Mittwoch, 10. September 2014

Gewinnspiel: Blonde Redhead "Barragán"

© by Marlene Marino
Seit Mitte der Neunziger haben Blonde Redhead stetig daran gearbeitet, ihren ganz individuellen Sound in das Fundament der Ewigkeit zu gießen. Dass ihnen dies bereits mehr als gut gelungen ist, zeigt ihre bisherige Diskografie, die sich, mal mit klaren und dann wieder mit sehr konfusen Linien, deutlich vom Einheitsbrei vieler ihrer Kollegen abzugrenzen weiß. Ob das raue "La Mia Vita Violenta", das wegweisende "Misery Is A Butterfly" oder das mit zahlreichen Klangexperimenten versehene "23" - Blonde Redhead lassen sich stilistisch kaum einordnen. Dementsprechend war auch zu erwarten, dass Sängerin Kazu Makino und die Zwillingsbrüder Amedeo und Simone Pace für ihr neuntes Studioalbum erneut in die melodische Trickkiste greifen würden. "Barragán", das seinen Titel schlicht aufgrund der wohlklingenden Kombination der acht Buchstaben erhalten hat, darf schon jetzt als absolutes Glanzstück in der Karriere des Trios gefeiert werden.

Als würde man aus dem Inneren eines schattigen Hauses hinaus ins Freie treten und von der plötzlichen Helligkeit des Sonnenlichts geblendet werden, so eröffnet das Instrumentalstück "Barragán" das gleichnamige Album. Während die Vögel im Hintergrund zwitschern, befällt den Hörer ein intensives Gefühl der Glückseligkeit. Ist dies das Paradies? Nun, es kommt dem auf jeden Fall sehr nah. Die zehn Stücke auf "Barragán" tragen eine faszinierende Kraft in sich - mystisch und doch real zugleich. Songs wie "Lady M" oder das knisternde "Mind To Be Had" versuchen mit jedem neuen Takt abzuheben, werden jedoch wieder und wieder von einem starken Sog erfasst, der sie an die Endlichkeit ihrer selbst kettet. Und genau das ist es, was "Barragán" als Gesamtwerk ausmacht. Es ist eine Platte mit Bodenhaftung, die dennoch etwas Transzendentes an sich hat. Wirkt das wunderbare "The One I Love" beispielsweise erst fragil und zerbrechlich, entwickelt es im Refrain eine starre Dramatik, die jede vergossene Träne gefrieren lässt, noch bevor sie den Erdboden berührt. Nicht zuletzt dank der charismatischen Stimmen von Makino und Pace sowie dem Einsatz verschiedenster analoger Synthesizer entsteht eine einzigartige Klangkulisse, in der selbst tanzbare Songs wie "Dripping" oder "Penultimo" ihren Platz finden.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Blonde Redheads neuem Album "Barragán" zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Blonde Redhead" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 14.09.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Blonde Redhead und dem Album "Barragán" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Soundcloud-Profil

Freitag, 5. September 2014

Album-Vorstellung: Karen O "Crush Songs"

© by Barney Clay
Ein Crush auf jemanden zu haben bedeutet, das unbedingte Verlangen zu verspüren, der entsprechenden Person sehr schnell, sehr nahe kommen zu wollen. Es ist eine Art Bedürfnisexplosion, die das Gehirn kurzzeitig in Ekstase versetzt, und die eine unbedingte Befriedigung des sich rasant ausbreitenden Dranges zur obersten Priorität erklärt.
Karen O, Frontfrau der Yeah Yeah Yeahs, war 27 Jahre alt, als sie sich einer furchtbaren Wahrheit gegenübersah."Ich war mir nicht sicher, ob ich mich jemals wieder verlieben würde", berichtet die mehrfach preisgekrönte Sängerin heute rückblickend. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und in tiefstem Selbstmitleid zu versinken, griff die Optimistin zu ihrer Gitarre und entwickelte zahlreiche kleine Songskizzen, die nun auf "Crush Songs" erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden. Nach vier erfolgreichen Platten mit ihren Yeah Yeah Yeahs, der Arbeit an den Soundtracks zu den beidem Spike Jonze Filmen "Wo die wilden Kerle wohnen" und "Her" sowie zahlreichen Kollaborationen mit dem Who Is Who der Independentszene, stellt "Crush Songs" das erste wirkliche Soloalbum der Amerikanerin dar.

