"E1NEN HAB ICH NOCH..." ist ein virtuelles Sammelsurium für Musik. Der gleichnamige Blog bündelt und filtert Neuigkeiten aus den unendlichen Weiten der verschiedensten Genres. Dabei gilt stets die Devise: Den Song oder diese Platte sollte man noch gehört haben!
Es ist mittlerweile zu einem recht häufig zu beobachtbaren Phänomen geworden, dass sich junge Menschen während ihrer Schul- oder Studienzeit zusammentun, um sich auf musikalischer Ebene einmal gehörig auszutoben. Zahlreiche Bands überschwemmen dann in der Folge meist die Undergroundclubs ihrer Heimat- beziehungsweise Universitätsstädte, doch schaffen es leider nur wenige, auch über die Grenzen einer kurzen Sturm- und Drangphase hinaus erfolgreich zu sein. Der Ire Richard O'Flynn, die Norwegerin Guro Gikling und der Brasilianer Luis Santos lernen sich an der University of Liverpool kennen. Angeheizt von der fast schon greifbaren und omnipräsenten akustischen Geschichte der am Fluss Mersey gelegenen Metropole, formiert sich das Trio unter dem Namen All We Are. Diesen Freitag erscheint mit "All We Are" das selbst betitelte Debütalbum der Band via Domino Records.
Melancholisch und verträumt scheppert das Piano zu Beginn des Eröffnungsinstrumentals "Intro" und deutet an, was sich auch im weiteren Verlauf des Erstlingswerkes von All We Are bestätigen soll - nämlich dass es sich dabei um eine wundervoll stimmige Coming-Out-Of-Age-Platte handelt. Angereichert mit härteren Beats und Gitarrenriffs greift "Ebb/Flow" den sanften Schwermut des Openers auf und formt daraus einen eingängigen, modernen Popsong. Die Gesangseinlagen von Sängerin Guro und ihren beiden Kollegen harmonisieren derweil auf fast schon magische Art und Weise. Intim, verführerisch und in perfekter Balance. Songs wie "Go" oder "Something About You" gelingt es genau dadurch, sich zu gefühlvollen Balladen aufzuschwingen, während "I Wear You", "Honey" oder "Feel Safe" den Hörer unter die Discokugel schleifen, um dort eng umschlungen mit ihm zu tanzen. Und dann gibt es da noch diesen B-52's-Moment, und zwar wenn Guro innerhalb des funkigen "Keep Me Alive" zu einer energiegeladenen Bridge ansetzt, die verdeutlicht, dass die hübsche Blondine wesentlich mehr Rock und Rotzigkeit in ihrer Stimme hat, als man ihr vielleicht anfangs zugetraut hätte."All We Are" vereint in bester Manier Dream Pop à la Beach House mit griffigen Alternative-Klängen und spannenden Folk-Sketches.
Um abschließend ein 7"-Vinyl von All We Ares Split-Single "I Wear You / Honey" zu ergattern,
könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen. Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto.
Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder
Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die
entsprechende Lostrommel gelangt. Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem
Betreff "All We Are" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr
auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.) Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 01.02.2015. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg! Weitere Infos zu All We Are und ihrem Debütalbum gibt es hier: Facebookseite | Soundcloud-Account
Mit ihren zwei großartigen Alben "Fruit" (2009) und "Out Of Frequency" (2012) im Gepäck zogen Mette Lindberg, Lars Iversen und ihre Kollegen von The Asteroids Galaxy Tour in den letzten Jahren rundum die Welt. Frenetisch wurden die Dänen dabei von Publikum und Kritik zugleich gefeiert, was vor allem an der unsagbaren Live-Präsenz der siebenköpfigen Gruppe liegen dürfte. Schaffen es The Asteroids Galaxy Tour bereits auf ihren Platten regelmäßig, eine unfassbare Energie zu transportieren, ist dies beinahe nichts gegen die Wucht, mit der man auf einer ihrer Shows konfrontiert wird. Sobald ihnen die Scheinwerfer ins Gesicht strahlen, laufen The Asteroids Galaxy Tour zu Hochtouren auf. Umso spannender ist es, wenn man dann erfährt, dass es hinter den Kulissen vor nicht allzu langer Zeit noch ein wenig brodelte. Mette und Lars waren einander etwas überdrüssig geworden, verbrachten sie doch fast 24 Stunden am Tag zusammen. Doch anstatt nun an dieser Schwierigkeit, die wohl viele Bands kennen, zu zerbrechen, wuchsen The Asteroids Galaxy Tour daran, was uns schlussendlich zu der Veröffentlichung von "Bring Us Together" führt.
