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Freitag, 13. März 2015

Album-Vorstellung: Modest Mouse "Strangers To Ourselves"

© by Ben Moon
Was tun, wenn man eines Tages vor dem Spiegel steht und das Gefühl hat, die Person, die einen da ganz verdrossen anschaut, nicht mehr zu kennen? Entfremdung kann in vielen Bereichen des Lebens eine zentrale Rolle spielen und manchmal kommt es sogar vor, dass man den Bezug zu sich selbst verliert - sozusagen zu einem Fremden in seiner eigenen Haut wird. Ein Band, die im Laufe ihrer bereits über 20 Jahre andauernden Karriere zahlreiche Metamorphosen und Wandel durchlaufen hat, ist Modest Mouse. Wen sehen Isaac Brock und Jeremiah Green, zwei der drei Gründungsmitglieder, wohl, wenn sie das Sixtett begutachten, dass sie aktuell umgibt und einschließt? Als Außenstehender lässt sich eine gereifte Formation erkennen, die noch immer versucht, eine Lanze für den Indierock zu brechen und das, wo sie doch schon lange beim Majorlabel Sony Music unter Vertrag ist. Modest Mouse klingen nach damals, heute und morgen. Ihr Stil hat sich im Laufe der Zeit kaum und doch gleichzeitig enorm verändert, wie auch ihr neustes Werk "Strangers To Ourselves" dokumentiert.

Wendet sich alle Welt aktuell sphärischen und verträumten Electrokompositionen zu, bleiben Modest Mouse auch auf "Strangers To Ourselves" ihrer Linie treu und stellen Gitarre, Schlagzeug und andere klassische Bandinstrumente in den Vordergrund von Songs wie "Wicked Campaign", der Hitsingle "Lampshades On Fire" oder dem fast schon okkult anmutenden "Shit In Your Cut". Doch gibt es da eben auch all diese feinen akustischen Spielereien, die den 15 Tracks der Platte anhaften und sie zum Glänzen bringen. Da hat es schon fast etwas von David Byrne und seinen Talking Heads, wenn "Pups To Dust", "Ansel" oder das aufgeheizte "The Ground Walks, With Time In A Box" erklingen. Gleichzeitig mischen sich ein paar wenige melancholische Momente wie der titelgebenden Opener "Strangers To Ourselves" unter die sonst recht präsent vertretenden Up-Tempo-Songs. Ganz untypisch für ein Eröffnungsstück sorgt "Strangers To Ourselves" für Entschleunigung und Ruhe. Dem schließen sich "Coyote"und das epische "Of Course We Know" an, wohingegen "God Is An Indian And You're An Asshole" oder "Sugar Boats" für Wüstensand im Ohr sorgen.
"Strangers To Ourselves" ist brillant, und zwar in jedweder Hinsicht.



Mittwoch, 4. Februar 2015

Gewinnspiel: I'm Not A Band "Oceans"

© by Norman Gadiel
Manchen Bands darf man beim Wachsen zusehen und -hören. Als Stephan Jung vor Jahren I'm Not A Band ins Leben rief, war ihm wohl selbst noch nicht ganz klar, wohin die Reise damit eigentlich gehen würde. Angefacht von seinem unaufhaltsamen Experimentierwillen und begleitet von der Partizipation verschiedener Sängerinnen erschuf der in Berlin lebende Musiker ganz unbedarft ein mit vielen Alleinstellungsmerkmalen versehenes Violinen-Electro-Projekt, das fern von Popacts wie Lindsey Stirling oder David Garrett, jenes klassische Saiteninstrument in ein modernes Gewand zu hüllen verstand. Baute Jung dabei anfangs noch auf die vordergründige Präsenz elektronischer Beats und Sketches, vielleicht auch um Halt im aktuellen Zeitgeist zu finden, legte er diese Gewohnheit zunehmend ab und enthüllte so Stück für Stück die ungefilterte Kraft der Geige. Vorläufiger Höhepunkt ist das Album "Oceans", welches neben eines neuen akustischen Schwerpunkts auch mit ein paar personalpolitischen Änderungen aufzuwarten weiß. Erstmals in der Geschichte von I'm Not A Band gibt es mit Simon Ortmeyer (ebenfalls Frontmann bei The Perfect Pineapple) eine männliche Stimme, die den Gesangspart innerhalb des Duos übernimmt. 

Ein Sprung ins kühle Nass kann belebend sein. Wo "Bandband" noch recht zögerlich an der Klippe zum ausgedehnten Violinenexzess stand, rennt I'm Not A Bands "Oceans" jetzt mit ausgestreckten Armen an seinem Vorgänger vorbei und macht einen weiten Satz in Richtung eines bisher noch unerforschten auditiven Horizonts. Bereits das "Intro" gibt dabei der Geige genug Raum, ihre Magie vollends zu entfalten. In großen Wogen überschwemmt diese den Hörer und zieht ihn zu einem schillernden Klanggrund hinab, an dem Stücke wie "Ocean Heart", "Interlude" oder das finale "Naturae" eine neue Eleganz im Werk von I'm Not A Band beschreiben. Wer nun aber fürchtet, die Band, die laut Namen gar keine sein will, habe an Tanzbarkeit und Ausgeflipptheit verloren, dem seien beispielsweise das mit allerlei technologischem Wunderwerk und Verspieltheit aufgeladene "The Night", das clubtaugliche "Cages" oder das fauchende "Lions" empfohlen. Aber auch die aktuelle Single "Colours", seines Zeichens klares Statement gegen Rassismus, bietet genug Rhythmus, um den Körper in Aufruhr versetzen. Dieser und viele weitere Songs auf "Oceans" machen darüber hinaus deutlich, dass Simon Ortmeyer eine echte Bereicherung für I'm Not A Band darstellt. Denn ob gewollt oder nicht, mit etwas mehr Testosteron an Bord segeln I'm Not A Band zielsicher in Richtung einer vielversprechenden Zukunft. Und so bekommen die Tracks "Into Something New" und "Into Something New Pt. II" einen fast schon prophetischen Beigeschmack.



