischer Exportschlager, das von Acts wie alt-J oder den Glass Animals kreiert wurde. Was Champs jedoch von ihren Kollegen unterscheidet, ist der Wille, ihr akustisches Spektrum nicht nur in Gegenwart und Zukunft, sondern auch ganz bewusst in der Vergangenheit, wurzeln zu lassen. Da reihen sich dann plötzlich Lagerfeuersongs namens "Forever Upstanding At The Door" oder ""Send Me Down", das ein Backvocal-Gastspiel der wundervollen Karin Park enthält, an modernere Soundexperimente wie "3000 Miles" oder das synthielastige "Down (Alone On The Avenue)". Textlich wandert "Vamala" derweil von Herzschmerzgefühlen und der Fragilität zwischenmenschlicher Beziehungen bis hin zur Liebe für die vor der Südküste Englands gelegene Isle Of Wight, der Heimat der Champions-Brüder ("Blood", "The Balfron Tower").
Als eins der ungewöhnlichsten Songwriter-Alben seit Langem wird "Vamala" zu einer Art Missing Link zwischen der rauen Ehrlichkeit eines Bob Dylan und der sanften Eleganz von Beach House.



 
Um abschließend ein CD-Exemplar von Champs "Vamala", das uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Champs" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 22.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Champs und "Vamala" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Youtube-Channel  
 

Freitag, 13. Februar 2015

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Carnival Youth "No Clouds Allowed"

© by Karklina
Nachdem wir schon am Mittwoch das Thema unpopuläre Musiknationen, mit der Vorstellung von KEjNUs "Centillion", gestreift haben, wandern wir mit dem lettischen Quartett Carnival Youth nun erneut in ein nur selten vom öffentlichen Interesse begutachtetes Land - vor allem, wenn es um dessen akustischen Output geht. Die Brüder Edgars und Emīls Kaupers sowie ihre Schulkameraden Roberts Vanags und Aleksis Luriņš gehören zu Lettlands junger Independentelite. Von Riga aus versuchen die vier Jungs, die Welt mit ihren energetischen Melodien zu erobern. Dass ihnen das ganz gut gelingen könnte, haben Carnival Youth bereits mit Auftritten auf dem Reeperbahn Festival, dem Waves Vienna oder einer kleinen Deutschlandtour im November des letzten Jahres bewiesen. Zeit für ein erstes Album und das trägt passenderweise den Namen "No Clouds Allowed".

Zuallererst gilt es, die Gardienen zur Seite zu schieben, das Fenster weit aufzumachen und frische Luft und Licht ins Zimmer zu lassen, denn das sind die Grundlagen, die Carnival Youths Debüt "No Clods Allowed" braucht, um wirken zu können. Des Weiteren hilft es, den Volume-Regler der Anlage bis zum Anschlag nach rechts zu drehen. "Never Have Enough" schreit das Eröffnungsstück der Platte und genau das denkt man sich auch nach den ersten paar Takten dieses vergnüglichen Openers. Was ist das nur für ein unglaublich verheißungsvolles Gefühl, das sich im Magen breitmacht, während innerhalb des Songs folkige Strukturen von rockigeren Elementen angespitzt und zu neuen Höhen geführt werden? Ob im Folgenden das verspielte "Octopus", das mit scheppernden Klavierarrangements und an die Cold War Kids erinnernde "Moonboy" oder das mit Trommelrhythmen und Mundharmonikapassagen aufgeladene "Tree by Tree" - "No Clouds Allowed" zelebriert eine liebevolle Freiheit und bricht mit vielen Konventionen, denen sich Newcomeracts sonst gerne einmal fügen. Carnival Youth sind die Produktion ihrer ersten LP langsam angegangen, haben sich selbst von etlichen Zwängen und Ideologien losgesagt und sind stattdessen bedingungslos ihrem Instinkt gefolgt. Das lässt "No Clouds Allowed" nicht nur unheimlich reif daherkommen, sondern macht Stücke wie "Brown Eyes And All The Rest" oder "Words Like Birds" zu echten Hits.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Carnival Youths "No Clouds Allowed", das uns Popup Records zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Carnival Youth" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Dienstag, der 17.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
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Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Carnival Youth und "No Clouds Allowed" gibt es hier:
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Mittwoch, 4. Februar 2015

Gewinnspiel: I'm Not A Band "Oceans"

© by Norman Gadiel
Manchen Bands darf man beim Wachsen zusehen und -hören. Als Stephan Jung vor Jahren I'm Not A Band ins Leben rief, war ihm wohl selbst noch nicht ganz klar, wohin die Reise damit eigentlich gehen würde. Angefacht von seinem unaufhaltsamen Experimentierwillen und begleitet von der Partizipation verschiedener Sängerinnen erschuf der in Berlin lebende Musiker ganz unbedarft ein mit vielen Alleinstellungsmerkmalen versehenes Violinen-Electro-Projekt, das fern von Popacts wie Lindsey Stirling oder David Garrett, jenes klassische Saiteninstrument in ein modernes Gewand zu hüllen verstand. Baute Jung dabei anfangs noch auf die vordergründige Präsenz elektronischer Beats und Sketches, vielleicht auch um Halt im aktuellen Zeitgeist zu finden, legte er diese Gewohnheit zunehmend ab und enthüllte so Stück für Stück die ungefilterte Kraft der Geige. Vorläufiger Höhepunkt ist das Album "Oceans", welches neben eines neuen akustischen Schwerpunkts auch mit ein paar personalpolitischen Änderungen aufzuwarten weiß. Erstmals in der Geschichte von I'm Not A Band gibt es mit Simon Ortmeyer (ebenfalls Frontmann bei The Perfect Pineapple) eine männliche Stimme, die den Gesangspart innerhalb des Duos übernimmt. 

