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Mittwoch, 22. April 2015

Gewinnspiel: Dan Mangan + Blacksmith "Club Meds"

Der Band, die an der Seite eines Soloartists steht, ihn bei Studioaufnahmen unterstützt und während dessen Liveshows begleitet, wird meist eher wenig Aufmerksamkeit zugemessen. Dan Mangan hatte diese Tatsache satt. Zu wichtig waren ihm seine Jungs Kenton Loewen, Gordon Grdina, John Walsh, JP Carter, Jesse Zubot und Tyson Naylor innerhalb des eigenen Schaffensprozesses geworden, als dass man ihr Wirken mit einer kurzen Benennung auf der letzten Seite des Albumbooklets abtun dürfe. Und so entschied sich der Kanadier, diesen sechs Herren ein Monument zu setzen und sie in den eigenen Künstlernamen zu integrieren - ganz, wie man es aus den Anfängen des Rock'n'Rolls noch kennt, als das Musikerdasein einen hohen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft genießen durfte. Der Schriftzug Dan Mangan + Blacksmith ziert in der Folge das dritte Album des bärtigen Songwriters. Doch offeriert "Club Meds" noch weitaus mehr Revoluzzergeist, als mit dieser sehr offensichtlichen Neuerung bereits angedeutet wird. Mangan und sein Gefolge brechen innerhalb der 11 neuen Songs komplett mit dem, was den zweifachen Juno-Award-Gewinner groß gemacht hat. Mutig.

Es waren sanfte Hymnen, sogenannte Sing-alongs, mit denen Dan Mangan ein immer größer werdendes Publikum für sich begeistern konnte. Seine Alben "Postcards & Daydreams", "Nice, Nice, Very Nice" und "Oh Fortune" zementierten derweil den Ruf Mangans als sympathischer Hitlieferant. Doch wie lange sollte das in dieser Art weitergehen? Irgendwann möchten die Hörer eine Weiterentwicklung vernehmen, wollen überrascht, ja, vielleicht sogar verstört werden. Mit "Club Meds" entfachen Dan Mangan + Blacksmith nun das nötige akustische Buschfeuer, nach dessen Umherwüten neue auditive Keimlinge auf fruchtbarem Klangboden gedeihen können. Es ist ein fiebriger Rundumschlag, der mit dem Opener "Offred" beginnt und in dem lange nachhallenden "New Skies" endet. Genährt von Postrockelementen, schweren Noisesträngen und einer rauen Kratzbürstigkeit züngeln Stücke wie das kreischende "Mouthpiece", das von Industrialmomenten durchsetzte "Kitsch" und das auf einem fiktiven Wort basierende "Forgetery" umher - stets fordernd und nie oberflächlich. Nur bedeutet das gleichsam nicht, dass "Club Meds" unzugänglich wäre. Man muss nur bereit sein, durch einen düsteren Schleier steigen und sich darüber hinaus auch einer verheißungsvollen Ungewissheit stellen zu wollen. Schon befällt das titelgebende "Club Meds" den Verstand und auch Stücke wie "Pretty Good Joke", "Vessel" oder "War Spoils" lassen sich kaum noch abschütteln. Dan Mangan + Blacksmith haben ein kantiges Werk erschaffen, das man in dem Moment zu lieben beginnt, in dem man seine Erwartungen über Bord geschmissen hat.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Dan Mangan + Blacksmiths "Club Meds", das uns City Slang zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Dan Mangan + Blacksmith" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Montag, der 27.04.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Dan Mangan + Blacksmith gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Youtube-Channel | Interview bei Kultmucke

Freitag, 10. April 2015

Album-Vorstellung: Calexico "Edge Of The Sun"

© by Ingo Pertramer
Calexico verbinden. Verbinden verschiedene Genres, Menschen und sogar Nationen. Fast zwanzig Jahre gibt es die einst von Joey Burns und John Convertino gegründete Band nun schon und auch 2015 begeistert sie noch immer durch ihrer einzigartige Mischung aus Folk, Country, Rock und Mariachi-Klängen. Als eine Art akustische Völkerverständigung sind Calexico in die Annalen der Musikgeschichte eingegangen und haben demnach auch immer einen Ruf zu verteidigen, wenn sie sich an die Arbeit zu einer weiteren Platte machen. Für ihr neustes Werk, das den Namen „Edge Of The Sun“ trägt, setzten sie dabei auf die Mithilfe zahlreicher Gastinstrumentalisten und –sänger. Nie zuvor hat ein Album von Calexico mehr Kollaborationen beinhaltet. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass zu viele Köche den Brei verderben würden, doch fungieren die akustischen Wegbegleiter hier nicht als machtgierige Küchenchefs, sondern vielmehr als die richtigen Gewürze, die ein schlichtes auditives Gericht in einen schmackhaften Hörgenuss verwandeln können. Convertino und Burns stehen derweil hinter dem Herd und dirigieren in althergebrachter Manier das Geschehen.

Mexiko City diente Calexico als Ausgangspunkt für „Edge Of The Sun“. Die bunten Farben, das sonnige Klima, der allgegenwärtige Hauch von Kunst und Geschichte sind in Stücken wie „Cumbia de Donde“, „Beneath The City Of Dreams“ oder dem Instrumentaltrack „Coyoacan“ genauso zu spüren, wie der Sinn der Zentralamerikaner für Tradition und Lebensfreude. Wieder einmal gelingt es Calexico all jene Facetten einzufangen, sie zu filtrieren und mithilfe von Rhythmen und Melodien für den Hörer erlebbar zu machen. Doch pilgert die Band auch unbeirrt in andere tonale Richtungen, fernab der trockenen, hitzigen Wüste. Mit Stücken wie „Falling From The Sky“, dem Ben Bridwell (Band Of Horses) seine Stimme leiht, offerieren Calexico beispielsweise einen recht poppigen Entwurf ihres markanten Mischmasch-Stils, wohingegen „World Undone“ oder das von Sam Beam (Iron & Wine) eingesungene „Bullets & Rocks“ einen wesentlich düstereren Pfad beschreiten. „Tapping On The Line“ wandert derweil mit Neko Case gen Alternative und das Finalstück „Follow The River” erinnert fast schon ein wenig an Titel wie die des Franzosen Yann Tiersen, dessen leichtfüßige Attitüde hier allerdings mit einer schweren Country-Melancholie konfrontiert wird. Als einer der vielen Höhepunkte auf „Edge Of The Sun“ darf jedoch auch das mit einem Auftritt von Carla Morrison veredelte „Moon Never Rises“ keineswegs unerwähnt bleiben. Südseefeeling trifft auf eingängige Melodien und einen Funken Verträumtheit. Die Mischung macht es eben – wie auch diese neue Platte von Calexico beweist.



Freitag, 3. April 2015

Album-Vorstellung: Sufjan Stevens "Carrie & Lowell"

© by Emmanuel Afolabi
Manchmal gibt es Alben, die einen tatsächlich zu Tränen rühren. So zum Beispiel das heute erschienene "Carrie & Lowell" von Sufjan Stevens. Doch was macht die neuste Platte des 1975 in Brooklyn geborenen Songwriters zu einer derart herzergreifenden Angelegenheit, dass während dieser Beitrag in das dafür vorgesehene Fenster getippt wird, ein Kloß im Hals wächst, der das Atmen zunehmend erschwert? Nun, zum einen ist es wohl die Tatsache, dass "Carrie & Lowell" als eine liebevolle Ehrwürdigung Sufjan Stevens an seine vor drei Jahren verstorbene Mutter zu verstehen ist, die zusammen mit ihrem Ehemann auch das Cover der Platte ziert. Zum anderen ist es aber auch das Gespür des amerikanischen Ausnahmekünstlers für zarte Melodien, die punktgenau jene Nerven treffen, die direkt zum emotionalen Zentrum des Gehirns führen. Nachdem Stevens sich in den letzten Jahren soundtechnisch gehörig ausgetobt hat, und dabei immer mehr in Richtung eines futuristischen Klanghorizonts pilgerte, kehrt er nun zu seinen Wurzeln zurück und besinnt sich auf die Macht der tonalen Akzentuierung.

Leise, unaufgeregt und authentisch führt "Carrie & Lowell" durch die Vergangenheit Sufjan Stevens, innerhalb derer seine Mutter immer wieder wie eine strahlende Lichtfigur an entscheidenden Weggabelungen zu warten schien. Auch, wenn sie nicht alles richtig gemacht hat, spricht doch eine tiefe Liebe und Anerkennung aus den Worten ihres Sohnes. Songs wie das erhellende "Should Have Known Better", "All Of Me Wants All Of You", das titelgebende "Carrie & Lowell" oder "Eugene" zeichnen auf rührende Art und Weise jene alltäglichen Situationen nach, die in ähnlicher Form sicher auch der eine oder andere Hörer erlebt hat, und knüpfen daran eine seichte Melancholie. Gefühle des Glücks vereinen sich mit einer dumpfen Traurigkeit, während "Forth Of July", "Blue Bucket Of Gold" oder "Drawn To The Blood" zu beinahe übersinnlichen Hymnen heranwachsen. Mit wenigen, aber den richtigen, Mitteln - allem voran seinen sensiblen Harmoniegesängen - beschwört Sufjan Stevens einen transzendenten Zustand herauf. Plötzlich hat man den Eindruck, Jen- und Diesseits würden sich für einen flüchtigen Augenblick verbinden und einen letzten Tanz mit den geliebten Verstorbenen zulassen - im Takt all der zarten Folksongs, die sich auf "Carrie & Lowell" befinden. Als eins seiner stärksten Alben wird diese Platte in den bereits gut gefüllten Backkatalog Sufjan Stevens eingehen und sich zu Meisterwerken wie "Seven Swans" gesellen.



Mittwoch, 4. März 2015

Gewinnspiel: Eivør "Bridges"

© by Heidrik A Heygum
Ethnopop, klassische Songwriterkunst, Folk, Trip-Hop, Kirchenmusik und Oper - die Sängerin Eivør Pálsdóttir offeriert innerhalb ihres Schaffens ein akustisches Spektrum, dessen Weitläufigkeit wahrhaft ihresgleichen sucht. Hinzukommt, dass die 31-Jährige es geschafft hat, ihre Heimat, die Faröer Inseln, und das daran gebundene Kulturgut in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit zu rücken, und zwar indem sie den Großteil ihrer Stücke nicht nur auf Englisch, sondern eben auch auf Färöisch veröffentlichte. Das bescherte der Tochter einer Lehrerin und eines leitenden Angestellten, neben zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen, auch eine zunehmend wachsende Hörerschaft. Obgleich sie in Deutschland noch als echter Geheimtipp gilt, sollte man sich die sehnsuchtsvollen Kompositionen der aktuell in Kopenhagen lebenden Künstlerin keinesfalls entgehen lassen. Letzten Freitag erschien mit "Bridges" ein weiterer Geniestreich aus dem Repartoire Eivørs via Tutl.

Dass sie Brücken zu errichten weiß, hat die blonde Schönheit bereits mehrfach bewiesen. Auf "Bridges" stellt sie nun allerdings erneut zur Schau, wie gut es ihr gelingt, unterschiedliche Stile und Stimmungen miteinander zu verbinden, sodass diese in ihrer Gesamtheit einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die neun Stücke stützen sich vorrangig auf programmierte Drumbeats, sensible Gitarrenmelodien und markante Gesangspassagen, die mal an Kate Bush und dann wieder an Martha Wainwright oder Katie Melua erinnern. "Bridges" ist ein Album, das in dieser Form nur aus der Feder einer gereiften Songwriterin stammen kann - hat Eivør doch bereits mit 17 ihr Debüt veröffentlicht und in den darauffolgenden Jahren unerbittlich an der eigenen künstlerischen Verwirklichung und Weiterentwicklung gearbeitet. Die dadurch erlangte Erfahrenheit macht Stücke wie das melancholische "Remember Me", das verträumte "Faithful Friend" oder das dezente "Tides" zu leisen Hymnen voller Tiefe und Schönheit. Freunde außergewöhnlicher Arrangements kommen mit dieser Platte voll auf ihre Kosten und auch unsere Redaktion ist mehr als glücklich, "Bridges" entdeckt zu haben.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Eivørs "Bridges", das uns Off The Record zur Verfügung gestellt haben, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Eivør" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 08.03.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Eivør und "Bridges" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Youtube-Channel | Soundcloud-Account
 

Mittwoch, 18. Februar 2015

Gewinnspiel: Champs "Vamala"

© by Josh Shiner
Champs als Bandnamen zu wählen, hat auf den ersten Blick etwas Großspuriges - doch was will man machen, wenn der eigene Nachname nun mal Champion lautet? Die Brüder Michael und David Champion fackelten jedenfalls nicht lange, entledigten sich einiger störender Buchstaben, um eine gewisse Knackigkeit auf den Plan zu rufen, und stellten sich auch auf akustischer Ebene ihrem unausweichlichen Schicksal, nämlich Gewinnertypen zu sein. Nachdem ihnen ihr Debütalbum "Down Like Gold" bereits 2014 einen sicheren Stand innerhalb der europäischen Independentszene verschaffen konnte, legen Camps nur wenige Monate später mit "Vamala" ihr Zweitwerk vor. Leidenschaft und eine nicht abebben wollende Kreativwelle müssen dafür verantwortlich gewesen sein, dass Michael und David Champion schon kurz nach Fertigstellung von "Down Like Gold" erneut zu Instrumenten, Papier und Stiften griffen und zwölf Songs eingängige Stücke erschufen, die durch den Produzenten Dimitri Tikovoi ihren letzten Schliff erhielten.

Der seit Wochen nicht mehr aus der Radiolandschaft wegzudenkende Track "Desire" eröffnet "Vamala" und besticht durch eine leichtfüßige Melancholie, die man sonst nur von Bands wie Hot Chip kennt. Nicht zuletzt aufgrund des androgynen Falsettgesangs passen Champs generell recht gut in das Klischee maskuliner britischer Exportschlager, das von Acts wie alt-J oder den Glass Animals kreiert wurde. Was Champs jedoch von ihren Kollegen unterscheidet, ist der Wille, ihr akustisches Spektrum nicht nur in Gegenwart und Zukunft, sondern auch ganz bewusst in der Vergangenheit, wurzeln zu lassen. Da reihen sich dann plötzlich Lagerfeuersongs namens "Forever Upstanding At The Door" oder ""Send Me Down", das ein Backvocal-Gastspiel der wundervollen Karin Park enthält, an modernere Soundexperimente wie "3000 Miles" oder das synthielastige "Down (Alone On The Avenue)". Textlich wandert "Vamala" derweil von Herzschmerzgefühlen und der Fragilität zwischenmenschlicher Beziehungen bis hin zur Liebe für die vor der Südküste Englands gelegene Isle Of Wight, der Heimat der Champions-Brüder ("Blood", "The Balfron Tower").
Als eins der ungewöhnlichsten Songwriter-Alben seit Langem wird "Vamala" zu einer Art Missing Link zwischen der rauen Ehrlichkeit eines Bob Dylan und der sanften Eleganz von Beach House.



 
Um abschließend ein CD-Exemplar von Champs "Vamala", das uns PIAS Germany zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Champs" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 22.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Champs und "Vamala" gibt es hier:
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Freitag, 13. Februar 2015

Album-Vorstellung + Gewinnspiel: Carnival Youth "No Clouds Allowed"

© by Karklina
Nachdem wir schon am Mittwoch das Thema unpopuläre Musiknationen, mit der Vorstellung von KEjNUs "Centillion", gestreift haben, wandern wir mit dem lettischen Quartett Carnival Youth nun erneut in ein nur selten vom öffentlichen Interesse begutachtetes Land - vor allem, wenn es um dessen akustischen Output geht. Die Brüder Edgars und Emīls Kaupers sowie ihre Schulkameraden Roberts Vanags und Aleksis Luriņš gehören zu Lettlands junger Independentelite. Von Riga aus versuchen die vier Jungs, die Welt mit ihren energetischen Melodien zu erobern. Dass ihnen das ganz gut gelingen könnte, haben Carnival Youth bereits mit Auftritten auf dem Reeperbahn Festival, dem Waves Vienna oder einer kleinen Deutschlandtour im November des letzten Jahres bewiesen. Zeit für ein erstes Album und das trägt passenderweise den Namen "No Clouds Allowed".

Zuallererst gilt es, die Gardienen zur Seite zu schieben, das Fenster weit aufzumachen und frische Luft und Licht ins Zimmer zu lassen, denn das sind die Grundlagen, die Carnival Youths Debüt "No Clods Allowed" braucht, um wirken zu können. Des Weiteren hilft es, den Volume-Regler der Anlage bis zum Anschlag nach rechts zu drehen. "Never Have Enough" schreit das Eröffnungsstück der Platte und genau das denkt man sich auch nach den ersten paar Takten dieses vergnüglichen Openers. Was ist das nur für ein unglaublich verheißungsvolles Gefühl, das sich im Magen breitmacht, während innerhalb des Songs folkige Strukturen von rockigeren Elementen angespitzt und zu neuen Höhen geführt werden? Ob im Folgenden das verspielte "Octopus", das mit scheppernden Klavierarrangements und an die Cold War Kids erinnernde "Moonboy" oder das mit Trommelrhythmen und Mundharmonikapassagen aufgeladene "Tree by Tree" - "No Clouds Allowed" zelebriert eine liebevolle Freiheit und bricht mit vielen Konventionen, denen sich Newcomeracts sonst gerne einmal fügen. Carnival Youth sind die Produktion ihrer ersten LP langsam angegangen, haben sich selbst von etlichen Zwängen und Ideologien losgesagt und sind stattdessen bedingungslos ihrem Instinkt gefolgt. Das lässt "No Clouds Allowed" nicht nur unheimlich reif daherkommen, sondern macht Stücke wie "Brown Eyes And All The Rest" oder "Words Like Birds" zu echten Hits.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Carnival Youths "No Clouds Allowed", das uns Popup Records zur Verfügung gestellt hat, zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Carnival Youth" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Dienstag, der 17.02.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
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Viel Erfolg!

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Freitag, 6. Februar 2015

Album-Vorstellung: Father John Misty "I Love You, Honeybear"

© by Emma Tillman
Wo sind sie geblieben, die vor Theatralik nur so strotzenden, großen Hymnen? Jene, die mal schmachtend, mal stürmisch und dann doch wieder liebevoll umarmend daherkommen?
Joshua Tillman scheint ein Faible für aufgeladene Arrangements zu haben, die zwar irgendwie im Folk verankert sind, gleichzeitig aber genüsslich durch angrenzende Genres wie Rock, Indie oder gar Soul spazieren. Nachdem der in einer baptistischen Gemeinde aufgewachsene Songwriter den Gedanken Pfarrer zu werden verworfen und ihn zugunsten einer Musikerkarriere geopfert hatte, verfolgte er letztere mit einem nahezu ungebrochenen Elan. Sieben Soloalben und drei EPs als Joshua Tillman, ein Gastspiel auf dem Fleet Foxes Album "Helplessness Blues" und ein Soundtrack sind Resultat des scheinbar nicht enden wollenden kreativen Rauschs, welcher Tillman seit 2004 begleitet. Und dann war da noch die Sache mit Father John Misty. Unter diesem Alterego veröffentlichte der Amerikaner 2012 das von der Kritik hochgelobte "Fear Fun" und die EP "The Demos". Heute erscheint mit "I Love You, Honeybear" der zweite Longplayer des akustischen Predigers.

Es bedarf meist eines gewissen Abstands, um vergangene Situationen und Momente noch einmal reflektieren zu können - als Father John Misty tut Joshua Tillman dies auf "I Love You, Honeybear" in nahezu narzisstischer Art und Weise. So betrachtet der bärtige Musiker die letzten Jahre, die Beziehung zu seiner Frau Emma und die eigene Person, mit all ihren Stärken und Schwächen, durch die große lyrische Lupe. Passend dazu veröffentlichte der 33-Jährige ein kleines Manifest, das er als Höranleitung getarnt dem Booklet des Albums zur Seite stellte. Auf auditiver Ebene bietet "I Love You, Honeybear" elf Folksongs, die irgendwie dann doch wieder keine sind. Father John Misty tänzelt innerhalb dieser an den Höhen und Tiefen eines bewegten Lebens vorbei, ertränkt seinen Weltenschmerz in souligen Balladen wie "When You're Smiling" und wagt doch ebenso auch tonale Experimente wie bei dem flimmernden "True Affection". Ironie und Sarkasmus durchziehen die Platte derweil wie ein roter Faden und finden in Stücken wie dem von Publikumsgelächter begleiteten "Bored In The USA" ihre Klimax. Indes schunkelt der dem Album seinen Namen gebende Opener "I Love You, Honeybear" kraftvoll durch allerlei anstößiges und doch gleichzeitig eben recht passendes Vokabular. Großes Hörkino auf einer Platte, die nicht weniger bunt ist als ihr Cover. Freunde von Calexico, John Grant oder den besagten Fleet Foxes dürften allesamt gleich begeistert sein.



Mittwoch, 5. November 2014

Gewinnspiel: 2x2 Tickets für Astral Swans in Berlin

Matthew Swann scheint eine ganz klare Vorstellung davon zu haben, wie sein Projekt Astral Swans zu klingen hat - nämlich weder totproduziert, noch kantenlos. Dass seine Songs allesamt jener Maxime wie ein Schwarm von Zugvögeln folgen, veranschaulicht das im Frühjahr 2015 erscheinende Debütalbum des Kanadiers, welches den Titel "All My Favourite Singers Are Willie Nelson" tragen wird. Als ersten Vorgeschmack auf das mit 12 Titeln bestückte Werk veröffentlichte Astral Swans in diesem Jahr bereits die EP "You Carry A Sickness / Park Street". Auf dieser finden sich die beiden gleichnamigen Tracks "You Carry A Sickness" und "Park Street". Während ersterer durch raue Gitarrenriffs, schallernde Claps und eine psychedelische Verspieltheit überzeugt, kommt sein Nachfolger wesentlich gesetzter und massiver daher.



Am 18.11. 2014 wird Astral Swans im Berliner Antje Öklesund eine Kostprobe seines Lo-Fi-Folkgemischs präsentieren. "Einen hab ich noch..." verlost in diesem Zuge 2x2 Gästelistenplätze für das Konzert. Um eine Chance auf eben diese zu haben, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Astral Swans" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 02.11.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
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Freitag, 31. Oktober 2014

Album-Vorstellung: "Master Mix: Red Hot + Arthur Russell"

Seit 1989 unterstützt die US-amerikanische Red Hot Organization den Kampf gegen HIV und AIDS auf eine recht unkonventionelle Art und Weise. Mit der Veröffentlichung exklusiver Compilations und daran gebundene Medienaktivitäten sowie Spendenzahlungen konnte die von John Carlin und Leigh Blake ins Leben gerufene Non-Profit-Organisation bereits über 10 Millionen Dollar für Projekte bereitstellen, die sich der Aufklärung und dem Umgang mit der gefährlichen Infektionskrankheit verschrieben haben.
Nachdem sich im Jahre 2009 auch zahlreiche Musiker aus dem Independentbereich mit ihren Beiträgen für den famosen Sampler "Dark Was The Night" engagierten (darunter zum Beispiel Arcade Fire, Cat Power, Feist, Grizzly Bear, The New Pornographers, Blonde Redhead), ist es nun erneut Zeit für einen akustischen Ruck, der wach rütteln soll. Für das neuste Projekt "Master Mix: Red Hot + Arthur Russell" konnte Red Hot, neben bereits zuvor für sie aktiven Künstlern wie José Gonzales oder Sufjan Stevens, über 20 Acts gewinnen. "Master Mix: Red Hot + Arthur Russell" widmet sich thematisch dem an AIDS verstorbenen Multitalent Arthur Russell, der in den 70ern und 80ern die New Yorker Discoszene durch seinen avantgardistischen Stil bereicherte.

Es ist etwas sehr Intimes, sich der Arbeit eines Kollegen anzunehmen - vor allem, wenn dies posthum geschieht. Das mussten auch diejenigen feststellen, die sich für "Master Mix: Red Hot + Arthur Russell" den Kompositionen Arthur Russells widmeten. Als Resultat jener Auseinandersetzung finden sich nun auf der gleichnamigen Compilation 26 Tracks, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und genau darin liegt die Faszination der Platte. Ganz beiläufig wird durch die Auswahl der partizipierenden Künstler auch die Diversität in Russells Schaffen abgebildet. Fließend inszeniert José Gonzales da zum Beispiel "This Is How We Walk On The Moon", während Robyn mit "Tell You (Today)" eine beatlastige Nummer aufs Paket legt, Sufjan Stevens bei "A Little Lost" erneut die Weitläufigkeit seiner Arbeiten zur Schau stellt oder Cults das wunderbare "Being It" in einen mystischen Schleier hüllen. Zurückgenommener und akustischer warten hingegen Beiträge von Alexis Taylor, Richard Reed Parry oder Glen Hansard auf. Um wiederum einen Eindruck davon zu erhalten, welche Energie Russell in den Clubs der Discoära begegnet sein muss, eignen sich Hot Chips "Go Bang", Blood Oranges "Is It All Over My Face & The Tower Of Meaning" oder "That's Us/Wild Combination" von den Scissor Sisters ganz hervorragend. "Master Mix: Red Hot + Arthur Russell" ist eine phänomenale Kollektion an Songs, die man sich auf jeden Fall in ihrer Gänze zuführen sollte. Flimmernd, rauschend und sensibel wird auf der Compilation einem Ausnahmetalent gehuldigt, das leider viel zu früh den Folgen einer immer noch unterschätzten Krankheit erlegen ist.




Mittwoch, 22. Oktober 2014

Gewinnspiel: Alex Highton "Nobody Knows Anything"

© by Frank Van Delft
Vor einigen Tagen stellte "Einen hab ich noch..." das neue Album von Alex Highton vor. Auf diesem geht der bärtige Brite neue und sehr imposante akustische Wege. Heute verlosen wir "Nobody Knows Anything".

Um eins von zwei handsignierten CD-Exemplaren der Platte zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

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Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Alex Highton" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)
 

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 27.10.2014. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!
 