Um abschließend eins von zwei CD-Exemplaren des neuen I'm Not A Band Albums "Oceans", die uns AdP Records zur Verfügung gestellt haben, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "I'm Not A Band" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 08.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu I'm Not A Band und "Oceans" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account | Interview bei Kultmucke

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Gewinnspiel: Stars "No One Is Lost"

© by Shervon Lainez
Wenn die Nacht hereinbricht, fangen die Sterne am Himmel an zu leuchten und funkeln entlang des gesamten Farbspektrums. Ähnliches passiert, wenn man eine der vielen Platten von Stars auflegt. Mithilfe dieser lassen sich nämlich die unterschiedlichsten Gefühlzustände, die ein Mensch durchleben kann, nahezu perfekt vertonen. Von der puren Euphorie bis hin zur leisesten Melancholie - für fast jede Stimmung kann man im Repertoire der kanadischen Band ein passendes Songäquivalent finden. Immerhin haben Torquil Campbell, Amy Millan, Evan Cranley, Chris Seligman und Patrick McGee im Laufe ihres 15-jährigen Bandbestehens eine recht umfangreiche Diskografie angehäuft. Zu dieser gehören neben dem charmanten Debüt "Nightsongs" (2001) auch die gefeierten Alben "Set Yourself On Fire" (2004), "In Our Bedrooms After The War" (2007) oder das opulent aufgeladene "The North" (2012). Schneller als gedacht folgt mit "No One Is Lost" das siebente Studioalbum des Quintetts.

Der Umgang mit Verlust und ausschweifende Partystimmung - was einen recht konträren Eindruck macht, erfährt auf "No One Is Lost" die direkte Nähe zueinander. Nachdem sich auf jede der bisherigen Platten der Stars auch immer wieder private Themen mogeln konnten, blieb auch ihr neustes Werk von den alltäglichen Geschehnissen der fünf Bandmitglieder nicht unbeeindruckt. Auch wenn der Plan ursprünglich einmal den Verzicht darauf vorsah. Zur Produktion der elf neuen Stücke machte es sich das Erfolgsgespann in den ehemaligen Proberäumen der Handsome Furs in Montreal gemütlich. Eine Etage weiter unten tobte derweil das Leben im Club The Royal Phoenix. Während ein vorrangig homosexuelles Publikum sich dort der völligen Ekstase hingab, ließen sich Stars von den sanften Impulsen anstecken, die durch den Boden ihres neuen Domizils drangen... oder waren das nur die Beats aus den Anlagen des Royal Phoenix? Feststeht, dass "No One Is Lost" ein loderndes und buntes Album geworden ist. Kleine Einsprecher geleiten in kontinuierlichen Abständen zu Synthieexplosionen und wummernden Drum-Beat-Passagen, wie zum Beispiel beim hymnenartigen Opener "From The Night", dem schillernden "You Keep Coming Up" oder dem rockigen "Trap Door". Zwischen die vorangig im Up-Tempo-Bereich verorteten Titel mischen sich aber - ganz nach alter Stars-Manier - auch immer wieder gediegenere Tracks. So entzücken vor allem "No Better Place" und das von einem scheppernden Klavier getragene "What Is To Be Done?" durch ihren nachdenklichen Charakter. Nicht unerwähnt sollte auch das infantile "Turn It Up" bleiben das M.I.A.s "Paper Planes" echte Konkurrenz macht.
"No One Is Lost" schafft es, die Herzen seiner Hörer auch im langsam fröstelnden Herbst noch einmal gehörig anzufeuern.



Um abschließend ein CD-Exemplare von Stars "No One Is Lost", das uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Stars" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 02.11.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Stars und "No One Is Lost" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account

Freitag, 17. Oktober 2014

Album-Vorstellung: New Build "Pour It On"

© by Sunday Best
Etwas Neues zu erbauen bedarf Mut, Kraft und einer Vision. Al Doyle, Felix Martin und Tom Hopkins scheinen all diese Dinge bedacht zu haben, als sie sich 2011 dazu entscheiden, das Projekt New Build zu gründen. Fern dessen, was sie erfolgreich gemacht hat - und das bedeutet vor allem in Doyles und Martins Fall die Band Hot Chip - wagen sich die drei Musiker dabei auf eine ungewisse Reise, die sie schließlich zu der Produktion des Debütalbums "Yesterday Was Lived And Lost" (2012) führt. Trotz Beat-Finesse und Synthieverspieltheit will es der Platte jedoch nicht gelingen, an die Komplexität anderer Indietronica-Künstler anzuschließen und so bleibt sie im allgemeinen Wettbewerb sogar fast ein wenig auf der Strecke liegen. Was hilft da? Aufstehen, weitermachen und das Tempo anziehen! Und genau das tun New Build nun auf ihrem Zweitwerk "Pour It On".