Ein Sprung ins kühle Nass kann belebend sein. Wo "Bandband" noch recht zögerlich an der Klippe zum ausgedehnten Violinenexzess stand, rennt I'm Not A Bands "Oceans" jetzt mit ausgestreckten Armen an seinem Vorgänger vorbei und macht einen weiten Satz in Richtung eines bisher noch unerforschten auditiven Horizonts. Bereits das "Intro" gibt dabei der Geige genug Raum, ihre Magie vollends zu entfalten. In großen Wogen überschwemmt diese den Hörer und zieht ihn zu einem schillernden Klanggrund hinab, an dem Stücke wie "Ocean Heart", "Interlude" oder das finale "Naturae" eine neue Eleganz im Werk von I'm Not A Band beschreiben. Wer nun aber fürchtet, die Band, die laut Namen gar keine sein will, habe an Tanzbarkeit und Ausgeflipptheit verloren, dem seien beispielsweise das mit allerlei technologischem Wunderwerk und Verspieltheit aufgeladene "The Night", das clubtaugliche "Cages" oder das fauchende "Lions" empfohlen. Aber auch die aktuelle Single "Colours", seines Zeichens klares Statement gegen Rassismus, bietet genug Rhythmus, um den Körper in Aufruhr versetzen. Dieser und viele weitere Songs auf "Oceans" machen darüber hinaus deutlich, dass Simon Ortmeyer eine echte Bereicherung für I'm Not A Band darstellt. Denn ob gewollt oder nicht, mit etwas mehr Testosteron an Bord segeln I'm Not A Band zielsicher in Richtung einer vielversprechenden Zukunft. Und so bekommen die Tracks "Into Something New" und "Into Something New Pt. II" einen fast schon prophetischen Beigeschmack.



Um abschließend eins von zwei CD-Exemplaren des neuen I'm Not A Band Albums "Oceans", die uns AdP Records zur Verfügung gestellt haben, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

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Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "I'm Not A Band" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 08.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
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Weitere Infos zu I'm Not A Band und "Oceans" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account | Interview bei Kultmucke

Mittwoch, 28. Januar 2015

Gewinnspiel: All We Are "I Wear You / Honey"

© by Jon Bergman
Es ist mittlerweile zu einem recht häufig zu beobachtbaren Phänomen geworden, dass sich junge Menschen während ihrer Schul- oder Studienzeit zusammentun, um sich auf musikalischer Ebene einmal gehörig auszutoben. Zahlreiche Bands überschwemmen dann in der Folge meist die Undergroundclubs ihrer Heimat- beziehungsweise Universitätsstädte, doch schaffen es leider nur wenige, auch über die Grenzen einer kurzen Sturm- und Drangphase hinaus erfolgreich zu sein.
Der Ire Richard O'Flynn, die Norwegerin Guro Gikling und der Brasilianer Luis Santos lernen sich an der University of Liverpool kennen. Angeheizt von der fast schon greifbaren und omnipräsenten akustischen Geschichte der am Fluss Mersey gelegenen Metropole, formiert sich das Trio unter dem Namen All We Are. Diesen Freitag erscheint mit "All We Are" das selbst betitelte Debütalbum der Band via Domino Records.


Melancholisch und verträumt scheppert das Piano zu Beginn des Eröffnungsinstrumentals "Intro" und deutet an, was sich auch im weiteren Verlauf des Erstlingswerkes von All We Are bestätigen soll - nämlich dass es sich dabei um eine wundervoll stimmige Coming-Out-Of-Age-Platte handelt. Angereichert mit härteren Beats und Gitarrenriffs greift "Ebb/Flow" den sanften Schwermut des Openers auf und formt daraus einen eingängigen, modernen Popsong. Die Gesangseinlagen von Sängerin Guro und ihren beiden Kollegen harmonisieren derweil auf fast schon magische Art und Weise. Intim, verführerisch und in perfekter Balance. Songs wie "Go" oder "Something About You" gelingt es genau dadurch, sich zu gefühlvollen Balladen aufzuschwingen, während "I Wear You", "Honey" oder "Feel Safe" den Hörer unter die Discokugel schleifen, um dort eng umschlungen mit ihm zu tanzen. Und dann gibt es da noch diesen B-52's-Moment, und zwar wenn Guro innerhalb des funkigen "Keep Me Alive" zu einer energiegeladenen Bridge ansetzt, die verdeutlicht, dass die hübsche Blondine wesentlich mehr Rock und Rotzigkeit in ihrer Stimme hat, als man ihr vielleicht anfangs zugetraut hätte. "All We Are" vereint in bester Manier Dream Pop à la Beach House mit griffigen Alternative-Klängen und spannenden Folk-Sketches. 


   
Um abschließend ein 7"-Vinyl von All We Ares Split-Single "I Wear You / Honey" zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "All We Are" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 01.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
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Viel Erfolg!

Weitere Infos zu All We Are und ihrem Debütalbum gibt es hier:
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Mittwoch, 21. Januar 2015

Happy Birthday - Klappe die Dritte

Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Unglaublich, wie die Zeit zu fliegen beginnt, wenn man sie mit Musik füllt - und genau das haben auch wir in den letzten 12 Monaten wieder exzessiv getan. Zahlreiche Songs und Alben sind in diesem Zuge durch unsere Hände geglitten, landeten in CD-Playern, auf Plattenspielern oder dudelten aus den Lautsprechern unserer Laptops. Wie immer versuchten wir, jene Tonträger mit kritischem Ohr zu sichten und zu bewerten, um schließlich diejenigen herauszupicken, die man keinesfalls verpassen sollte. Dabei war es schön zu sehen, wie ihr, liebe Leser, auf unsere Beiträge reagiert habt - ob bei Facebook, hier auf der Website oder via Mail. Am Ende lebt ein Blog oder Online-Magazin, wie es auch "E1NEN HAB ICH NOCH..." ist, nämlich von der Kommunikation und Interaktion mit weiteren Menschen hinter ihren Bildschirmen. Dafür möchten wir uns bedanken. Genauso wie bei unseren Promo- und Labelpartnern, die uns immer wieder mit interessanten akustischen Neuheiten versorgen, den Musikern, die für diesen verantwortlich sind, unserem Kooperationspartner Kultmucke, mit dem wir im Dezember erneut einen wunderbaren Sampler namens "Kultverdächtig II" realisert haben, und allen Personen, die an unsere Vision geglaubt haben.
Für das kommende Jahr planen wir ein paar größere Veränderungen. Ihr dürft also gespannt sein. Bis dahin genießt unser neues Design und unsere Artikel, die in den nächsten Tagen in gewohntem Rhythmus zurückkehren werden.
Und nun feiern wir! Zum einen, indem wir euch Reba Haskos "Happy Birthday", welches sie 2014 exklusiv für unseren zweiten Geburtstag aufnahm, 14 Tage lang zum Gratis-Download anbieten.



Doch damit nicht genug! Auch zu unserem dritten Ehrentag konnten wir eine großartige Künstlerin für uns gewinnen. Die charmante Französin Elise Mélinand beschert uns mit ihrem "Happy Birthday" einen verträumten und unglaublich feingliedrigen Ohrenschmaus, an dem ihr euch fortan auf unserem Soundprofil erfreuen könnt.



Mittwoch, 29. Oktober 2014

Gewinnspiel: Stars "No One Is Lost"

© by Shervon Lainez
Wenn die Nacht hereinbricht, fangen die Sterne am Himmel an zu leuchten und funkeln entlang des gesamten Farbspektrums. Ähnliches passiert, wenn man eine der vielen Platten von Stars auflegt. Mithilfe dieser lassen sich nämlich die unterschiedlichsten Gefühlzustände, die ein Mensch durchleben kann, nahezu perfekt vertonen. Von der puren Euphorie bis hin zur leisesten Melancholie - für fast jede Stimmung kann man im Repertoire der kanadischen Band ein passendes Songäquivalent finden. Immerhin haben Torquil Campbell, Amy Millan, Evan Cranley, Chris Seligman und Patrick McGee im Laufe ihres 15-jährigen Bandbestehens eine recht umfangreiche Diskografie angehäuft. Zu dieser gehören neben dem charmanten Debüt "Nightsongs" (2001) auch die gefeierten Alben "Set Yourself On Fire" (2004), "In Our Bedrooms After The War" (2007) oder das opulent aufgeladene "The North" (2012). Schneller als gedacht folgt mit "No One Is Lost" das siebente Studioalbum des Quintetts.

Der Umgang mit Verlust und ausschweifende Partystimmung - was einen recht konträren Eindruck macht, erfährt auf "No One Is Lost" die direkte Nähe zueinander. Nachdem sich auf jede der bisherigen Platten der Stars auch immer wieder private Themen mogeln konnten, blieb auch ihr neustes Werk von den alltäglichen Geschehnissen der fünf Bandmitglieder nicht unbeeindruckt. Auch wenn der Plan ursprünglich einmal den Verzicht darauf vorsah. Zur Produktion der elf neuen Stücke machte es sich das Erfolgsgespann in den ehemaligen Proberäumen der Handsome Furs in Montreal gemütlich. Eine Etage weiter unten tobte derweil das Leben im Club The Royal Phoenix. Während ein vorrangig homosexuelles Publikum sich dort der völligen Ekstase hingab, ließen sich Stars von den sanften Impulsen anstecken, die durch den Boden ihres neuen Domizils drangen... oder waren das nur die Beats aus den Anlagen des Royal Phoenix? Feststeht, dass "No One Is Lost" ein loderndes und buntes Album geworden ist. Kleine Einsprecher geleiten in kontinuierlichen Abständen zu Synthieexplosionen und wummernden Drum-Beat-Passagen, wie zum Beispiel beim hymnenartigen Opener "From The Night", dem schillernden "You Keep Coming Up" oder dem rockigen "Trap Door". Zwischen die vorangig im Up-Tempo-Bereich verorteten Titel mischen sich aber - ganz nach alter Stars-Manier - auch immer wieder gediegenere Tracks. So entzücken vor allem "No Better Place" und das von einem scheppernden Klavier getragene "What Is To Be Done?" durch ihren nachdenklichen Charakter. Nicht unerwähnt sollte auch das infantile "Turn It Up" bleiben das M.I.A.s "Paper Planes" echte Konkurrenz macht.
"No One Is Lost" schafft es, die Herzen seiner Hörer auch im langsam fröstelnden Herbst noch einmal gehörig anzufeuern.



Um abschließend ein CD-Exemplare von Stars "No One Is Lost", das uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 02.11.2014.
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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Gewinnspiel: The Ting Tings "Super Critical"

© by Pablo Axpe
Ist "Einen hab ich noch..." tatsächlich schon so alt geworden, dass wir nun die ersten Nachfolgealben zu jenen Platten präsentieren dürfen, deren Reviews unsere ersten Blog-Einträge bildeten? Ja! Im Februar 2012 veröffentlichten The Ting Tings ihr Zweitwerk "Sounds From Nowheresville", das zwar nicht an den Erfolg ihres Debüts "We Started Nothing" (2008) anknüpfen konnte, dennoch aber recht gut als kurzweiliges Hörvergnügen funktionierte. Nachdem sich Katie White und Jules De Martino auf "Sounds From Nowheresville" vom Indiepop klar in eine kantigere und alternativere Richtung bewegt hatten, wagen sie nun mit "Super Critical" den Sprung unter die Discokugel. Passenderweise entstanden die neun neuen Songs dann auch noch auf Europas Partyinsel Ibiza. Aufgetankt von der Sonne des Mittelmeers und mit einer ordentlichen Portion Glitzer versehen wirkt "Super Critical" zugänglicher als die Tür vieler Nachtclubs.