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Freitag, 10. Oktober 2014

Album-Vorstellung: Alex Highton "Nobody Knows Anything"

© by Frank Van Delft
Diese Briten - sie sind schon ein wahrhaft interessantes Völkchen. Und vor allem einer unter ihnen: Mr. Alex Highton. Der bärtige Musiker veröffentlichte sein Debütalbum "Woodditton Wives Club" im Alter von 37 Jahren. Ist das nun spät für ein Erstlingswerk? Es kommt halt ganz darauf an, was man von einem solchen erwartet. Soll dieses jung, vital und ungestüm sein oder darf auch eine gewisse Reflektiertheit und Erfahrung nicht fehlen? Alex Highton hat sein Leben in vollen Zügen genossen, ist Irrwegen gefolgt, gelangte auf diesen zu wichtigen Erkenntnissen und ist irgendwann genau da angekommen, wo er heute steht.
"Generell denken Leute oft, man kann nicht gut sein, wenn man es in einem gewissen Alter noch nicht an einen bestimmten Punkt geschafft hat. Nur verlief das bei mir eben anders. In meinen Zwanzigern war ich nicht in der Lage, Songs zu schreiben. Mit Anfang dreißig bekam ich dann Kinder, was wiederum nicht zu dem verrückten Alltag eines Musikers gepasst hätte. Immerhin musst du auch dafür sorgen, dass jeden Tag Essen auf den Tisch kommt. Also fing ich erst spät mit allem an. Ich hoffe nur, dass die Tatsache, dass ich jetzt 39 bin, niemanden daran hindern wird, in meine Musik zu investieren."  

Diese Sorge darf man Alex Highton wohl getrost nehmen. Nachdem "Woodditton Wives Club" noch als feinfühlige Hommage an das Landleben fungierte, die auf liebevoll inszenierten Gitarrenarrangements gründete, überzeugt der Nachfolger "Nobody Knows Anything"  durch ein wesentlich breiteres akustisches Spektrum. "You Don't Own This Life", der Opener auf "Nobody Knows Anything", schafft es beispielsweise, an die Ästhetik älterer Tracks des Songwriters anzuknüpfen und doch gleichzeitig auch in neue auditive Richtungen zu deuten. Und genau diese lassen sich dann bei "It Falls Together", einem sehr munteren und zuversichtlichen Stück, oder dem elektrifizierten "Panic" finden. Während des Schreibens und Komponierens seiner neuen Platte scheint Alex Highton alle Ängste abgelegt zu haben, sich tonal einmal richtig auszutoben. Vielfältig, gereift und sehr auf den Punkt klingen in der Folge die 13 Tracks auf "Nobody Knows Anything". Ob das herrliche Duett "Kills", "Sunlight Burns Your Skin", das hier und da ein wenig an Sufjan Stevens erinnert, das verschmitzte "Fear" oder das von Tragik umspielte "Somebody Must Know Anything" - Alex Highton stürzt sich wagemutig in ausladende Kompositionen und zeigt, dass er diese auch zu beherrschen weiß. Erfährt man dann abschließend die Fulminanz des titelgebenden "Nobody Knows Anything" stellt sich maximal noch die Frage danach, ob ein 18-Jähriger das denn auch hinbekommen hätte.



Mittwoch, 17. September 2014

Gewinnspiel: The New Spring "Late Bloomer" (+ "The New Spring" + "Secret Armor")

© by Tore Hallas
Musik ist manchmal besser als jede Medizin. Egal, ob gegen den Ärger über eine verpasste Chance, nicht enden wollender Liebeskummer oder das Gefühl von völliger Wertlosigkeit - sobald die richtige Melodie erklingt, sind meist viele Sorgen wie im Handumdrehen vergessen. Lauscht man beispielsweise den Songs von Bastian Kallesøe, der unter dem Künstlernamen The New Spring vor drei Jahren ein gleichnamiges Debütalbum herausbrachte, dann fällt es schon wirklich schwer, die Zornesfalte auf der Stirn oder die Wundwinkel nach unten gerichtet zu halten. Zu sanft und wohltuend ist das, was einen auf den Platten des blonden Songwriters erwartet. Doch was ganz genau macht die Kompositionen von The New Spring zu echten tonalen Wunderpillen? Musiker, die sich der Schlichtheit von Folk und Acoustic bedienen, gibt es schließlich wie Sand am Meer. Vermutlich sticht Bastian Kallesøe deshalb aus der oft grauen Masse hervor, weil er seine Tracks mit Farbe malt. Mit leichten Pastelltönen, die jedoch hier und da durch gedecktere Farben in Kontrast gesetzt werden. Nachdem "Secret Armor" im letzten Jahr untermauerte, dass es sich bei The New Spring keineswegs um eine musikalische Eintagsfliege handele, darf man sich nun bereits über das Drittwerk des Dänen freuen.


Eine Blume, die in dem Moment erblüht, in dem ein Großteil ihrer Artgenossen bereits verwelkt ist, hat oft einen ganz besonderen Reiz. Zum einen, weil sie genau dann mit der Entfaltung ihres Blütenkleides zu überraschen vermag, wo schon keiner mehr damit gerechnet hatte, und zum anderen, weil sie damit den Kreislauf des Lebens, inmitten der Vergänglichkeit, markiert. Es gibt eben keine Verfallsdaten für Glück oder Schönheit. Im übertragenen Sinne trifft man auch unter uns Menschen auf diejenigen, die erst dann zu strahlen beginnen, wenn ihnen dies schon vielfach von ihrer Umwelt abgesprochen wurde. Als sogenannte Spätzünder warteten sie aber vielleicht einfach nur auf den richtigen Moment, um sich zu öffnen. "Late Bloomer", so lautet auch der Titel des dritten Albums von The New Spring.
Je mehr man über die Entstehung einzelner Alben liest und hört, umso mehr muss man sich fragen, ob das Geheimrezept einer guten Platte eventuell in der Spontanität ihrer Entstehung liegen könnte. Natürlich gibt es LPs, die technisch perfekt produziert und zudem derart ausgefeilt wurden, dass es aus klanglicher Perspektive wirklich schwerfällt, da noch ein Haar in der Suppe zu finden, doch oft fehlt es gerade diesen an etwas wie einer Seele. Bastian Kallesøe nahm die zehn Tracks für "Late Blommer" innerhalb von nur zwei Tagen auf. Dementsprechend finden sich natürlich viele ungeschliffene Kanten in Nummern wie dem Opener "The Hours of the Day" oder "Crown of Winter". Nur sind es gerade diese, die eine gewisse Frische und Ehrlichkeit zu transportieren in der Lage sind. Auf sehr subtile Art und Weise fließt "Late Bloomer" in der Folge dahin, passiert ein strahlendes "Your Birthday (Stilleben #1)", ein entzückendes "Bees" oder ein von Behaglichkeit getragenes "Song for Ana Mendieta" und hinterlässt einen Hauch von Wärme, jetzt, wo der Herbst beginnt.



Um abschließend nicht nur ein Vinyl-Exemplar von The New Springs neuem Album "Late Bloomer", sondern darüber hinaus die komplette Diskografie des Dänen auf Platte zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "The New Spring" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 21.09.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Zu verdanken haben wir das großartige Gewinnpaket übrigens unseren Freunden bei Tambourhinoceros Records.

Weitere Infos zu The New Spring und dem Album "Late Bloomer" gibt es hier:
The New Spring bei Tambourhinoceros | Facebookseite
 

Freitag, 15. August 2014

Album-Vorstellung: Chorus Grant "Space"

© by Esben Boeg Jensen
Dänemark hat viel zu bieten. Aus musikalischer Sicht vor allem das großartige Label Tambourhinoceros Records. Seit 2009 begeistert die Plattenfirma mit einem ausgezeichneten Künstlerkatalog, welcher unter anderem Acts wie 4 Guys From The Future oder Treefight For The Sunlight beinhaltet. Mit Chorus Grant kam Anfang dieses Jahres ein Musiker hinzu, der durch von Americana und Folk beeinflusste Kompositionen zu begeistern weiß. Nahtlos reiht sich der adrette Songwriter damit in die Firmenpolitik von Tambourhinoceros ein, innerhalb derer gern auf die Verbindung aus psychedelisch-angehauchten Klängen und ausgefallenen Stimmen gesetzt wird. Von Chorus Grant alias Kristian Finne Kristensen war das Label wohl derart beeindruckt, dass der Sänger 2014 gleich zweimal in Erscheinung treten darf. Zum einen als fünfzig Prozent des Duos Cancer, dem auch When Saints Go Machines Nikolaj Manuel Vonsild angehört, und zum anderen eben als Solokünstler. Bevor am 29.09. Cancers einzigartige "Ragazzi"-EP international erscheinen wird, zeigt Chorus Grant nun erst einmal, was er im Alleingang zu bieten hat. "Space" heißt sein Debüt.

"Space" ist ein Album voller Metaphern - sowohl lyrisch als auch soundtechnisch. Kristensens Liebe für amerikanische Filme und Orte ist darauf genauso präsent wie die Auseinandersetzung mit Phänomenen des Alltags. So wandert er in seinen Texten gedankenversunken über den Mulholland Drive, findet sich zwischen Wolkenkratzern wieder, begutachtet wartende Taxikolonen oder gesteht der menschlichen Zweisamkeit den Platz zwischen den Zeilen zu. Anders als viele andere Songwriter-Platten nimmt sich "Space" dabei zwar auch etwas zurück, kann aber gleichzeitig durch seine vielen schönen Klangspielereien begeistern, die auf Albumlänge wie kleine Zahnräder ineinader haken und den Zuhörer behutsam durch die dreizehn Stücke des Albums geleiten. Vom paralysierenden Opener "O Everyone" über das dunkel glühende "Present Day Sky", das Chorus Grant selbst übrigens als eine Art verzerrte Reflexion der Eagles bezeichnet, bis hin zum finalen "Reaching", einem Lovesong.



Mittwoch, 13. August 2014

Gewinnspiel: James Yorkston "The Cellardyke Recording And Wassailing Society"

© by Steve Gullick
Manche Platten schlagen ein wie Bomben - laut, gewaltig und mit Nachdruck. Die von James Yorkston gehören wohl eher nicht dazu. Es sind vielmehr leise Werke, die sich unaufdringlich, und oft durch die Hintertür, Eintritt in das Gefühlsleben ihres Publikums verschaffen. Nachdem sich der Schotte in den unterschiedlichsten Bandformationen ausprobiert und wiedergefunden hatte, veröffentlichte er 2002 einen ersten Tonträger als Solokünstler. "Made Up Country" sollte dabei allerdings nur der Anfang einer erfolgsversprechenden Karriere sein. Heute, im Jahre 2014, erscheint mit "The Cellardyke Recording And Wassailing Society" bereits das achte Studioalbum Yorkstons, und für dieses arbeitete der Songwriter sehr eng mit ein paar durchaus bekannten Gesichtern der britischen Musikszene zusammen: Alexis Taylor (Hot Chip), KT Tunstall oder Johnny Lynch alias The Pictish Trail, um an dieser Stelle nur ein paar Namen zu nennen.


Wenn man dies berücksichtigt, kann man dann bei "The Cellardyke Recording And Wassailing Society" überhaupt noch von einer Soloplatte sprechen? Nun, das kommt ganz auf den Blickwinkel an. Texte und Melodien stammen, mit einer einzigen Ausnahme, nämlich dem finalen "You & Your Sister", allesamt aus der Feder Yorkstons, so viel steht fest. Nur außer bei eben diesem Stück, das Yorksten übrigens mit seinem Handy aufnahm und bearbeitete, ist der rothaarige Sänger fast nie alleine zu hören. Allem voran ist es KT Tunstall, die ihn bei dreizehn der insgesamt sechzehn Tracks auf "The Cellardyke Recording And Wassailing Society" gesangstechnisch begleitet und gleichsam in perfekter Harmonie mit ihrem Kollegen mitschwingt. Aber auch Alexis Taylor, der zudem als Produzent des Albums fungierte, webte sich in nahezu jeden Song der Scheibe mit ein - sei es durch seine Stimme, die Unterstützung durch Synthesizer oder das Einspielen anderer Instrumente.
Soundtechnisch ist "The Cellardyke Recording And Wassailing Society" also eine weiche Patchworkdecke, deren roter Faden freilich von Yorkston ausgesucht und als Verbindung zwischen den einzelnen Fetzen festgezurrt wurde. Mit Nummern wie dem folkigen "Fellow Man", dem melancholischen "Broken Wave (A Blues For Doogie), einer Hommage an seinen verstorbenen Bassisten Doogie Paul, oder heiteren Stücken wie "Great Ghosts" gedenkt James Yorkston der Ursprünglichkeit handgemachter Musik und verdeutlicht einmal mehr deren simple Schönheit.



Um ein CD-Exemplar von James Yorkstons neuem Album, sprich "The Cellardyke Recording And Wassailing Society", zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "James Yorkston" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 17.08.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu James Yorkston und dem Album "The Cellardyke Recording And Wassailing Society" gibt es hier:
Offizielle Website | Twitter-Account
 

Donnerstag, 31. Juli 2014

Album-Vorstellung: Angus & Julia Stone "Angus & Julia Stone"

Angus & Julia Stone
2006 veröffentlichte ein australisches Geschwisterpaar seine erste EP, die den Namen "Chocolates and Cigarettes" trug - eine verspielte Songwriter-Platte. In den darauf folgenden Jahren konnten sich Angus & Julia Stone erfolgreich im internationalen Musikgeschehen platzieren. Kritiker schätzten sie für ihre ausgefallenen Melodien und ihre teils eigenwilligen Gesangspassagen, Fans hingegen verliebten sich in den spröden Charme der in Sydney aufgewachsenen Stones. Ungebunden, frei und authentisch. Das Debütalbum "A Book Like This" und das 2010 erschienene "Down The Way" pflasterten im weiteren Verlauf den Erfolgsweg von Angus & Julia Stone und sorgten vielerorts für Charterfolge und ausverkaufte Konzerte. Doch was tut man, wenn man immer mit dem jüngeren Bruder oder der älteren Schwester assoziiert wird? Wenn man kaum noch als eigenständiger Musiker wahrgenommen wird? Richtig! Man veröffentlicht ein Soloalbum oder auch zwei. Sowohl Julia als auch Angus taten dies mehr als erfolgreich und konnten somit aller Welt beweisen, dass sie auch getrennt voneinander etwas zum allgemeinen Kulturgut beizutragen hatten. Julias "The Memory Machine" und "By The Horns" wurden dabei vom Publikum genauso wohlwollend aufgenommen wie Angus "Broken Brights" - dokumentierten die Platten doch auch die jeweiligen akustischen Präferenzen der Geschwister.