"The Sunlight" setzt den Startpunkt für "Pour It On" und mausert sich binnen kürzester Zeit vom verträumten Electroliebelein zur psychedelisch-aufgeheizten Hymne. Im Anschluss beschleunigen Stücke wie "Look In Vain", "Your Arrival" oder "Strange Network" den Puls und bedienen sich des Erfolgsrezepts, das bereits bei Kompositionen von Acts wie Hercules and Love Affair oder John Grant zu Begeisterungsstürmen aufseiten all der musikalischen Punktrichter führen konnte. Mit zehn Titeln ist "Pour It On" deutlich kürzer als sein Vorgänger "Yesterday Was Lived And Lost" und verliert sich somit auch nicht in der Fülle der aneinandergereihten Tracks. Fokussierter und spitzer wirken Stücke wie "Luminous Freedom" oder "Different Kind", das durch einen ihm zugrunde liegenden Neunziger-Gamesound überrascht. Auf der Zielgeraden sorgt dann die wirklich schöne Ballade "Witness" noch für einen kurzen Verschnaufer, bevor das titelgebende "Pour It On" zum euphorischen Klangfeuerwerk ansetzt. New Build haben an den richtigen Reglern gedreht und mit "Pour It On" ein starkes zweites Album produziert.



Mittwoch, 9. Juli 2014

Gewinnspiel: Single-Paket von AdP Records

Die CD-Single stirbt. In Zeiten, in denen kaum noch Geld mit physischen Musikprodukten gemacht werden kann und sich selbst Downloads, aufgrund des akustischen Überangebots und starker digitaler Piraterie, nur allzu schleppend verkaufen, hat ein Medium wie die CD-Single keine Chance mehr. Und das, wo sie doch den Großteil von uns durch Kindheit und Pubertät begleitet hat. Wir wollen heute den Abgesang des runden Silberlings feiern und haben uns dazu erneut das Kulmbacher Label AdP Records an unsere Seite geholt. Werfen wir nun also ein Ohr auf insgesamt drei Releases, die es am Ende dieses Artikels, in einem sehr umfangreichen Gewinnspiel, zu ergattern geben wird.

Showhypnosen erfreuen sich mehr und mehr an Beliebtheit. Wer allerdings gern auf die Nebenwirkungen dieses gefährlichen Trends verzichten würde, ohne dabei jedoch Abstriche machen zu müssen, was die Faszination einer solchen Intervention betrifft, der ist mit Wrongkongs Single "My Dearest Enemy" gut beraten. Ursprünglich entstammt das Stück dem 2012er Album "So Electric", mit dem sich die fränkisch-kanadische Formation auch hierzulande einen Namen machen konnte. Auf der entsprechenden 5-Track-Single zu "My Dearest Enemy" findet der Hörer neben der Originalversion des Songs auch zwei Remixe, die die Discotauglichkeit von Cyrena Dunbar und ihren Kollegen unter Beweis stellen. Doch als wäre das nicht genug, fungieren die beiden B-Seiten "Frontier" und "Speed Of Light" als zusätzlicher akustischer Leckerbissen.



Etwas unaufgeräumter als bei Wrongkongs "My Dearest Enemy" geht es bei Dadajugend Polyforms "You Just Got Recorded" zu. Mit einem Mash-Up aus Indierock, Synthiepop und Electropunk rollt das Herrentrio über die akustische Schotterpiste. Auch bei der B-Seite "Wasted Maturation", die es ebenfalls auf die passende 6-Track-Single geschafft hat, ist der eine oder andere Kratzer auf dem Trommelfell vorprogrammiert. Nichts für Weicheier also. Freunde von Bands wie Bonaparte hingegen dürften sich freuen, und zwar auch über die vier Remixe, die "You Just Got Recorded" auf die Tanzfläche entführen. Da werden im übertragenen Sinne die Skatervans gerne mal gegen glitzernde Chucks ausgetauscht.



Last but not least hätten wir mit Drownsodas "Last Summer Breath" statt einer Single dann doch noch eine echte EP im Angebot. Der Eröffnungstrack "Teenage Thinking" lässt kurz an The Notwist denken, "Souveniers" verschreibt sich Noise und Electro, "Love For Real" hätte es gern als sanftes Interlude auf das Debütalbum von I Heart Sharks geschafft, "Method To Stay Alive" huldigt einer sperrigen Eighties-Klangästhetik und das titelgebende "Last Summer Breath" schickt den Hörer auf eine Zeitreise, dessen letzter Halt der von den eben erwähnten Dadajugend Polyform produzierte Remix des gleichnamigen Stückes ist.



CD-Singles - werdet ihr sie vermissen? Beantwortet uns diese Frage bis spätestens kommenden Sonntag, den 13.07.2014, und gewinnt mit etwas Glück eins von drei Single-Paketen, die alle der eben vorgestellten CDs enthalten. Mitmachen könnt ihr über die beiden bereits bekannten Wege.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 09.07.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Single-Paket" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu AdP Records und den erwähnten Künstlern gibt es hier:
Offizielle Website von AdP  | Offizielle Website von Wrongkong | Dadajugend Polyform bei Facebook | Drownsoda bei Facebook

Freitag, 20. Juni 2014

EP-Vorstellung: Austra "Habitat"

Austra
Der Song "Habitat" begleitet Austra, die kanadische Darwave-Formation um Sängerin Katie Stelmanis, bereits seit mehreren Jahren. Zwar lassen sich zahlreiche Livemitschnitte des Stückes im World Wide Web finden, doch Einzug auf eins der bisher erschienen Alben der Band hat "Habitat" nicht erhalten. Irgendwie schien der Track weder auf das Debüt "Feel It Break" noch zu dessen Nachfolger "Olympia" zu passen. Nun erobert sich "Habitat" jedoch endlich seinen ganz eigenen Lebensraum. Zusammen mit drei Instrumentalstücken veröffentlichen Austra eine gleichnamige EP und schaffen somit die perfekte Nische für den Titel, der auf Konzerten die Massen begeistern konnte.

"Habitat" (EP)
Glühend und von einer finsteren Schönheit umgeben lässt einem "Habitat", als Opener der EP, umgehend den Atem stocken. Mit einer ungeahnten Wucht kriecht der Track tief in den Verstand und öffnet dort sämtliche Türen. Auch jene, die lange als verschlossen galten. Schon bahnen sich wilde Gedanken ihren Weg ins Freie. "Habitat" ist der perfekte Soundtrack für den Tanz im Schein eines zwielichtigen Mondes, für die Jagd durch das Unterholz eines archaischen Waldes, für den Ritt auf einem entfesselten Ungetüm. Seine ausschweifenden Beats vereinen sich mit mystischen Klängen und dem charakteristischen Gesang von Frontfrau Stelmanis, wodurch ein unverwechselbarer Eindruck entsteht, den man in dieser Form nur bei Austra findet. Interessant ist aber auch, was das Trio "Habitat" noch beigestellt hat. "Doepfer" ist ein vom Rave infiziertes Stück, das auch hervorragend auf The Knifes "Shaking The Habitual" funktioniert hätte. So deutlich wie nie zuvor wagen sich Austra in die tonale Ästhetik der Neunziger Jahre vor und scheinen sich dort absolut wohlzufühlen. Einen weiteren Beweis dafür liefert der hypnotische und mit dramatischen Akzenten versehene "Bass Drum Dance". Sirenenartige Gesänge und seufzende Synthesizer leiten schließlich zu "Hulluu", dem letzten Track der EP über. Massiv schwingt dieser seine Hüften und walzt alles platt, was sich ihm in den Weg stellt. "I took your microphone, it's in the river", wispert dazu ein bissiges Flüstern. "Habitat" ist ein wunderbarer Ausflug sowei eine herrliche Ergänzung zum bisherigen Werk Austras. Eine der streng-limitierten physischen Ausgaben dieser EP sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.



Montag, 21. April 2014

Klassiker der Woche Nr. 93

CSS
"Ich bin es leid, immer sexy zu sein", sagte Beyoncé Knowles einst in einem Interview. Dies ist nun viele Jahre her, doch das viele Poposchütteln und lasziv ins Mikro hauchen hat an der Tatsache nicht wirklich etwas ändern können, dass das R'n'B-Sternchen für viele Menschen weiterhin als Inbegriff der Sexyness fungiert. Komisch. Inspiriert von dem nicht ganz ernst zu nehmendem Statement der Popdiva übersetzte ein brasilianisches Kollektiv jene Aussage kurzerhand ins Portugiesische und nannte sich von diesem Moment an Cansei de Ser Sexy. CSS etablierte sich kurz darauf als knackige Abkürzung für die Band und machte sie auch über die Grenzen ihrer Heimatstadt São Paulo bekannt. Als bunter Haufen aus Bloggern, Hipstern und Trendsettern, die alle zu Gründungszeiten, mit Ausnahme des späteren Bassisten Adriano, keinerlei Instrumente beherrschen, greifen die Freunde beherzt zu Synthies und Drumbeats und mischen die Clubszene des südamerikanischen Kontinents gehörig auf. Sie stehen dabei für eine neue Generation an Musikern. Frisch, ungebunden und den Traditionen entwachsen. So finden Samba, Bossa Nova, Jazz- oder Reggaeelemente kaum Einzug in die kantigen Klangmuster des ehemaligen Sixtetts. Vielmehr sind es Rock, Funk und Electro, die die Sounds von CSS charakterisieren. Heute sind CSS nur noch zu viert, was ihren Erfolg jedoch keineswegs schmälert. Sängerin Lovefoxxx beispielsweise hat es auf den bejubelten Soundtrack zum Film "Drive" geschafft und auch mit seinen eigenen Kompositionen ist das Quartett, das mittlerweile nur noch aus Frauen besteht und  in Los Angelos ansässig ist, kaum noch wegzudenken aus der Independentszene. Doch klingen die Damen jetzt nicht mehr ganz so revolutionär wie zu ihren Anfängen, als sie mit "Let's Make Love And Listen To The Death From Above" den Asphalt der Straßen in Schwingungen versetzt haben. Wir feiern das selbstbetitelte 2005er Debüt "Cansei de Ser Sexy", indem wir jenen Hit zum Klassiker der Woche küren.



Mittwoch, 16. April 2014

Gewinnspiel: I Heart Sharks "Neuzeit" + "Summer"

I Heart Sharks
Ein Album spaltet die Nation. Am 28.03.2014 erschien mit "Anthems" das Zweitwerk der Berliner Band I Heart Sharks, das für recht gemischte Gefühle aufseiten der Hörerschaft sorgte. Zum einen gibt es da jene kreischenden Fans, die schon lange sehnlichst darauf gewartet haben, dass die Hailiebhaber mit neuen Tracks in das Scheinwerferlicht zurückkehren, in dem sie dank ihres großartigen Debüts "Summer" lange Zeit verweilen durften. Dieser Teil des Publikums von I Heart Sharks singt nun ganz euphorisch all die Indierock-Hymnen mit, die sich auf der neuen Platte versammelt haben. Auf der anderen Seite sind da aber auch kritische Stimmen, welche in "Anthems" einen wenig einfallsreichen Versuch sehen, den internationalen Markt zu erobern. Zu genau diesen Stimmen gehört auch "Einen hab ich noch...". Was haben wir in der Redaktion zu den Tracks der ersten Platte des Trios gefeiert? Keine einzige Clubnacht schien verloren, wenn der DJ Songs wie "Wolves", "Summer" oder "Neuzeit" mit im Gepäch hatte. Darüber hinaus schien es wirklich unheimlich sympathisch, dass ein paar derart erfolgreiche Newcomer, sich einem kleinen Label wie AdP Records verschrieben haben. Irgendwann lockte dann aber wohl der Ruhm und das führte Pierre Bee und seine Jungs in die Arme der Major League. Bei Universal unter Vertrag genommen erhielten sie plötzlich die Chance, Joe Cross als Produzenten zu gewinnen, der schon Hurts groß gemacht hatte. Nun bleibt eigentlich nur noch die Frage, wann I Heart Sharks sich die Haare zurückgelen und in ein paar Anzüge steigen? Soundtechnisch haben sie dem schmalzigen Synthie-Pop-Duo, bestehend aus Theo Hutchcraft und Adam Anderson, nämlich leider schon recht stark angenähert. "Anthems" ist eine Platte voller Möchtegern-Stadium-Gesänge. Schade!

Ziehen wir jetzt aber einen dicken Strich und kehren zurück zu den Anfängen von I Heart Sharks. Die Stücke "Summer", vom gleichnamigen Album, und "Neuzeit", welches den Durchbruch für die Truppe bedeutete, sind unsere heutigen Ohrenschmankerl. Beide Songs erschienen als streng limitierte CD-Singles, auf denen sich neben den Originaltracks auch immer ein paar Überraschungen tummeln. Welche das genau sind, erfahrt ihr im Folgenden. Zuvor lasst uns aber die Boxen aufdrehen!




"Und wir machen neue Geschichte", rief Pierre lauthals, und mit starkem Akzent, ins Mikrofon, während gleichzeitig das Wort Indietronica eine völlig neue Bedeutung erhielt. 

"Neuzeit" ist ein Paradebeispiel für die gelungene Fusion aus Electro und Rock. Indes sich die E-Gitarren im Hintergrund überschlagen, kreischen Synthesizer auf und lassen sich von gekonnten Drumbeats auffangen. Doch damit nicht genug. Auf der Single zu "Neuzeit" befinden sich außerdem drei Remixe, die den Wahnsinn zu unterstreichen wissen, der der Dynamik des Stückes innewohnt. Last but not least gibt es überdies eine kratzige Plemo Version sowie ein wunderbar sensibles Rework von Sängerin Ginger Redcliff zu "Neuzeit". Nicht zu vergessen sei ebenfalls die exklusive B-Seite namens "A Ruin". Mit sieben Titeln ist die "Neuzeit"-Single tatsächlich bis obenhin vollgestopft und zeigt, wie bunt I Heart Sharks einmal geklungen haben.


"Summer" steht dem Überhit "Neuzeit" in nichts nach - immerhin wählten I Heart Sharks den Namen des Tracks gleichsam auch zum Albumtitel. Vielleicht, weil "Summer" in der Lage ist, eine Frische und ein jugendliches Aufbegehren zu kommunizieren, das in Zeiten allgemeinen Missmutes schonmal dafür sorgt, dass man unbedarft abheben darf. Schwerelos und frei. Etwas chaotischer und diffuser, ja beinahe aufgdrehter, geht es dann innerhalb der vier Remixe zu, die der Originalversion von "Summer" auf der CD-Single beigestellt wurden. Der Track "Aerobics" fängt final die Schnelligkeit seiner Vorgänger ab und sorgt für einen funkelnden Ausklang der Scheibe.



Möchtet auch ihr gerne die Uhr um zwei, drei Jahre zurückdrehen und erneut dem Debüt von I Heart Sharks huldigen? Wir bieten euch die Chance dazu und verlosen insgesamt drei Singlepakete, jeweils bestehend aus einer CD von "Summer" und einer von "Neuzeit". Zur Verfügung gestellt hat uns AdP Records die streng limitierten Scheiben. Um in die Lostrommel zu gelangen, aus der am Ende die Gewinner gezogen werden, sollt ihr uns dieses Mal verraten, von welchem Nachfolgealbum einer Band ihr wirklich enttäuscht wart? Mitteilen könnt ihr euch bis kommenden Freitag, den 18.04.2014, über eine der beiden folgenden Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 16.04.2014 mit eurer Antwort kommentieren.


Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "I Heart Sharks" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu I Heart Sharks gibt es unter:
Offizielle Website | Facebookseite | Tumblr

Freitag, 14. März 2014

Album-Vorstellung: Hundreds "Aftermath"


Hundreds
Einem Traum ist es zu verdanken, dass das Duo Hundreds eben diesen Namen trägt. Auf einer großen Wiese spielen Eva und ihr Bruder Philipp ein Spiel, dessen Regeln ihnen zunächst unklar erscheinen. Nach und nach gesellen sich zahlreiche Personen zu dem Geschwisterpaar. Das Seltsame an den vermeintlichen Spielkameraden ist jedoch, dass sie den beiden Hamburgern wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Mit der Zeit sehen sich Eva und Philipp umringt von Hunderten Duplikaten ihrer selbst. An jene nächtlichen Bilder erinnert sich Eva Milner, Sängerin und weibliche Hälfte der Hundreds, angesprochen auf die Entstehungsgeschichte des Namen jenes Duos, welches sie mit ihrem Bruder Philipp im Jahre 2008 gründete. Philipp, seines Zeichens Jazz-Pianist, suchte zur damaligen Zeit händeringend nach einer Stimme, die seine, in Heimarbeit erdachten, Kompositionen untermalen sollte. Um repräsentative Demos vorweisen zu können, bat er sein kleines Schwesterchen, die einzelnen Songs vorab einzusingen. Irgendwann gelangte der heute rauschebärtige Musiker schließlich zu der Erkenntnis, dass das Gute manchmal näherliegt, als man vielleicht zuvor gedacht hat. Aufgrund jener Feststellung und den Aussagen zahlreicher Freunde entschloss sich Philipp schlussendlich, Eva zu seiner besseren akustischen Hälfte zu machen. Immerhin kennt man sich ja auch von Kindesbeinen an. Und so begann der Siegeszug der Hundreds, die ansonsten gerne ein Geheimnis um ihre Personen machen. Schließlich ginge es ja auch um die Songs. Diese sind, wie schon das selbst Debüt "Hundreds" (2010) eindrucksvoll unter Beweis stellte, stets ein pulsierendes Konglomerat aus elektronischen Lo-Fi-Texturen und dem prononcierten Einsatz von organischen Klangspuren.

Die Nachhut an Gras, die sich nach ein- oder mehrmaligem Mähen seinen Weg ans Licht erkämpft, bezeichnet man im Englischen als Aftermath. Gleichsam betitelt der Begriff das Zweitwerk der Hundreds, das bereits im Dezember des letzten Jahres durch einen fulminanten Trailer angekündigt wurde.


"Aftermath"
Genauso mystisch und ausdrucksstark wie sich das kurze Prelude präsentiert, kommt auch der Rest der Platte daher. Der Opener "Aftermath" spannt dabei auf nahezu perfekte Art und Weise den Bogen zum Debüt der Hundreds. Ein schlichte Melodie eröffnet das Stück und erinnert ganz nebenbei an Songs wie "Solace" oder "Fighter". Wenige Sekunden später offenbart das Duo dann eine ungeahnte, neu erlangte Kraft. Geleitet von Evas markanter und eindringlicher Stimme plustert sich "Aftermath" zur epischen, goldenen Hymne auf. Dröhnende Bläserchöre, weitschweifige Synthieharmonien und raumeinnehmende Bässe erklingen im Hintergrund. Dabei ist ein simple Grundmelodie, die Philipp erst zu einfach erschien, um darauf wirklich einen ganzen Track zu erbauen, das Erfolgsrezept des Liedes. "Circus" surft auf der Welle, die sein Vorgänger angestoßen hat und mündet in einer sanften Woge, wohingegen "Ten Headed Beast" glitzert, wie das Licht auf dem Ozean, wenn es ganz windstill ist. Inhaltlich greift "Seperate The Sea" das marine Thema zumindest dem Titel nach auf. Euphorisch spritzt die Nummer akustische Wassertropfen durch die Luft. Etwas melancholischer verliert sich "Foam Born" im Widerhall trüber Erinnerungen und "Interplanetary" beschwört eine tiefe Dunkelheit herauf. Gerade bei diesem Stück wird einmal mehr deutlich, wie sehr es die Hundreds verstehen, sich die Mittel der Distanz, sprich Nähe und Ferne, Lautstärke und Akzentuierung zu eigen zu machen. Das verleiht ihren Kompositionen einen ganz einmaligen Nachdruck. Bei "Rabbits On The Roof", dem wohl elektronischsten Song auf "Aftermath", nähern sich Eva und Philipp beinahe der Klangästhetik von Kosheens Album "Resist" an. Echoes jagen Schatten, die von "Down My Spine", einem kurzen Zwischenspiel, zu "Beehive" weitergeleitet werden, welches wiederum an die anfängliche Dynamik von "Aftermath" anknüpft und in die Unendlichkeit vorzudringen versucht. "Please Rewind" darf man als kleine Aufforderung verstehen, dass es sich definitiv lohnen würde, den Repeat-Modus der heimischen Anlage einzustellen, doch nicht, bevor das wunderbare Finale "Stones" erblüht und wieder verwelkt ist, ganz wie es der Kreislauf des Lebens vorgesehen hat.


Mittwoch, 12. März 2014

Gewinnspiel: NO CEREMONY/// "NO CEREMONY///"

NO CEREMONY///
In den letzten Jahren ist es allem Anschein nach zu einer Art Sport für viele Künstler verkommen, ihre Pseudonyme, Band- oder Songnamen derart zu stilisieren und mit etlichen Zeichen, Groß- und Kleinschreibungen zu versehen, dass man wirklich Schwierigkeiten bekommt, wenn man diese per Online-Suchmaschine finden möchte. Harmlose Beispiele für das beschriebene Phänomen wären dabei noch die typografischen Entsprechungen von The xx oder LUAI. Schaut man sich hingegen einige Trackbezeichnungen von Grimes ("∆rasik∆", "≈ω≈ω≈ω≈ω≈ω≈ω≈ω≈ω≈", ) oder Dillon ("_________________") an, dann stellt sich ernsthaft die Frage, wie diese jene Stücke bei Konzerten eigentlich verbal ankündigen. Auch das britische Trio NO CEREMONY/// lässt es sich nicht nehmen und tobt sich in Sachen Federführung gern ein wenig aus. Doch damit nicht genug. Auch musikalisch gehören James, Kelly und Victoria zu Grenzgängern. So wählen sie als Fundament für ihre Songs eine Stilistik, die schnell ins Lächerliche abzurutschen droht, es jedoch nicht tut, weil es das Dreiergespann versteht, sie sich auf naive Weise zu eigen zu machen.

"NO CEREMONY///"
Programmierte Synthies, künstliche Keyboardakkorde und verzerrte Stimmen sind die Grundzutaten für das selbst betitelte Debütalbum "NO CEREMONY///" von NO CEREMONY///. Zuletzt muss es wohl Moby gewesen sein, der sich für Nummern wie "Porcelain" oder "Go" jener Texturen bediente und sie seitdem reliktartig mit sich herumschleift. Kaum einer hätte wohl gedacht, dass das auch außerhalb seiner Werke oder den 90ern, dem diese Soundästhetiken entstammen, noch einmal funktionieren würde. Acts wie Poliça belehrten uns dann aber jüngst eines Besseren. Seit kurzer Zeit sind die Nineties angesagter denn je und vor allem das viel beschriebene Hipstertum hat sich ihrer dabei mit Haut, Haar und Carhartt-Strickmütze verschrieben. Es muss in der Folge also einen Markt für die neun Tracks geben, die sich auf dem Erstlingswerk von NO CEREMONY/// versammeln. Mal an eine akustische Grenzenlosigkeit appellierend ("HURTLOVE") und dann wieder tiefdunkel knarzend ("HEARTBREAKER") sprechen diese darüber hinaus, aber auch ein wesentlich umfangreicheres Publikum an. Die Mischung aus tonaler Absurdität und sanfter Wohltat, die zum Beispiel "HOLDONME" oder auch das fast esoterische "DELIVERUS" kennzeichnet, fängt schnell die Aufmerksamkeit des Hörers, sodass dieser verleitet ist, jene Songs ergründen zu wollen. Dabei helfen Kopfhörer, mit denen man sich von der restlichen Welt völlig abzukapseln vermag. Schon kann man all die Feinheiten und Nuancen wahrnehmen, die "NO CEREMONY///" zu einer interessanten Platte machen. Wenn dann "WARSONGS" oder "HEAVYHOUR" noch ihren leicht hippiesken Flair versprühen, ist der Impuls, mit jenen Melodien im Hintergrund, die Welt umarmen zu wollen, spürbarer denn je. Verzeihen wir NO CEREMONY/// nun also ihre Leidenschaft, für monströse, dicht aneinander gedrängte Buchstaben klatschen stattdessen im Takt zu Hymnen wie "PARTOFME".



Für das heutige Gewinnspiel fordern wir eure Kreativität. Nutzt die euch zur Verfügung stehenden Tasten auf eurem Laptop, Rechner oder Handy und hinterlasst uns einen Kommentar, der sich durch seine besondere Schreibweise auszeichnet. Unter allen Einsendungen, die bis spätestens kommenden Freitag, den 14.03.2014, bei uns eingegangen sind, verlosen wir ein CD-Exemplar von "NO CEREMONY///", das uns PIAS gesponsert hat. Mitmachen könnt ihr über die beiden folgenden Wege.


Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 12.03.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "NO CEREMONY///" und eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu NO CEREMONY/// gibt es unter:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud

Freitag, 7. März 2014

Album-Vorstellung: Fránçois & the Atlas Mountains "Piano Ombre"

Frànçois & the Atlas Mountains
Was ist das nur mit diesem Frankreich? Immer wieder beeindruckt es die Menschen. Verführt sie mit seiner romantischen Ader und seinem einzigartigen Charme. Einen Anteil an jener magnetischen Anziehungskarft darf sicherlich auch die französische Musik auf ihre Kappe beziehungsweise Baskenmütze nehmen. So sind es nicht zuletzt die typischen süßen und unwiderstehlichen Melodien, welche Gefühle der Freude und des Glücks in vielen frankophilen Bewunderern wecken. Fránçois Marry und seine Band The Atlas Mountains zählen zu einer Gruppe junger, popafiner Singer Songwriter, die den Ruf ihrer Heimat nur allzu gern über deren Grenzen hinaustragen. Mit "E Volo Love" starteten sie 2012 als Band durch und machten sich in ganz Europa einen Namen. Vor allem die Kombination aus klassischen Chansons, Britpop und afrikanischen Rhythmen verlieh Fránçois & the Atlas Mountains dabei einen hohen Wiedererkennungswert. Nun, zwei Jahre später, gibt es mit "Piano Ombre", eine wesentlich gesetztere und fokussiertere Zugabe zu "E Volo Love". Thematisch hat sich das neue Album von Fránçois & the Atlas Mountains dem Umgang mit Schwierigkeiten und Hindernissen sowie deren Bewältigung verschrieben.