Man muss fast ein wenig an Kelis "Sould Food" denken, wenn "Super Critical" das gleichnamige Album von The Ting Tings eröffnet. Funkige Trompetenchöre, ein vom Groove angeheizter Beat und dazu der betont lässige Gesang von Katie White - all diese Elemente haben wenig mit dem Sound zu tun, den man von The Ting Tings langläufig gewohnt war. Doch wollte das Duo mit "Super Critical" eben ganz bewusst zu den Anfängen der elektronischen Tanzmusik zurückkehren, die in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern zu verorten sind. Titel wie "Wrong Club", "Doi It Again" oder "Green Poison" klingen dann wie tonale Abziehbilder eines Frankie Knuckles oder einer gerade populär werdenden Blondie. Nur wo bleiben da The Ting Tings? Haben sie sich hinter dem fast schon nervtötend dancigen "Failure", dem mit Kinderschrei-Samples versehenen "Daughter" oder der Zuckerwatten-Ballade "Wabi Sabi" versteckt? Die Konzeptlastigkeit von "Super Critical" raubt der Platte leider ein wenig ihre Glaubwürdigkeit, auch wenn sie prinzipiell zum Mitwippen animiert.



Um abschließend ein CD-Exemplare von The Ting Tings "Super Critical", das uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 19.10.2014.
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Freitag, 3. Oktober 2014

Album-Vorstellung: Imogen Heap "Sparks"

Imogen Heap geht gern unkonventionelle Wege innerhalb ihrer Karriere. Man darf sie wohl ruhigen Gewissens als eine der letzten wirklichen Ausnahmekünstlerinnen der Branche bezeichnen. Die sympathische Engländerin versteht es, stets mit ihren Visionen und Ideen zu überraschen. Ihr Debüt "iMegaphone", dessen Titel als Anagramm aus ihrem Namen verstanden werden darf, präsentierte 1998 eine junge Imogen Heap, die voller Tatendrang zur Revolution des Pops aufrief. Nach einem Gastspiel an der Seite von Guy Sigsworth (Frou Frou) verabschiedete sich Miss Heap dann jedoch recht schnell von den gängigen Marketingstrukturen der Industrie, verpfändete ihr Haus und spielte mit dem daraus resultierenden Geld ihr Erfolgsalbum "Speak For Yourself" ein. Plötzlich folgte der internationale Durchbruch, der laut Aussagen der Sängerin eventuell der Tatsache geschuldet sein könnte, dass der Track "Hide and Seek", von eben dieser Platte, zwar in einer Folge der Erfolgsserie "The O.C." verwendet, jedoch nicht in den entsprechenden Credits gelistet wurde. "Die Leute mussten somit nach mir suchen", sagt Imogen Heap, "und sich mit meiner Arbeit wirklich auseinandersetzen." 2009 folgte dann das mit einem Grammy ausgezeichnete "Ellipse" und in den letzten vier Jahren vereinzelt Tracks, die allesamt nicht in ein einheitliches Muster zu passen scheinen wollten und nun doch ein Zuhause in dem vierten Studioalbum Imogen Heaps, "Sparks", finden.

Ein einziger Funke kann dazu führen, dass ein gesamter Wald niederbrennt. Ein einziger Funke kann aber auch Leben retten, indem er im richtigen Moment Wärme und Energie spendet. "Sparks" vereint wohl beide Charakteristika in sich. Hört man sich beispielsweise "Lifeline" an, zu dessen Beginn ein Streichholz entzündet wird, spürt man einerseits die ungeheure Kraft, mit der die Komposition Raum einnimmt, und andererseits lassen sich zahlreiche feine Details identifizieren, die das Stück auflockern und ihm Struktur verleihen. Es war auch genau dieser Track, für den Imogen Heap ihre Fans um Aufnahmen der unterschiedlichsten Geräusche bat, von denen sie dann schließlich einige in das Gerüst des Songs integrierte. Mit ihrem Faible für akustische Technologien jeglicher Art und dem unbedingten Willen, ihre Umgebung komplett aufsaugen und wieder und wieder in ihr Songwriting einfließen zu lassen, erschafft Imogen Heap Musik fernab eines gängigen Verständnisses. Zudem wandert "Sparks" munter an dem Gesamtwerk der 36-Jährigen entlang, streift mit "You Know Where To Find Me" die pianolastigen Wurzeln der Musikerin, erinnert mit "Me The Machine" an ihre Soundtrackarbeiten für Filme wie "Die Chroniken von Narnia", greift mit "Propeller Seeds" die Atmosphäre von "Ellipse" auf und stürzt mit "Run-Time" in die Experimentierfreude eines "Must Be Dreaming". Dazu gesellen sich dann noch asiatische Einflüsse ("Cycle Song", "Minds Without Fear", "Climb To Sakteng", "Xizi She Knows") und Sprechgesänge ("Neglected Space", "Telemiscommunications", "The Listening Chair"). Imogen Heap greift mit "Sparks" erneut in die tonale Trickkiste und erweitert den Begriff der akustischen Grenzenlosigkeit - eine sehr kurzweilige Platte, die wirklich Spaß beim Hören macht.



Freitag, 29. August 2014

Album-Vorstellung: Jennie Abrahamson "Gemini Gemini"

© by Paulina Persson
Musik aus dem hohen Norden ist oft rau und kantig. Die dort ansässigen Künstler scheinen es zu lieben, mit ihren Stücken einem ganz eigenwilligen, unbändigen Stil zu folgen, der durchaus schon mal dazu führen kann, dass man sich als Hörer völlig überfordert fühlt - als stünde man beispielsweise vor einem riesigen Eisberg und wisse nicht, wie man diesen umgehen, geschweige denn, bezwingen könne. Etwas anders verhält es sich da mit den Kompositionen der Schwedin Jennie Abrahamson. Durchflutet von Licht und Wärme werden diese zu einer Art seidenem Schal, der auf der Reise durch den Winter Gemütlichkeit spendet. Binnen weniger Jahre schaffte es die hübsche Sängerin, sich einen Namen in ihrer Heimat und dem angrenzenden Ausland zu machen. Jüngst reiste sie dann im Gepäck von Altrocker Peter Gabriel um die ganze Welt und hinterließ vielerorts einen bleibenden Eindruck. Mit "Gemini Gemini" veröffentlicht Jennie Abrahamson heute ihr bereits viertes Studioalbum, das im Zyklus eines ganzen Jahres entstand, und mit Ane Brun, Nina Kinert, Linnea Olsson und dem Produzenten Johannes Berglund, ein paar recht prominente Mitwirkende vorweisen kann.

Schneeflocken, die sich im Spiel der Sonnenstrahlen brechen, zarte Wellen auf einem ruhenden Weiher, ein Reh, das vorsichtig durch das knackende Unterholz springt - "Gemini Gemini" beschwört zahlreiche Bilder herauf, die in eine Szenerie geleiten, bei der jeder einzelne Atemzug in der Stille zu vernehmen ist. Die Produktion von Songs wie "Snowstorm", dem gleißenden "Dance With Me" oder "Lake Geneva" veranlasst dazu, sich mit dem Phänomen der Perfektion auseinandersetzen zu müssen - so glatt, so makellos wirken die Oberflächen der Stücke. Jedoch, ohne dabei gefällig zu sein. Jennie Abrahamson gelingt es, eine akustische Nische zu besetzen, deren Existenz überhaupt nicht bekannt war. Unverblümt stellt die Songwriterin dramatische Einflüsse der Eighties ("Phoenix", "Wolf") neben vor sich hin rieselnde Dreampop-Texturen ("Entity", "Wild Is The Heart") und traditionellere Impulse ("The War", "Let's Have A Child"). Die Koexistenz von Minimalismus und Opulenz hat man in dieser Form selten gehört. Und das scheint Jennie Abrahamsons Erfolgsrezept zu sein. "Gemini Gemini" wagt eine Romanze mit dem Kitsch, ohne sich jedoch von ihm überwältigen zu lassen. Pop 2.0.


Freitag, 22. August 2014

Album-Vorstellung: The New Pornographers "Brill Bruisers"

© by Beggars Group
Kaum zu glauben, dass es eine Band wie The New Pornographers wieder und wieder schafft, sich zu treffen und ein Album aufzunehmen. Warum ist das erstaunlich? Nun, die einzelnen Mitglieder der New Pornographers sind allesamt viel beschäftigte Musiker, die erfolgreiche Solokarrieren verfolgen, beziehungsweise darüber hinaus in zahlreiche weitere Projekte verwickelt sind. Da wäre zum einen Frontmann, Sänger und Songwriter Allan Carl Newmann, der in den Neunzigern mit der Gruppe Zumpano erste Erfolge feierte und seitdem kaum noch aus der kanadischen Indieszene wegzudenken ist. Er ist der Dreh- und Angelpunkt der New Pornographers und sorgt regelmäßig dafür, dass sich seine Supergroup gemeinsam im Studio versammelt. Neben ihm sind es dann allem voran aber auch Daniel Bejar, das Gesicht hinter Destroyer, und die Königin des Alternative Country, Neko Case, die The New Pornographers zu einem der beliebtesten Power-Pop-Exporte gemacht haben. Zusammen mit ihren Kollegen Kathryn Calder, John Collins, Kurt Dahle, Todd Fancey und Blaine Thurier veröffentlichen sie heute ihr sechstes Werk, das den Namen "Brill Bruisers" trägt.

"Brill Bruisers" steckt, genau wie seine Vorgänger, voller Euphorie und Energie. Eine Platte, die Kummer und Sorgen binnen weniger Takte wegbläst, und stattdessen optimistisch zum Tanz in die Zukunft bittet. Das titelgebende Eröffnungsstück "Brill Bruisers" beispielsweise, mit seinen eingängigen Chorgesängen und rockigen Beats, schafft es, den Hörer in einen bunten Rausch aus Tönen und Farben zu versetzen, der dann auch während der weiteren zwölf Tracks nicht enden möchte. Die neue Scheibe der New Pornographers ist rastlos, schnell und kurzweilig. Selbst vermeintliche Balladen wie das liebliche "Spidyr" oder "Champions Of Red Wine" können sich der Betriebsamkeit von "Brill Bruisers" nicht entziehen und schließen sich, selbst wenn es ihre Anfänge nicht unbedingt vermuten ließen, schon kurze Zeit später dem wütenden Soundfeuerwerk an, das charakteristisch für dieses Album ist. The New Pornographers mögen älter geworden sein - dürften mittlerweile vielleicht sogar als Rentner der Branche bezeichnet werden - aber dass ihre jüngeren Mitstreitern sie einholen könnten, brauchen sie dennoch nicht befürchten. Und zwar Dank der einzigartigen Harmonie, die das Oktett von jeher auszeichnete.



Donnerstag, 31. Juli 2014

Album-Vorstellung: Angus & Julia Stone "Angus & Julia Stone"

Angus & Julia Stone
2006 veröffentlichte ein australisches Geschwisterpaar seine erste EP, die den Namen "Chocolates and Cigarettes" trug - eine verspielte Songwriter-Platte. In den darauf folgenden Jahren konnten sich Angus & Julia Stone erfolgreich im internationalen Musikgeschehen platzieren. Kritiker schätzten sie für ihre ausgefallenen Melodien und ihre teils eigenwilligen Gesangspassagen, Fans hingegen verliebten sich in den spröden Charme der in Sydney aufgewachsenen Stones. Ungebunden, frei und authentisch. Das Debütalbum "A Book Like This" und das 2010 erschienene "Down The Way" pflasterten im weiteren Verlauf den Erfolgsweg von Angus & Julia Stone und sorgten vielerorts für Charterfolge und ausverkaufte Konzerte. Doch was tut man, wenn man immer mit dem jüngeren Bruder oder der älteren Schwester assoziiert wird? Wenn man kaum noch als eigenständiger Musiker wahrgenommen wird? Richtig! Man veröffentlicht ein Soloalbum oder auch zwei. Sowohl Julia als auch Angus taten dies mehr als erfolgreich und konnten somit aller Welt beweisen, dass sie auch getrennt voneinander etwas zum allgemeinen Kulturgut beizutragen hatten. Julias "The Memory Machine" und "By The Horns" wurden dabei vom Publikum genauso wohlwollend aufgenommen wie Angus "Broken Brights" - dokumentierten die Platten doch auch die jeweiligen akustischen Präferenzen der Geschwister.