Erste Sketches für einen Großteil der zehn Songs hatte Soundtüftler Lars noch während ihrer Konzertreisen entworfen. Nachdem er und Mette mit etwas Abstand dann zum gemeinsamen Neustart ansetzten, sprudelten die Ideen nur so aus dem Songwriter-Duo heraus. Ganz beiläufig verabschiedeten sich die beiden Musiker, während ihrer Arbeit an Tracks wie "Navigator" oder "Hurricane", zudem von der Idee fiktionaler Geschichten und Charaktere, die den Stil ihrer früheren Stücke stark beeinflusst hatten, und nahmen bewusst mehr Bezug auf das eigene Leben. Somit ist "Bring Us Together" auch das bisher persönlichste Album von The Asteroids Galaxy Tour. Darüber hinaus sorgen fast schon spacige Passagen, wie man sie zum Beispiel bei "Choke It" um die Ohren geschleudert bekommt, für spannende Akzente in dem sonst recht groovigen Gesamtbild von "Bring Us Together". Hingegen fast schon dem Reggae zugewandt, präsentiert sich die aktuelle Single "My Club". "'My Club' sollte der größte Hit sein dürfen", verrät Mette Lindberg in einem Interview mit Kultmucke und tatsächlich kämpft sich der Song, der stilistisch an Acts wie Santigold erinnert, schnell an die Favoritenspitze und überrascht mit einer hinreißenden Bridge. Unsere Clubplatte für den Herbst heißt definitiv "Bring Us Together"!
Es ist noch gar nicht lange her, da feierte die Musikgemeinschaft ein ausgelassenes Revival des Sixties-Souls. Vor allem die Zöglinge der Londoner BRIT School standen dabei im Fokus des öffentlichen Interesses. Ihre Alben verkauften sich, wie es wohl kaum jemand erwartet hatte, während gleichzeitig etliche Frauen bereits ihren Kleiderschrank nach Petticoats durchwühlten, ihre Haare zu riesigen Beehives zusammenstecken und den Liedstrich etwas dicker als gewöhnlich zogen. Die Männer hingegen übten erneut das Krawattenbinden, schmissen sich flotte Westen über, spannten die Hosenträger oder ließen Hüte auf ihre Köpfe wandern. Wenig später ebbte der Retro-Hype dann jedoch wieder ab, und zwar genauso schnell, wie er zuvor aufgekommen war. Amy Winehouse, die Ikone des Neosouls war den Folgen ihres exzessiven Drogenkonsums zum Opfer gefallen, Blondine Duffy derweil im allgemeinen Pop-Strudel versunken und auch viele andere, eben noch umjubelte, Acts mussten die hart erkämpften Topplatzierungen der Charts abermals räumen. 2014 schickt sich nun ausgerechnet eine deutsche Band an, eine Extrarunde mit Funk und Soul zu drehen - und das überaus erfolgreich.
"Raw Love"
Rhonda ist ein Quintett aus Hamburg. Mit ihrer Single "Camera" eroberte sich die Band binnen kürzester Zeit einen festen Platz in den Playlists vieler Radiostationen. Die kratzige, vollmundige Stimme von Sängerin Milo Milone erwies sich dabei als ebenso erfolgsversprechend, wie Rhondas generelles Gespür für den Einsatz von Elementen aus Ska und Rock. Ihr Debütalbum "Raw Love" stellt "Camera" nun weitere Ohrwürmer zur Seite. Ob das frische "Teribble Lie", das vom Groove angeheizte "Sound Of Soda", das charmante "Bruno" oder das spritzige "Here We Go Again" - "Raw Love" schwimmt auf einer Welle aus Hitpotenzialen. Eigentlich können Rhonda gar nichts mehr falsch machen. Die Balladen "That's How I Roll" und "I Need No Help" sind authentisch und im angemessenen Maße theatralisch, wohingegen sich "Here Lies" und "My Thing" einer zuckersüßen Leichtigkeit verschrieben haben. Jeder einzelne Song auf "Raw Love" macht Spaß beim Zuhören. Wer hätte gedacht, dass das noch einmal funktionieren könnte? Wer hätte geahnt, dass der ausgelassene Soul ausgerechnet im Land der Diszipliniertheit und Ordnung sein fulminantes Comeback feiern würde? Wir nicht! Umso mehr genießen wir jetzt aber diese ungeahnte akustische Überraschung namens "Raw Love". Mit freundlicher Unterstützung von PIAS und Community Promotions dürfen wir nun abschließend noch ein CD-Exemplar von Rhondas "Raw Love" verlosen. Wer dieses gern gewinnen möchte, der schreibt uns bis spätestens kommenden Sonntag, den 27.07.2014, was ihm an der Musik der Hafenstadt-Truppe gut gefällt. Mitmachen könnt ihr über die beiden bereits bekannten Wege. Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebookseite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 23.07.2014 mit eurer Antwort kommentieren. Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Rhonda" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Infos zu Rhonda gibt es hier: Offizielle Website | Facebookseite
