Es muss einem Befreiungsschlag gleichgekommen sein, als Karin Park 2002 ihr Album "Highwire Poetry" veröffentlichte. Gezählt waren die Tage seichten Songwritertums. Stattdessen drehte Frau Park gehörig auf, drehte frei und drehte sich doch gleichzeitig keineswegs im Kreis. "Highwire Poetry" ist eine dieser Platten, die man gar nicht greifen kann - zu viele Sprünge, zu viele sperrige Details stellen sich einem da entgegen. Und allesamt will man sie verstehen und ergründen. So verliert man sich schließlich zwischen hämmernden Beats und den fast schon überirdischen Gesängen der androgynen Schwedin. Nachdem "Highwire Poetry" von der Kritik gefeiert wurde und zahlreiche Türen für Karin Park aufstieß, entschied sich diese, auf dem Nachfolger "Apocalype Pop" einen düsteren Entwurf moderner Popmusik zu zeichnen. Eigentlich eine nahezu logische Konsequenz innerhalb der Karriere Karin Parks, kennt man sie doch außerhalb Skandinaviens vor allem für ihren Hang zum Eurovision Song Contest.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger macht "Apocalypse Pop" zwar einen wesentlich zugänglicheren und geschliffeneren Eindruck, das bedeutet jedoch keineswegs, dass es der Platte an Experimentierfreude und Spannung fehle. Karin Park liebt die Ungezähmtheit einfach viel zu sehr, um von ihr abzulassen, und davon profitieren vor allem Stücke wie das von Industrialsounds durchzogene "Hard Liquor Man", "Walls Are Gonna Fall" oder "Shake With The Devil". Zusammen mit dem fast schon an The Asteroids Galaxy Tour erinnernden "Life Is Just A Dream" sind es genau diese Titel, die eine Brücke zwischen der akustischen Vergangenheit und Gegenwart der hochgewachsenen, dunkelhaarigen Schönheit schlagen. Gleichzeitig stehen sie in starkem Kontrast zu blumigeren Tracks wie "Stick To The Lie" oder "Human Beings", mit dem Park zum diesjährigen Eurovision Song Contest nach Wien reisen wollte. Liebe, Zerissenheit und der Kampf mit dem Schiksal - das sind die Themen, die Karin Park auf "Apocalypse Pop" bearbeitet. Mal rebellisch und fordernd ("What Have We Done"), dann wieder sanft und verträumt ("Shine") bis schließlich das finale "Hurricane", ein eindringliches Duett mit Pandora Drive, düstern zu Leuchten beginnt.
"E1NEN HAB ICH NOCH..." ist ein virtuelles Sammelsurium für Musik. Der gleichnamige Blog bündelt und filtert Neuigkeiten aus den unendlichen Weiten der verschiedensten Genres. Dabei gilt stets die Devise: Den Song oder diese Platte sollte man noch gehört haben!
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Freitag, 27. März 2015
Mittwoch, 18. Februar 2015
Gewinnspiel: Champs "Vamala"
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| © by Josh Shiner |
Der seit Wochen nicht mehr aus der Radiolandschaft wegzudenkende Track "Desire" eröffnet "Vamala" und besticht durch eine leichtfüßige Melancholie, die man sonst nur von Bands wie Hot Chip kennt. Nicht zuletzt aufgrund des androgynen Falsettgesangs passen Champs generell recht gut in das Klischee maskuliner britischer Exportschlager, das von Acts wie alt-J oder den Glass Animals kreiert wurde. Was Champs jedoch von ihren Kollegen unterscheidet, ist der Wille, ihr akustisches Spektrum nicht nur in Gegenwart und Zukunft, sondern auch ganz bewusst in der Vergangenheit, wurzeln zu lassen. Da reihen sich dann plötzlich Lagerfeuersongs namens "Forever Upstanding At The Door" oder ""Send Me Down", das ein Backvocal-Gastspiel der wundervollen Karin Park enthält, an modernere Soundexperimente wie "3000 Miles" oder das synthielastige "Down (Alone On The Avenue)". Textlich wandert "Vamala" derweil von Herzschmerzgefühlen und der Fragilität zwischenmenschlicher Beziehungen bis hin zur Liebe für die vor der Südküste Englands gelegene Isle Of Wight, der Heimat der Champions-Brüder ("Blood", "The Balfron Tower"). Als eins der ungewöhnlichsten Songwriter-Alben seit Langem wird "Vamala" zu einer Art Missing Link zwischen der rauen Ehrlichkeit eines Bob Dylan und der sanften Eleganz von Beach House.
Um abschließend ein CD-Exemplar von Champs "Vamala", das uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.
Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Champs" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)
Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 22.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!
Weitere Infos zu Champs und "Vamala" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Youtube-Channel
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