"Angus & Julia Stone"
Nachdem es keine weiteren Pläne für neue Aufnahmen als Duo gab, war es ausgerechnet der legendäre Produzent Rick Rubin, der sich einen Zahn daran ausbiss, Angus & Julia Stone wieder gemeinsam ins Studio zu bringen. Rubin verließ sich dabei vor allem auf die natürliche Kompatibilität der beiden Musiker und führte sie einfach derart oft zusammen, dass sie irgendwann nicht mehr anders konnten, als wiedervereint zu ihren Instrumenten zu greifen. Manche Verbundenheiten lassen sich nun mal nicht verleugnen. So kam es, dass Angus & Julia Stone 13 Songs ausarbeiteten, die dann in Rubins Shangri La Studios eingespielt wurden. Wie bereits bei ihren vergangenen Releases verließen sich die Stones dabei auf getrenntes Songwriting, kamen allerdings irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich derart mit den Ideen ihres Gegenübers beschäftigten, wie sie es zuvor noch nie getan hatten. Demnach war "Angus & Julia Stone" als Titel der Platte eine sich geradezu aufdrängende Konsequenz.
"A Heartbreack" eröffnet "Angus & Julia Stone" und fungiert im Zuge dessen auch gleich als tonaler Leitfaden. Wesentlich folkiger und auch deutlich mehr dem Country zugewandt, im Vergleich zu "A Book Like This" oder "Down The Way", präsentiert sich das neue Werk der Australier. Beim ersten Hören kann dies recht schnell zu einem Gefühl von Belanglosigkeit führen - wirken die vormaligen Kanten des Duos hier nun erstaunlich geschliffen. Jedoch ist "Angus & Julia Stone" keinesfalls als Hintergrundmusik für Cafés oder Kneipen gemacht. Man muss sich mit diesem Album auseinandersetzen. Plötzlich entfalten dann Tracks wie "My Word For It", "Heart Beats Slow", "Little Whiskey" oder das finale "Crash And Burn" eine ungeahnte Kraft, wohingegen sich ein "Death Defying Acts" oder "From The Stalls" als stille Balladen, voll bittersüßer Schärfe, entpuppen. Zum absoluten Highlight auf "Angus & Julia Stone" mausert sich, neben Hits wie "Grizzly Bear" und  "Other Things", das zurückgenommene "Please You". Eine unter die Haut gehende Nummer, die durch eine unglaubliche Spannweite überrascht.
Mit 13 Titeln und einer Spieldauer von fast 60 Minuten ist "Angus & Julia Stone", in Zeiten von Minimalismus und Schnelllebigkeit, ein recht umfangreiches Album. Allerdings können wir mit ruhigem Gewissen sagen, dass keine einzige Sekunde davon verschwendet ist.



Freitag, 2. Mai 2014

Album-Vorstellung: Lykke Li "I Never Learn"

Lykke Li
Es ist schon eine Weile her, da machte ein junges Fräulein mit zuckersüßen Hymnen, denen man jedoch einen gewissen bitteren Nachgeschmack nicht absprechen kann, auf sich aufmerksam. 2008 eroberten Lykke Lis "Youth Novels" die Herzen und Abspielgeräte zahlreicher Hörer. Doch seitdem ist viel passiert. Unter den Fittichen von Peter Bjorn And Johns Björn Yttling entfaltete die Sängerin ein gewaltiges Potenzial, flog hoch hinauf in den Pophimmel und lieferte mit "Wounded Rhymes" (2011) einen fulminanten Nachfolger für ihr gefeiertes Debüt ab, der obendrein noch die internationale Hitsingle "I Follow Rivers" enthielt. Wie geht man nun mit dem Erfolgsdruck um, wenn alle Welt schon darauf wartet, dass man mit neuem Material erneut in den Ring steigt, um sich gegenüber seinen Konkurrenten zu behaupten? Lykke Li besann sich auf die Tatsache, dass sie es vermutlich nie allen recht machen können wird und fand mithilfe von Meditation und Poesie zurück zu sich selbst und zu den Geschichten, die noch in ihr schlummerten. Anstatt zudem auf die sich stapelnden Angebote von Produzenten und Plattenfirmen einzugehen, blieb sie ihrer bisherigen Arbeitsweise treu und kehrte zurück in die Arme von Björn Yttling, der gern ein weiteres Mal mit der hübschen Schwedin zusammenarbeitete. "Unsere Beziehung ist wirklich seltsam und mächtig zugleich. Wir kommen nicht immer miteinander klar. Er will mich oft in die eine Richtung ziehen, ich ihn in die andere. Wir kämpfen viel und treffen uns dann irgendwo in der Mitte. So entsteht ein guter Song. Wir fordern einander heraus.", verriet Lykke Li unseren Freunden von Pink-Pong jüngst in einem Interview.