Wer hat eigentlich festgelegt, dass ein Song eine durchschnittliche Spieldauer von circa drei bis vier Minuten haben sollte? Karen O kann es wohl nicht gewesen sein. Die vierzehn, beziehungsweise fünfzehn, Stücke auf "Crush Songs" - am Ende versteckt sich noch ein Hidden Track - sind auf ihre Essenz reduziert und meist nicht länger als wenige Sekunden. Auch soundtechnisch verließ sich Karen O für Titel wie "Comes The Night", "Ooo" oder "Rapt" auf eine tonale Schlichtheit, ohne großen Schnickschnack. "Crush Songs" ist eine Platte, die wirkt, als hätte es bei ihrer Produktion nur eine einzige Regel gegeben, nämlich dann auf Record zu drücken, wenn Karen O bereit war. Das führt dazu, dass ein Stück namens "Body King" mit einem übersteuerten, kratzigen Mittelteil daherkommt, "Visits" rotzig aus den Lautsprechern brüllt und ein latentes Hintergundrauschen das Album durchzieht wie ein roter Faden. Die Tochter eines Polen und einer Koreanerin scheint in der Unperfektheit und Flüchtigkeit des Lo-Fi ihre Erfüllung gefunden zu haben - war es doch auch diese, die ihrem "The Moon Song" bereits eine Oscar-Nominierung einbrachte. Im Resultat zeigt sich "Crush Song" stark im Songwriting, charmant in der Umsetzung und feinfühlig in seiner Ästhetik.



Mittwoch, 3. September 2014

Gewinnspiel: Interpol "El Pintor"

© by PIAS Cooperative
Fast jedem, der sich musikalisch im Independentbereich zuhause fühlt, dürfte die amerikanische Band Interpol etwas sagen. Mit ihrem Debütalbum "Turn On The Bright Lights" (2002) und dem Nachfolger "Antics" (2004) prägte die Truppe aus New York City den Sound einer ganzen Generation und sorgte zudem dafür, dass der Indierock seinen Siegeszug rundum den Globus feiern durfte. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen scheuten Interpol dabei nie die Auseinandersetzung mit Pathos und Theatralik, was ihrem Sound eine gewisse Tiefe verlieh, die man anderswo oft vermisste. Besonders Einflüsse aus Post-Punk und New Wave sorgten, zwischen harten Gitarrenriffs und schallernden Schlagzeugpassagen, stets für die gewisse Authentizität. Nachdem 2010 vielerorts gemutmaßt wurde, ob die selbstbetitelte vierte Platte der Band gleichsam auch deren Ende bedeuten könnte, dürfen Fans von Interpol nun aufatmen: "El Pintor" heißt der Lichtblick am Horizont.


Irgendwie ist es schon erstaunlich, wie wenig sich der Stil von Interpol über die Jahre verändert hat. Wenn Titel wie "All The Rage Back Home" oder "Everything Is Wrong" von "El Pintor" erklingen, fühlt man sich sofort in der Zeit zurückgeworfen. Zurück bis zu dem Moment, als man das erste Mal Paul Banks markante Stimme in seinem ehemaligen Lieblingsclub vernahm, derweil ein leichtes Kribbeln im Körper aufstieg. Auch das Cover von "El Pintor" erinnert von seiner Ästhetik stark an Interpols Erstlingswerk "Turn On The Bright Lights". Sind Kessler, Foragino und Banks nun also Verweigerer von Fortschritt und Entwicklung? Nein, Stücke wie "Same Town, New Story" oder das finale "Twice As Hard" stellen eindringlich zur Schau, dass Interpol sich zwar in einem nicht allzu breiten Klangspektrum bewegen, dafür aber jede einzelne Nuance dessen erforschen und durchdringen wollen. "El Pintor" malt - es malt eine Zukunft, die von der Vergangenheit geprägt ist und die den Schatz der Erfahrung nutzt, um darauf aufzubauen.



Um abschließend ein CD-Exemplar von Interpols neuem Album, sprich "El Pintor", zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Interpol" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 07.09.2014.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Interpol und dem Album "El Pintor" gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite