"E1NEN HAB ICH NOCH..." ist ein virtuelles Sammelsurium für Musik. Der gleichnamige Blog bündelt und filtert Neuigkeiten aus den unendlichen Weiten der verschiedensten Genres. Dabei gilt stets die Devise: Den Song oder diese Platte sollte man noch gehört haben!
Das gehört mir! Mach die Augen zu, dann siehst du, was dir gehört! Besitz - ein vergängliches Wort und eine noch viel vergänglichere Tatsache. Was uns gehört und was nicht, ist schwer zu sagen. Der Mensch hat zwar schon früh damit begonnen, überall seine Stempel zu verteilen, die ihm ein gewisses Eigentumsrecht einräumen sollen, doch bleibt fragwürdig, ob ihn das gleichzeitig auch zum legitimen Gebieter über die von ihm erwählten Dinge macht. Mittlerweile sind Wasser, Pflanzen, Tiere, ja, tatsächlich sogar Menschen in der Hand einzelner Personen. Kann das sein? Real Estate, eine Band aus Ridgewood, New Jersey, trägt das Wort Besitz im Namen. Nur ist ihr Vermögen von immaterieller Natur. Gedanken, Visionen und Ideen sind Teil ihrer Kreativität und die Grundlage ihrer Identität als Band. 2009 gründete sich die Formation und brachte im gleichen Jahr bereits ihr selbst betiteltes Debüt auf den Markt. Zwei Jahre später folgte dann mit "Days" der erste Release auf Domino Records. Von den Kritikern für würdig befunden, nahm Real Estates Siegeszug schnell an Fahrt auf und so gelangten die Kompositionen der Truppe schnell in die vielen Ecken dieser Erde.
"Atlas"
Sanfte, folkige Melodien, mal verträumt und mal klar wie ein wolkenfreier Himmel, kennzeichnen die Songs von Real Estate und sind auch auf ihrer dritten Platte "Atlas" richtungsweisend. 10 Stücke, die die Sonne im Herzen tragen und die Reise der Band durch die Wüste Arizonas, einen Proberaum in Greenpoint, einen Dachboden in ihrer Heimatstadt Ridgewood und Wilco's Studio in Chicago beschreiben, tummeln sich auf dem Album. Dabei haben Real Estate eine neue Deutlichkeit gefunden, die sie behutsam in ihr Songwriting einfließen lassen. Dies hat zur Folge, dass Tracks wie "Crime" oder "Past Lives" recht erhaben klingen. Leicht und doch bodenständig. Real Estate schaffen es auf "Atlas", einen Sound zu kreieren, der unbeeindruckt über dem alltäglichen Geschehen steht. Sich weder von der Vergangenheit, noch der Gegenwart oder Zukunft musikalischer Phänomene beherrschen lassen will. Wer sagt, dass Männer emotionale Krüppel seien, die nicht in der Lage sind, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, der wird mit "Primitive", "April's Song" oder "Navigator" eines Besseren belehrt. Das fünfköpfige Herrengespann weiß sehr wohl, wie man sein Innerstes nach außen kehrt.
Wie immer habt ihr auch an diesem Gewinnspiel-Mittwoch die Chance, die soeben vorgestellte Platte eventuell zu ergattern. Wir möchten in diesem Zusammenhang von euch wissen, was Besitz für euch bedeutet? Bis kommenden Freitag, den 02.05.2014 habt ihr Zeit, eine Antwort darauf zu finden und uns diese über eine der beiden folgenden Möglichkeiten mitzuteilen. Mit etwas Glück gehört das CD-Exemplar von Real Estates "Atlas", das uns Domino Records zur Verfügung gestellt hat, dann ja vielleicht bald schon einem von euch. Möglichkeit 1: "Einen hab ich noch..."-Facebook-Seite liken (falls noch nicht geschehen) und das dort befindliche Gewinnspiel-Foto vom 30.04.2014 mit eurer Antwort kommentieren. Möglichkeit 2: Eine Mail mit dem Betreff "Real Estate" und eurer Antwort an kontakt.ehin@gmail.com. Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Infos zu Real Estate gibt es hier: Offizielle Website | Facebookseite | Twitter-Account
Am 21. April 2003 schien die Musikwelt für einen Moment aufzuhören, sich zu drehen. Einer ihrer strahlendsten Sterne hatte an diesem Tage sein Leuchten verloren. Der Tod von Nina Simone, die nach einem langen Krebsleiden eben diesem erlegen war, grub eine tiefe Furche in das auditive Kollektivbewusstsein. Eine Leere, die nur durch die vielen wunderbaren akustischen Nachlässe der 1933 als Eunice Kathleen Waymon geborenen Sängerin wieder gefüllt werden konnte. Seitdem singt uns die Hohepriesterin des Souls, wie ihre Verehrer sie nur allzu gern nannten, ihre Lieder aus dem Jenseits. Noch immer kräftig und unter die Haut gehend wie zu der Zeit, als sie erstmals die Feder ihrer Schöpferin verlassen hatten. Zahlreiche Künstler, darunter beispielsweise Feist, Eels, Muse, Janis Joplin oder auch Aretha Franklin, huldigten in den Jahren durch Coversongs der Grande Dame des Gospeljazz. Jener Frau, die es geschafft hatte, afrikanisches Liedgut mit modernen Einflüssen zu vereinen und es einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Nina Simone wird wohl ewig unvergesslich bleiben. Ihren Kompositionen wohnt ein Einfallsreichtum inne, der auf allen Ebenen zu verzaubern weiß. Der heutige Klassiker der Woche, das fast hypnotische Stück "Sinnerman" vom Album "Pastal Blues" (1965), beeindruckt durch seine gekonnte Fusion aus religiösen Lyrics, einem treibenden Beats und der markanten Stimme Nina Simones. Als wohl populärste Adaptation des traditionellen amerikanischen Negro Spirituals erlangte ihre Version Weltruhm.