"I Never Learn"
Insgesamt entstand jedoch nicht nur ein guter Song. Nein, "I Never Learn", das dritte Album der mittlerweile 28-jährigen Songwriterin, hält insgesamt neun Tracks bereit, die allesamt ihre ganz eigenen Reize haben. Wer allerdings ein weiteres "I Follow Rivers" auf "I Never Learn" zu finden versucht, wird recht schnell merken, dass Lykke Li sich von dem aufbegehrenden Revoluzzergeist ihrer "verwunderten Reime" verabschiedet hat, um zu einer pathoslastigeren Schwere überzusiedeln. Schon der Opener "Never Learn" hängt der anfänglichen Leichtigkeit, spätestens mit Einsetzen des Gesangs, ein paar melancholische Gewichte an. Lykke Li befindet sich in einem Alter, das in letzter Instanz das Erwachsensein einläutet - mitsamt all seinen Verpflichtungen und Gefühlszuständen. Was es bedeutet, eine Liebe zu verlieren, macht schließlich "No Rest For The Wicked" deutlich. In dem Stück singt sich Lykke Li von ihren Schuldgefühlen frei und setzt zu einem tiefen Atemzug an, in dessen Sog man sich nur allzu schnell verlieren kann. Auch "Just Like A Dream" besticht durch seine Weitschweifigkeit, die nahezu jeden Winkel der Traurigkeit ausleuchtet.
"Mit einem Fuß stand ich dann im Blues, während der andere an der Grenze zum Psychedelischen verortet war. Genau so sollte es sein, ich wollte stets, dass sich Bekenntnis und Traum vermischen."
So hinterlässt "Silver Line" einen transzendenten Eindruck und darf definitiv zu den Highlights auf "I Never Learn" gezählt werden. "Gunshot" hingegen wartet auf der Mitte des Longplayers mit einer düsteren Gewalt auf, die sich wie ein Schatten verbreitet und schließlich Feuer fängt. Nach jener Verwüstung baut der Lo-Fi-Track "Love Me Like I'm Not Made Of Stone" auf kargem Boden und erinnert an die vielen schönen Demos, die der eine oder andere vielleicht noch aus den Anfängen von Lykke Li kennt. "Never Gonna Love Again" bedient sich einer Soundästhetik, die fast an die der großen Schnulzen aus den Neunzigern heranreicht. Und auch "Heart Of Steel", mit seinem opulenten Chorgesängen im Refrain, hätte man normalerweise nicht unbedingt einer Lykke Li zugeschrieben. Doch sorgen bei jenem Song die geschickten Arrangements, welche sich durch den Einsatz vieler Percussions und nachhallender E-Gitarrenriffs auszeichnen, gerade noch für die Verankerung im Hier und Jetzt. Nach zwei nicht ganz so starken Nummern bildet aber "Sleeping Alone" ein sehr hübsches Finale. Sensibel und mit interessanten melodischen Wirrungen und Irrungen.
"I Never Learn" ist anders als das, was Lykke Li uns bisher präsentiert hat. Man merkt den Titeln der Platte an, dass sie der Feder einer gereiften Frau entstammen und so dürfen wir teilhaben an der Metamorphose der Lykke Li.

"Mein drittes Album zu machen, war meiner Meinung nach die schlimmste und beste Zeit zugleich."



Freitag, 25. April 2014

Album-Vorstellung: FM Belfast "Brighter Days"

FM Belfast
Bunt, aufgedreht und fröhlich. Als Knallbonbon der isländischen Musikszene haben sich FM Belfast seit ihrer Gründung im Jahr 2005 etablieren können. Aber auch weit über die Grenzen des Inselstaates hinaus schätzt man Árni Rúnar Hlöðversson, Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir und ihr Gefolge für ihre unbändige Vitalität und Ausgelassenheit. Wer einmal ein Konzert der Band besucht hat, der wird dies nur schwer wieder vergessen können. Da kraucht das Publikum schon mal über den Boden, springt kräftig in die Luft, wird mit Konfetti beschossen oder singt lauthals im Chor, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Auftritte von FM Belfast sind legendär. Kein Wunder also, dass sie mühelos große Hallen fern der eigenen Heimat zu füllen vermögen. Im Gepäck hat die Formation dabei stets ein Sammelsurium an erquicklichen Sounds, die sowohl aus den Genres Electro, Pop und Indierock stammen. Selbst Tanzmuffel können da meist nicht widerstehen und fangen schon nach wenigen Takten an, mit ihrem Popo zu wackeln und den Kopf munter auf und ab zu bewegen. Nachdem sie sich 2008 mit ihrem Debüt "How To Make Friends" erste Freunde gemacht haben, und drei Jahre später mit "Don't Want To Sleep" erklärten, dass sie noch lange nicht müde seien, wird es für FM Belfast nun Zeit für bessere Tage. Bessere Tage? Wie soll man das nach diesem Karrierestart denn verstehen? Nun, sehen wir es als augenzwinkernde Floskel, denn schön war die Zeit mit FM Belfast schon immer.

"Brighter Days"
"Brighter Days" heißt, wie zuvor angedeutet, das dritte Werk von FM Belfast. Und allen Regeln in Bezug auf Abwechslung zu trotz, bleibt die Truppe dabei ihrer Devise treu und bestückt die Platte selbstsicher mit einer weiteren Aneinanderreihung von Up-Tempo-Nummern. Allesamt buhlen diese um den Hüftschwung ihrer Zuhörer. Bei vielen anderen Acts wäre diese Hartnäckigkeit, am eigenen Stil festzuhalten, wohl schiefgegangen oder hätte zumindest zu einer gewissen Langeweile geführt, bei FM Belfst wird aus der Pflicht jedoch schnell eine Kür, die beweist, dass Musik von solch sprudelnder Energie keine Erschöpfung kennt. Ob das titelgebende Eröffnungsstück "Brigther Days", das kribbelnde "Ears" oder das schnippige "Non Believer" - die zehn Tracks auf der neuen Scheibe haben verstanden, wie Tanzmusik im Jahre 2014 klingen muss. Selbst, wenn man dann doch kurz schmunzeln muss, während der fast schlagerartige Beat von "The End" auf eine gewisse Nineties-Ästhetik trifft, irgendwie funktioniert diese seltsame Kombination dann am Ende doch wieder. Dürfen FM Belfast denn alles? Mhm, mit der geballten Kraft erfahrener Musiker - die Mitglieder sind, wie Múms Örvar Þóreyjarson Smárason, schließlich alle noch in andere erfolgreichen Projekte involviert - scheint man auf jeden Fall eine gewisse Narrenfreiheit genießen zu dürfen. Drehen wir nun also die Volume-Knöpfe unserer Anlagen bis zum Anschlag und feiern genüsslich Songs wie das schrille "DeLorean". Traurig sein kann man auch noch wann anders!