"Piano Ombre"
Die Zeiten des Sturm und Drangs scheinen vorüber. Hatte "E Volo Love" noch diesen Hauch von Hyperaktivität und Rastlosigkeit an sich, besticht "Piano Ombre" durch seine innere Ruhe. Majestätisch und anmutig eröffnet der Opener "Bois" die Platte. Schwere Trommelbeats, satte Bläserchöre und ein nahezu hypnotisierender Gesang machen das Stück zu einem Sinnbild für Geheimniskrämerei. Vieles scheint verborgen.Verborgen in der Dunkelheit und Schattenwelt. Doch wenn man sich ein wenig damit befasst, welche Schicksalsschläge Fánçois Marry in jüngster Vergangenheit zu verarbeiten hatte, kann man ihm diesen kurzen Moment der Finsternis verzeihen, ja, lernt ihn vielleicht sogar wertzuschätzen. Das Ende einer langen Beziehung und das Bekämpfen einer schweren Krankheit waren der Entstehung von "Piano Ombre" vorangegangen, beziehungsweise haben diese begleitet. Dass er aber auch ganz anders kann, beweist Marry mit seinen Atlas Mountains beim Folgetrack "La Vérité". Gut gelaunt, jedoch in seiner Tiefe unergründlich, wird das Stück zum euphorischen Höhepunkt des Albums. Neben einigen seichteren und leichtfüßigeren Songs (z.B. "The Way To The Forest", "Summer Of The Heart", "Fancy Foresight") wissen vor allem die Balladen auf "Piano Ombre" zu überzeugen. "La Fille Aux Cheveux De Sole" verwebt sich in Melancholie und Seelenschmerz und das titelgebende "Piano Ombre" erinnert schon stark an die Großartigkeit eines "L'Amour Et La Violence" von Sébastien Tellier. Beruhige dich, Schatten - das ist die sinngemäße Übersetzung des Albumtitels "Piano Ombre" und tatsächlich ist es Fránçois & the Atlas Mountains mit den zehn neuen Songs gelungen, den Frieden, der einer tiefschwarzen Nacht innewohnen kann, auf dem akustischen Kanal erlebbar zu machen. Immer verbunden mit einer großen Anzahl leuchtender Glühwürmchen, die hoffnungsvoll durch die Luft schwirren.



Mittwoch, 5. März 2014

Gewinnspiel: Snakadaktal "Sleep In The Water"

Snakadaktal
Wasser. Motiv für Unendlichkeit, Elixier des Lebens. Es ranken sich mehr Mythen und Sagen um das kühle Nass, als all unsere Bibliotheken wohl je fassen können. Unergründlich, unbeherrschbar, unerklärlich. Wenn Wellen sich im Sturm brechen, der Wind seine Zeichnungen auf der Oberfläche der Ozeane hinterlässt oder das Licht durch die unendlichen Tiefen der Meere zu dringen versucht, dann wird dem einen oder anderen vielleicht bewusst, wie nichtssagend und unbedeutend unsere Existenz doch im Vergleich zu der Gewalt des Wassers sein dürfte. Es war lange vor uns auf dieser Erde und wird es auch Ewigkeiten nach uns noch sein, egal wie sehr wir auch versuchen, es zu beherrschen. Am Ende sind wir Abhängige, deren Pulsschlag unmittelbar an jene Flüssigkeit gebunden ist. Die australische Band Snakadaktal widmet ihr Debüt nun dem feuchtesten aller Elemente und versucht dabei, sich ihm sowohl auf textlicher als auch melodischer Ebene zu nähern. "Sleep In The Water" ist eine Liebeserklärung an verschwommene Sounds und kühle Gesänge. Frisch und klar wie ein junger Regentropfen.


"Sleep In The Water"
In ihrer Heimat konnten Sean Heathcliff, Phoebe Cockburn, Joseph Clough, Jarrah Mccarty-Smith und Barna Nemeth alias Snakadaktal schon zahlreiche Menschen von ihrem Talent überzeugen. Mit sensiblen Kompositionen, die das Beste aus Dream Pop und Lo-Fi miteinander vereinen, bahnte sich das Quintett seinen Weg durch die überflutete Medienlandschaft und wurde gleichzeitig zum Rettungsanker für viele gestrandete Seelen. Mal auf den Punkt und akzentuiert à la The xx, dann wieder ausladend und ausgeschmückt, durchlaufen die Songs auf "Sleep In The Water", dem Erstlingswerk von Snakadaktal, einen homogenen Zyklus zwischen Luftholen und Abtauchen. Wer einmal Musik gehört hat, während er seinen Kopf zum Haare waschen unter die Wasseroberfläche der Badewanne steckte, der weiß wie verzerrt und dumpf die ausgesendeten Schwingungen letztlich das Ohr erreichen. Jene auditive Ästhetik fangen Snakadaktal nun in Stücken wie "Fall Underneath", dem fröstelnden "Deep" oder dem dahintreibenden "Feel The Ocean Hold Me Under" ein und machen sie zu ihrem persönlichen Markenzeichen. Dadurch können sie sich im hart umkämpften Newcomer-Dschungel gegen all die anderen emporsprießenden Indie-Pop-Nachwüchse behaupten. Genüsslich streben Snakadaktal so der Sonne entgegen, begleitet von "The Sun I", "The Sun II" und "The Sun III, einem euphorischen Dreiklang.



Nach all den Vorzügen, die wir euch gerade in Bezug auf Snakadaktals "Sleep In The Water" genannt haben, dürfte manch einer nun gespannt sein, wie sich das gesamte Werk am Stück denn anhört. In diesem Zusammenhang verlosen wir ein CD-Exemplar der Scheibe, für die ihr uns nur eine kurze Antwort auf folgende Frage verraten solltet. Inspiriert von der Eigenartigkeit des Bandnamen Snakadaktal würde uns dieses Mal interessieren, welche anderen Künstler euch namenstechnisch entzückt, überrascht oder erstaunt haben. Mitteilen könnt ihr euch bis spätestens kommenden Freitag, den 07.03.2014, über eine der beiden bekannten Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 05.03.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Snakadaktal" und eurer Antwort an blogfrog87@googlemail.com.  

Weitere Infos zu Snakadaktal gibt es unter:
Offizielle Website | Facebookseite