"Angus & Julia Stone"
Nachdem es keine weiteren Pläne für neue Aufnahmen als Duo gab, war es ausgerechnet der legendäre Produzent Rick Rubin, der sich einen Zahn daran ausbiss, Angus & Julia Stone wieder gemeinsam ins Studio zu bringen. Rubin verließ sich dabei vor allem auf die natürliche Kompatibilität der beiden Musiker und führte sie einfach derart oft zusammen, dass sie irgendwann nicht mehr anders konnten, als wiedervereint zu ihren Instrumenten zu greifen. Manche Verbundenheiten lassen sich nun mal nicht verleugnen. So kam es, dass Angus & Julia Stone 13 Songs ausarbeiteten, die dann in Rubins Shangri La Studios eingespielt wurden. Wie bereits bei ihren vergangenen Releases verließen sich die Stones dabei auf getrenntes Songwriting, kamen allerdings irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich derart mit den Ideen ihres Gegenübers beschäftigten, wie sie es zuvor noch nie getan hatten. Demnach war "Angus & Julia Stone" als Titel der Platte eine sich geradezu aufdrängende Konsequenz.
"A Heartbreack" eröffnet "Angus & Julia Stone" und fungiert im Zuge dessen auch gleich als tonaler Leitfaden. Wesentlich folkiger und auch deutlich mehr dem Country zugewandt, im Vergleich zu "A Book Like This" oder "Down The Way", präsentiert sich das neue Werk der Australier. Beim ersten Hören kann dies recht schnell zu einem Gefühl von Belanglosigkeit führen - wirken die vormaligen Kanten des Duos hier nun erstaunlich geschliffen. Jedoch ist "Angus & Julia Stone" keinesfalls als Hintergrundmusik für Cafés oder Kneipen gemacht. Man muss sich mit diesem Album auseinandersetzen. Plötzlich entfalten dann Tracks wie "My Word For It", "Heart Beats Slow", "Little Whiskey" oder das finale "Crash And Burn" eine ungeahnte Kraft, wohingegen sich ein "Death Defying Acts" oder "From The Stalls" als stille Balladen, voll bittersüßer Schärfe, entpuppen. Zum absoluten Highlight auf "Angus & Julia Stone" mausert sich, neben Hits wie "Grizzly Bear" und  "Other Things", das zurückgenommene "Please You". Eine unter die Haut gehende Nummer, die durch eine unglaubliche Spannweite überrascht.
Mit 13 Titeln und einer Spieldauer von fast 60 Minuten ist "Angus & Julia Stone", in Zeiten von Minimalismus und Schnelllebigkeit, ein recht umfangreiches Album. Allerdings können wir mit ruhigem Gewissen sagen, dass keine einzige Sekunde davon verschwendet ist.



Freitag, 11. Juli 2014

Album-Vorstellung: Fink "Hard Believer"

Fink
Jedes Musikgenre hat seine Großmeister. Was Massive Attack und Portishead für den Trip-Hop sind, ist Moby beispielsweise für den Ambient-Sektor. Der Electro liegt hingegen fest in den Händen von Acts wie Daft Punk oder The Prodigy, und während Björk und Radiohead als Ikonen des Alternative gefeiert werden, gelten Blur und Oasis als Pioniere des Britpop. Doch, was ist mit dem guten alten Songwritertum? Wer sind dessen Helden? Einer, der sich zumindest anschickt, zukünftig im selben Atemzug mit Namen wie Tom Waits, Bob Dylan oder Leonard Cohen genannt zu werden, ist der im britischen Cornwall geborene Finian Paul Greenall. Zusammen mit Drummer Tim Thornton und Bassist Guy Whittacker bildet er das Trio Fink. Ursprünglich als Soloprojekt erdacht räumte Greenall seinen beiden Kollegen im Laufe der Jahre mehr und mehr Mitbestimmungsrechte ein und integrierte sie auch zunehmend in die akustische Konstruktion seiner Studienalben. Davon gab es bisher immer fünf. Mit "Hard Believer" kommt nun ein sechstes hinzu.

"Hard Believer"
Nachdem der Amerikaner Beck im März sein von Licht durchflutetes Folkalbum "Morning Phase" präsentierte, stellt Finks "Hard Believer" nun eine Art dunklen Gegenentwurf dazu dar. Wesentlich akustischer und hölzerner geht es auf jener Platte zu, die binnen 17 Tagen in den legendären Sound Factory Studios in Hollywood eingespielt wurde. Greenall, Thorton und Whittacker steckten all ihren Ehrgeiz und all ihre Energie in das mit zehn Titeln bestückte Werk. Zudem versuchten sie, ein Album zu erschaffen, das von der Flüchtigkeit des Moments und der Harmonie des Kollektivs lebt. Viele der Instrumental- und Gesangspassagen wurden in der Folge zeitgleich und nicht getrennt voneinander aufgenommen, was sonst oft gang und gäbe bei vielen Produktionen ist. Akzentuierte Gitarrenriffs mit einem Hauch von Wildem Westen ("Hard Believer", "Green And The Blue") sind schließlich auf "Hard Believer" genauso zu finden, wie von Electronica-Einflüssen durchtränkte Klangteppiche ("White Flag", "Two Days"). Auch der Blues darf auf dem neusten Album Finks nicht fehlen und veranlasst unter anderem "Pilgrim" oder "Keep Falling", im Mondlicht zu tänzeln. Für echte Lagerfeuerromantik sorgen wiederum "Shakespeare" und "Truth Begins", indes sich zu "Looking Too Closely" der aufkommende feuchte Nebel ein wenig klärt. "Hard Believer" ist dynamisch, scharfsinnig und desolat zugleich - sprich eine wundervolle Gefühlsmischung.