Montag, 14. April 2014

Klassiker der Woche Nr. 92

Sally Seltman alias New Buffalo
Während die Australierin Sally Seltman sich voll und ganz dem Songwriting ihres zweiten Solo-Albums "Somewhere, Anywhere" (2007) widmet, hört sie in ihrer Freizeit häufig, ja nahezu in Dauerschleife, Feists Meisterwerk "Let It Die" (2004). Mehr und mehr infizieren die gekonnt arrangierten Melodien der Kanadierin ihre Kollegin, bis diese schließlich zu einer klaren Erkenntnis gelangt. "Sally's Song", ein Produkt zahlreicher Tage und Nächte des Komponierens, sollte eigentlich "Feist's Song" heißen. Zu deutlich hat sich der Geist Leslie Feists in jede einzelne Faser des Stückes verstrickt. Wenige Zeit später überschlagen sich die Ereignisse. Feist tourt quer über den Kontinent der Kängurus und Koalas und sucht nach einem passenden Support für ihre Shows. Sally Seltman, die unter den Namen New Buffalo aktiv ist, wird engagiert und begleitet ihr großes Idol auf deren Konzertreise. Nun damit nicht genug. In ihrer Tasche hat sie stets den Entwurf von "Sally's Song", um diesen, in einem schwachen Moment der Überwindung, an Feist weiterzureichen. Und das tut sie schließlich auch. Feist ist begeistert, pfeilt hier und da noch ein wenig an dem Stück, um es dann schließlich als "1234" auf "The Reminder" (2007) zu veröffentlichen. Mit Hilfe einer gekonnt eingefädelten Platzierung in einer internationalen Werbekampagne erlangt der Track schließlich Weltruhm. Pech, könnte man nun sagen. Da steht Sally Seltman und hat den Durchbruch einer anderen überlassen. Der Erfolg von "1234" zahlt sich jedoch in doppelter Hinsicht auch für seine Schöpferin aus. Zum einen ist es fraglich, ob "Sally's Song" jemals ein Hit geworden wäre, zum anderen heimst Sally Seltman in der Folge etliche Nominierungen und Preise als Songwriterin ein. Dass sich ihre eigenen Arbeiten allerdings keineswegs hinter denen von Leslie Feist verstecken müssen, das wird einem deutlich, wenn man sich den Stücken der blonden Schönheit widmet. "Cheer Me Up Thank You", unser heutiger Klassiker der Woche, ist dabei nur einer von vielen wundervollen Tracks, die die heute 38-Jährige im Laufe ihrer Karriere geschrieben und eingespielt hat.



Freitag, 7. März 2014

Album-Vorstellung: Fránçois & the Atlas Mountains "Piano Ombre"

Frànçois & the Atlas Mountains
Was ist das nur mit diesem Frankreich? Immer wieder beeindruckt es die Menschen. Verführt sie mit seiner romantischen Ader und seinem einzigartigen Charme. Einen Anteil an jener magnetischen Anziehungskarft darf sicherlich auch die französische Musik auf ihre Kappe beziehungsweise Baskenmütze nehmen. So sind es nicht zuletzt die typischen süßen und unwiderstehlichen Melodien, welche Gefühle der Freude und des Glücks in vielen frankophilen Bewunderern wecken. Fránçois Marry und seine Band The Atlas Mountains zählen zu einer Gruppe junger, popafiner Singer Songwriter, die den Ruf ihrer Heimat nur allzu gern über deren Grenzen hinaustragen. Mit "E Volo Love" starteten sie 2012 als Band durch und machten sich in ganz Europa einen Namen. Vor allem die Kombination aus klassischen Chansons, Britpop und afrikanischen Rhythmen verlieh Fránçois & the Atlas Mountains dabei einen hohen Wiedererkennungswert. Nun, zwei Jahre später, gibt es mit "Piano Ombre", eine wesentlich gesetztere und fokussiertere Zugabe zu "E Volo Love". Thematisch hat sich das neue Album von Fránçois & the Atlas Mountains dem Umgang mit Schwierigkeiten und Hindernissen sowie deren Bewältigung verschrieben.

"Piano Ombre"
Die Zeiten des Sturm und Drangs scheinen vorüber. Hatte "E Volo Love" noch diesen Hauch von Hyperaktivität und Rastlosigkeit an sich, besticht "Piano Ombre" durch seine innere Ruhe. Majestätisch und anmutig eröffnet der Opener "Bois" die Platte. Schwere Trommelbeats, satte Bläserchöre und ein nahezu hypnotisierender Gesang machen das Stück zu einem Sinnbild für Geheimniskrämerei. Vieles scheint verborgen.Verborgen in der Dunkelheit und Schattenwelt. Doch wenn man sich ein wenig damit befasst, welche Schicksalsschläge Fánçois Marry in jüngster Vergangenheit zu verarbeiten hatte, kann man ihm diesen kurzen Moment der Finsternis verzeihen, ja, lernt ihn vielleicht sogar wertzuschätzen. Das Ende einer langen Beziehung und das Bekämpfen einer schweren Krankheit waren der Entstehung von "Piano Ombre" vorangegangen, beziehungsweise haben diese begleitet. Dass er aber auch ganz anders kann, beweist Marry mit seinen Atlas Mountains beim Folgetrack "La Vérité". Gut gelaunt, jedoch in seiner Tiefe unergründlich, wird das Stück zum euphorischen Höhepunkt des Albums. Neben einigen seichteren und leichtfüßigeren Songs (z.B. "The Way To The Forest", "Summer Of The Heart", "Fancy Foresight") wissen vor allem die Balladen auf "Piano Ombre" zu überzeugen. "La Fille Aux Cheveux De Sole" verwebt sich in Melancholie und Seelenschmerz und das titelgebende "Piano Ombre" erinnert schon stark an die Großartigkeit eines "L'Amour Et La Violence" von Sébastien Tellier. Beruhige dich, Schatten - das ist die sinngemäße Übersetzung des Albumtitels "Piano Ombre" und tatsächlich ist es Fránçois & the Atlas Mountains mit den zehn neuen Songs gelungen, den Frieden, der einer tiefschwarzen Nacht innewohnen kann, auf dem akustischen Kanal erlebbar zu machen. Immer verbunden mit einer großen Anzahl leuchtender Glühwürmchen, die hoffnungsvoll durch die Luft schwirren.