Irgendwie war Kelis schon immer anders als die anderen R'n'B-Künstlerinnen. Sie wollte von jeher nicht in das Bild der Goldketten tragenden, farbigen Powerlady passen, das von Damen wie Rihanna, Ciara, Brandy oder Amerie gern ausgiebig zelebriert wird. Zu bodenständig und irgendwie auch zu kantig wirkte die 1979 in Harlem geborene Sängerin stets. Als Protestlerin machte sie 1999 ihrem Ärger Luft und schrie sich mit "Caught Out There", von ihrem Debüt "Kaleidoscope", die Seele aus dem Hals. In den darauffolgenden Jahren arbeitet Miss Rogers, wie Kelis mit bürgerlichem Namen heißt, mit sämtlichen Größen der Branche zusammen. Darunter The Neptunes, André 3000, ihr Exmann Nas, Cee-Lo Green, will.i.am oder David Guetta. Jeder will die Frau kennenlernen, die es schafft, die Arme soweit auszustrecken, dass sie sich genüsslich innerhalb der kompletten musikalischen Vielfalt bedienen kann, ohne dabei jedoch ihren ganz eigenen Stil zu verlieren. So tanzt sie durch Electro, Hip-Hop, Pop, Jazz oder Reggae und wirkt in jeder einzelnen Bewegung authentisch. Nun wagt sich Kelis erstmals gen Indierock, zusammen mit TV on the Radios Dave Sitek. "Food" lautet der Name des sechsten Studioalbums der Queen of Soul.
"Food"
Reichlich ist der Tisch gedeckt, und zwar an jedem einzelnen Produktionstag von "Food". Dave Sitek wohnt in Los Angelos nur ein paar Gehminuten von Kelis entfernt und was ist schöner, als sich neben dem Songwriting auch um das gemeinsame Leibeswohl zu kümmern? Während allerhand Gerichte und Songs, die wie welche klingen ("Friday Fish Fry", "Jerk Ribs", "Breakfast", "Cobbler", "Buiscuits 'N' Gravy"), zubereitet oder entwickelt werden - Kelis hat nach der Veröffentlichung ihrer letzten Platte einen Kochkurs belegt - steht die Tür des Hauses immer sperrangelweit offen. Dies hat zur Folge, dass Künstler jeglicher Couleur dort ein- und ausgehen. Für ein Stück Hünchen- oder Schweinefleisch, das mit Soßen aus der Hand von Kelis gewürzt ist, hinterlässt manch ein Gast darüber hinaus auch dankbar ein paar seiner Ideen. Am Ende webt sich somit der Geist einer lebensfrohen Gemeinschaft in die 13 Stücke der Scheibe ein. Die kreative Vielfalt kennt keine Grenzen, wodurch "Food" final nach einer bunten Geschmacksexplosion aus Funk und Alternative klingt. Auch die brasilianische Rockgirlkombo CSS unterstützt Kelis beispielsweise auf ihrem Weg in Richtung eines neuen akustischen Horizonts. In perfekter Harmonie reihen sich Perlen feinfühligen Genusses ("Bless The Telephone") an orientalische Träume aus Tausendundeiner Nacht ("Change"). "Rumble" hingegen erinnert lässig an längst vergangene Tage. Generell kommen einem viele Melodien bekannt vor, jedoch ohne den Anschein einer einfallslosen Kopie zu hinterlassen. Es sind oft simple Lines, wie das herrliche Klavierspiel bei "Biscuits 'N' Gravy", die die Nummern auf "Food" zu echten Ohrwürmern mutieren lassen. Zudem konservieren Kelis und Sitek behutsam die Schnittmenge ihrer gemeinsamen Soundpräferenzen, welche sich im Laufe ihrer Leben herausgebildet haben. Gewürzt mit Texten, die von zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Auswirkungen. Wenn "Dreamer", als großartig verträumte Ballade, das Album beschließt, dann bleibt ein wohlig angenehmes Gefühl zurück. Einmal mehr wird klar, dass Kelis absolut in der Lage ist, eine Überraschung parat zu haben.