Freitag, 8. Februar 2013

Klassiker der Woche Nr. 43

Herr Hansen ist Scientologe. Macht ihn das zu einem schlechten Menschen? Soweit würden wir hier bei "Einen hab ich noch..." nicht gehen wollen. Dennoch ist uns diese "neue religiösen Bewegung", wie Scientology gern kategorisiert wird, keineswegs koscher. Schon beim Klassiker der Woche Nr. 18 (Juliette Lewis - Terra Incognita) setzten wir uns mit dem Phänomen auseinander, dass auch die Independent-Musikbranche vor dem Gedankengut des Ron L. Hubbard nicht sicher zu sein scheint. 
Nun aber erst einmal zurück zu Herrn Hansen, denn um den soll es hier ja eigentlich gehen. Und zwar vorrangig um dessen Musik und nicht seine persönliche Lebensphilosophie. Vielen ist der Sänger und Gitarrist wohl besser unter seinem Künstlernamen Beck bekannt. Vor zwanzig Jahren erschien mit "Golden Feelings" das Debut des 1970 geborenen Sohn eines Studiomusikers und einer Künstlerin. Seitdem zieren etliche Veröffentlichungen seinen Weg, bei der eine vielversprechender schien als die nächste. Auch als Produzent wirkte Hansen an großen Erfolgen (z.B. Charlotte Gainsbourgs "IRM") maßgeblich mit. So ist es nicht verwunderlich, dass irgendwann auch Hollywood auf ihn aufmerksam wurde. 2004 holte Regisseur Michael Gondry, der sich neben Filmen wie "Science of Sleep" auch für zahlreiche Musikvideos von Björk über Massive Attack bis hin zu Radiohead verantwortlich zeigte, Beck ins Boot, um am Soundtrack zu "Vergiss mein nicht!" (Originaltitel: "Eternal Sunshine of the Spotless Minds") mitzuwirken. Das Drama befasst sich mit der Idee, gezielt Erinnerungen manipulieren und löschen zu können, so dass schmerzhafte Ereignisse und sogar einzelne Personen vergessen werden. Ein wunderbares Filmjuwel, in dem Jim Carrey und Kate Winslet als Hauptdarsteller brillieren. "Everybody's Gotta Learn Sometimes", eine Coverversion des 1980er Hit der Korgis, wird von Beck sanft in den Film eingewoben und unterstreicht einmal mehr die Genialität der mit einem Oscar ausgezeichneten Liebesgeschichte. Und so können wir nun getrost diesen Klassiker der Woche in die Welt entlassen.



Mittwoch, 6. Februar 2013

Gewinnspiel: Arcade Fire "The Suburbs"

Arcade Fire
Selbst Größen der Musikbranche mit Namen David Bowie oder Peter Gabriel, zählen zu ihren treuen Verehrern. Kaum eine andere Band erntet derartig viel Beachtung und Anerkennung ihrer Kollegen wie die Kanadier von Arcade Fire. Und das völlig zu Recht. Durch einen unstillbaren Innovationsgeist getrieben, erschaffen Win Butler und sein siebenköpfiges Gefolge nicht einfach nur Songs, nein, sie kreieren echte Meisterwerke. Und diese kann man gebündelt auf den bisherigen Studioalben "Funeral" (2004), "Neon Bible" (2007) und "The Suburbs" (2010) bewundern. Letzteres bescherte der Megakombo aus Montreal und Quebec 2011 einen Grammy in der Kategorie "Album Of The Year" und adelte damit die bisher ungekrönten Könige des Indierocks. Kein Mitstreiter schaffte es seitdem, auch nur annähernd in den Thronbereich der Kritikerlieblinge zu gelangen, geschweige denn ihnen die alleinige Herrschafft streitbar zu machen. Für dieses Jahr verkündet der Hofstaat freudige Neuigkeiten. Eine neue Platte wartet darauf, die Musikwelt erneut mit der Gewalt und Kraft des Feuerbogens zu erobern.

"The Suburbs" (Deluxe Edition)
Zurück zum Wahnsinnserfolg von "The Suburbs". Nach der feierlichen Verleihung des wichtigsten Musikpreises der Welt, überlegten Arcade Fire wie sie sich bei ihren Fans für deren Unterstützung bedanken könnten. Resultat war eine Neuauflage der für sie Karriere verändernden Platte. Sie erarbeiteten eine Deluxe-Edition, die neben dem grandiosen Basis-Album, allerhand andere Besonderheiten zu bieten hat. "Speaking In Tongues", eine Kollaboration mit dem ehemaligen "Talking Heads"-Frontmann David Byrne und der Track "Culture War", wurden den großartigen Ursprungsnummern wie "We Used To Wait", "City With No Children In"oder "Rococo" beigefügt und machen "The Suburbs" mit 18 Stücken zum wahrhaftigen LONG Player. Eine Remix-Version von "Ready To Start" und ein Demo zu "Sprawl" gibt es zudem noch via schön gestalteter Download-Karte zu erhaschen. Markantestes Merkmal der Neuauflage ist jedoch eine Bonus-DVD, die den Kurzfilm "Scenes From The Suburbs" enthält. Regie führte dabei Spike Jonze ("Being John Malkovich", "Adaptation", "Where The Wild Things Are"). Thematisch behandelt der 30minütige Short das Aufwachsen einiger Teenager im Vorort einer von Krieg erschütterten Kleinstadt. In dem totalitären Umfeld werden die Heranwachsenden mit den Themen Freundschaft, Freiheit und Veränderung konfrontiert. Ein sehr lohnenswertes Filmereignis, das 2011 auf der Berlinale sein Debut feierte. Und dann ist da final noch das liebevoll designte, erweiterte Booklet mit Fotografien von Eric Kayne und natürlich allen Lyrics.

 

Man kann bei "The Suburbs" mit ruhigem Gewissen von einem der besten Alben aller Zeiten sprechen. Und so soll dieser Hörgenuss natürlich auch den Lesern von "Einen hab ich noch..." nicht vorenthalten werden. Wir verlosen, mit freundlicher Unterstützung von City Slang, insgesamt zweimal die eben beschriebene und hoch gelobte Deluxe-Version der Scheibe. Lust darauf bekommen? Dann schickt uns bis spätestens kommenden Freitag, eine Mail mit dem Betreff "Arcade Fire" und eurer Adresse an blogfrog87@googlemail.com. (Aufgrund der aktuellen Facebook-Richtlinien, ist keine Alternativteilnahme über das soziale Netzwerk mehr möglich.) Am kommenden Samstag werden die Gewinner dann persönlich benachrichtigt. Viel Erfolg.

Weitere interessante Links zu Arcade Fire:

Montag, 4. Februar 2013

Thomas Azier - Fire Arrow

Thomas Azier
Bedrohliches braut sich zusammen. Dunkle Synthies verdüstern den Klanghimmel, dicke Wolken aus pathoslastigen Sounds türmen sich auf und es entladen sich mehrfach zuckende Elektrobeats. "Fire Arrow" heißt der Track, von dem hier die Rede ist. Geschrieben und komponiert wurde der  Song von dem niederländischen Musiker Thomas Azier, der sich wie viele andere Künstler, der flimmernden Anziehungsraft unserer Hauptstadt Berlin nicht verwehren konnte und seither in ihr verweilt. Inspiriert durch das Leben in der Metropole entstanden die zwei EPs "Hylas 001" und "Hylas 002". Ähnlich der Büchse der Pandora, enthalten auch sie ungeahnte Inhalte, die einmal entfesselt, kaum noch aufzuhalten sind.