Mittwoch, 4. Juni 2014

Gewinnspiel: Sylvan Esso "Sylvan Esso"

Sylvan Esso
Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie vernetzt die Musikwelt sich darstellt. Mehrfach bekam unsere Redaktion den Hinweis, man solle sich doch einmal mit Sylvan Esso auseinandersetzen, nur ignorierten wir diese Anregungen aus irgendeinem Grund für lange Zeit. Bis zu dem Punkt, an dem dies gar nicht mehr möglich war. Ob Soundcloud, Facebook oder Twitter - plötzlich gab es kein Herumkommen mehr um Sylvan Esso. Doch wer oder was steckt hinter dem seltsam anmutenden Namen? Und hier schließt sich der Kreis. Sylvan Esso ist ein Duo, das sich aus dem Produzenten Nick Sanborn und Amelia Randall Meath zusammensetzt. Amelia Randall Meath - schon beim ersten Hören des Debütalbums der beiden Amerikaner kamen uns Stimme und Stil der Songs doch recht bekannt vor. Es brauchte noch ein wenig bis schließlich klar wurde, weshalb dem so war. Meath ist ihres Zeichens ebenfalls Teil des Folktrios Mountain Man, einem vocallastigen Gespann, das bereits mit Feist auf Tour war und sie bei ihrer Performance tatkräftig unterstütze. Strotzen die Kompositionen Mountain Mans vor spröder countrylastiger Eleganz, sind Sylvan Esso doch deutlich mehr im Glanz der Electronica beheimatet. Einzig die zu identifizierenden scharfkantigen Schnitte geben Aufschluss über den Zusammenhang der beiden Projekte.

"Sylvan Esso"
Ursprünglich hatte Meath Sanborn nur darum gebeten, einen ihrer Songs ("Play It Right") zu remixen. Schnell deutete sich jedoch an, dass es nicht bei dieser, voneinander losgelösten, Kollaboration bleiben sollte. Zu offensichtlich die Verbundenheit, was gemeinsame tonale Visionen betrifft. Heute ist "Play It Right" Teil des Debütalbums von Sylvan Esso und wird von acht weiteren Stücken begleitet. Dass sie aus unterschiedlichen akustischen Welten kommen, bildet dabei einen klaren Vorteil für Meath und Sanborn. In der Folge vereinen sie Impulse, die oft als konträr gelten. Resultat ist etwas Neues, Unvoreingenommenes.
Als Kanon beginnt "Hey Mami", das erste Stück des selbst betitelten Albums "Sylvan Esso". Nach einigen Sekunden gesellen sich zu der eingängigen Melodie schließlich ein paar Claps und eine Strophe. So weit so gut. Noch könnte das alles in Richtung einer neuen Mountain Man Platte gehen, doch dann passiert das Unerwartete. Wummernd reißt ein elektronischer Beat das Stück an sich und katapultiert Meath Stimme direkt unter flackerndes Stroboskoplicht. Im Dunkel des Nachtlebens flimmern Tracks wie das darauf folgende "Dreamy Bruises" oder "Could I Be" artifiziell und einladend. Die Atmosphäre von "Sylvan Esso" durchläuft die Szenerie eines stickigen Clubs genauso wie die einer verlassenen Straße, durch die eine letzte kühle Brise weht. Als stünde man dauerhaft in der Drehtür einer Diskothek. Dort tanzt es sich anscheinend besonders entspannt und auch das heulende "Wolf", das mit zahlreichen Klicks versehene "Dress" oder das agile "H.S.K.T." passen ganz wunderbar in diese Nische zwischen Lebendigkeit und Ruhe. Als sensibler Höhepunkt des Albums entpuppt sich "Coffee", eine zarte Ballade mit feinen R'n'B-Akzenten, wohingegen "Uncatena" zum tiefen Atemzug ansetzt und "Come Down" die Platte so akustisch beendet, wie sie einst begann.



Wir halten nun den erneuten Beweis dafür bereit, dass das Singer-Songwritertum und Electro ganz hervorragend zusammen passen. Gewinnt ein CD-Exemplar von Sylvan Essos "Sylvan Esso", indem ihr uns bis spätestens kommenden Sonntag, den 08.06., verratet, was ihr von dieser Fusion der Sounds haltet. Dies könnt ihr übrigens wie folgt tun.

Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 04.06.2014 mit eurer Antwort kommentieren.

Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Sylvan Esso" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. 

Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu Sylvan Esso gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Account
 

Freitag, 30. Mai 2014

Album-Vorstellung: Papercuts "Life Among The Savages"

Jason Robert Quever alias Papercuts
Der Scherenschnitt - Kunstform oder Kinderbastelei? Weder noch! Papercuts ist das Projekt des amerikanischen Singer Songwriters Jason Robert Quever. Mit der notwendigen Fingerfertigkeit, die es auch für das Verarbeiten von Papier hin zum Schattenriss braucht, macht sich das in San Francisco ansässige Multitalent regelmäßig an die Arbeit, um das Beste aus Folk, Dream Pop und Indie miteinander zu verknüpfen. Wie gut ihm dies gelingt, zeigen die fünf bisher erschienenen Alben von Papercuts. Allesamt sind sie Platten, die sich perfekt dazu eignen, ein Refugium des Müßiggangs zu erschaffen, in welchem es sich an verregneten Sonntagen besonders leicht aushalten lässt. Ab ins Bett, Welt aus und Musik an. Stunde um Stunde vergeht schließlich wie im Fluge, während die sanften Melodien Quevers aus den Lautsprechern der heimischen Anlage schallen. "Life Among The Savages", das neuste Werk des kalifornischen Erfolgsgaranten, möchte nun da anknüpfen, wo "Fading Parade" 2011 aufhörte.


"Life Among The Savages"
"Life Among The Savages" ist keine Offenbarung, was Innovation oder Extravaganz angeht, nur scheint Quevers mit den neun Songs auch keineswegs darauf abgezielt zu haben, das akustische Rad neu zu erfinden. Im Gegenteil. Genüsslich springt er auf den Zug retroesker Vernarrtheit auf, der momentan eh durch sämtliche Genres rollt. Anders als viele weitere Passagiere besitzt der Musiker und Produzent dabei jedoch das Geschick, seinen eigenen Fingerabdruck zu hinterlassen. Wenn er und seine dann und wann wechselnden Papercuts-Kollegen zu Gitarre, Schlagzeug, Piano oder Synthesizer greifen, dann tun sie dies mit tiefster Gelassenheit. Genau diese durchzieht auch Stücke wie "New Baby", "Family Portrait" oder "Easter Morning". "Life Among The Savages" ist wie ein von der Sonne beschienenes Haus, dessen Türen und Fenster weit offen stehen, sodass der Wind seicht durch die einzelnen Zimmer ziehen und den Duft frischer Blumen und Gräser mit hineintragen kann. Auch das titelgebende Stück entsendet Schwingungen voller Wärme und Innigkeit und fungiert ganz wunderbar als Vertreter seiner Brüder und Schwestern.