Bunt, aufgedreht und fröhlich. Als Knallbonbon der isländischen Musikszene haben sich FM Belfast seit ihrer Gründung im Jahr 2005 etablieren können. Aber auch weit über die Grenzen des Inselstaates hinaus schätzt man Árni Rúnar Hlöðversson, Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir und ihr Gefolge für ihre unbändige Vitalität und Ausgelassenheit. Wer einmal ein Konzert der Band besucht hat, der wird dies nur schwer wieder vergessen können. Da kraucht das Publikum schon mal über den Boden, springt kräftig in die Luft, wird mit Konfetti beschossen oder singt lauthals im Chor, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Auftritte von FM Belfast sind legendär. Kein Wunder also, dass sie mühelos große Hallen fern der eigenen Heimat zu füllen vermögen. Im Gepäck hat die Formation dabei stets ein Sammelsurium an erquicklichen Sounds, die sowohl aus den Genres Electro, Pop und Indierock stammen. Selbst Tanzmuffel können da meist nicht widerstehen und fangen schon nach wenigen Takten an, mit ihrem Popo zu wackeln und den Kopf munter auf und ab zu bewegen. Nachdem sie sich 2008 mit ihrem Debüt "How To Make Friends" erste Freunde gemacht haben, und drei Jahre später mit "Don't Want To Sleep" erklärten, dass sie noch lange nicht müde seien, wird es für FM Belfast nun Zeit für bessere Tage. Bessere Tage? Wie soll man das nach diesem Karrierestart denn verstehen? Nun, sehen wir es als augenzwinkernde Floskel, denn schön war die Zeit mit FM Belfast schon immer.
"Brighter Days"
"Brighter Days" heißt, wie zuvor angedeutet, das dritte Werk von FM Belfast. Und allen Regeln in Bezug auf Abwechslung zu trotz, bleibt die Truppe dabei ihrer Devise treu und bestückt die Platte selbstsicher mit einer weiteren Aneinanderreihung von Up-Tempo-Nummern. Allesamt buhlen diese um den Hüftschwung ihrer Zuhörer. Bei vielen anderen Acts wäre diese Hartnäckigkeit, am eigenen Stil festzuhalten, wohl schiefgegangen oder hätte zumindest zu einer gewissen Langeweile geführt, bei FM Belfst wird aus der Pflicht jedoch schnell eine Kür, die beweist, dass Musik von solch sprudelnder Energie keine Erschöpfung kennt. Ob das titelgebende Eröffnungsstück "Brigther Days", das kribbelnde "Ears" oder das schnippige "Non Believer" - die zehn Tracks auf der neuen Scheibe haben verstanden, wie Tanzmusik im Jahre 2014 klingen muss. Selbst, wenn man dann doch kurz schmunzeln muss, während der fast schlagerartige Beat von "The End" auf eine gewisse Nineties-Ästhetik trifft, irgendwie funktioniert diese seltsame Kombination dann am Ende doch wieder. Dürfen FM Belfast denn alles? Mhm, mit der geballten Kraft erfahrener Musiker - die Mitglieder sind, wie Múms Örvar Þóreyjarson Smárason, schließlich alle noch in andere erfolgreichen Projekte involviert - scheint man auf jeden Fall eine gewisse Narrenfreiheit genießen zu dürfen. Drehen wir nun also die Volume-Knöpfe unserer Anlagen bis zum Anschlag und feiern genüsslich Songs wie das schrille "DeLorean". Traurig sein kann man auch noch wann anders!