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Mittwoch, 18. März 2015

Gewinnspiel: Lovebyrd "Lovebyrd EP"

Durch ein Kaleidoskop betrachtet, erscheinen viele sperrige Angelegenheiten oft wesentlich klarer, als man zuvor vielleicht vermutet hätte. Chaos weicht da schnell einem Rausch von Symmetrie, verquere Gedanken indes einer strukturierten Gelassenheit. Wer nun aber keins dieser skurrilen optischen Geräte zur Hand hat, der sollte es stattdessen eventuell mal mit der Musik des saarländischen Duos Lovebyrd probieren. Nicht minder psychedelisch und von bunten Farben durchzogen wirkt nämlich das, was Stefanie Krauth und Mark Wernet in ihren heimischen vier Wänden zusammenschustern und auf Kassette - ja, richtig gelesen - bringen. Noch bevor dieses Jahr ihr erstes Album erscheinen wird, zelebrieren Lovebyrd die nun schon etwas zurückliegende Veröffentlichung ihrer ersten EP.

Es ist ein Soundtrack zum Mandalasmalen, einer, mit dem es sich ganz hervorragend durch den heimischen Vorgarten tanzen lässt, während die nackten Füße den Rasen berühren und einem die Sonne auf den Kopf scheint. Die fünf Stücke der Lovebyrd EP sind unbeschwert, authentisch und handgemacht. Hier und da knarren die Gitarren vielleicht einen Mü zu laut oder droht sich die markante Stimme von Sängerin Stefanie in einem dichten Nebel aus klimpernden Klangmustern zu verlieren - doch genau davon leben die Stücke, die Namen wie "Spinning Around" oder "Shot From The Sun" tragen. Als kratzige Gegenentwürfe zu den sonst oft glatten Produktionen vieler anderer Künstler können Lovebyrds Songs durch kleine Makel glänzen. Und ein wenig Reibung hat ja bekanntlich noch nie geschadet.



Um abschließend eine von zwei Kassetten der "Lovebyrd EP", die uns Ongakubaka Records zur Verfügung gestellt hat, sowie ein Button-Set zu ergattern, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

Möglichkeit 1: Liket unsere Facebookseite und das dort befindliche Gewinnspielfoto. Jede weitere Auseinandersetzung mit dem Foto (Öffentliches Teilen oder Kommentieren) führt dazu, dass euer Name ein weiteres Mal in die entsprechende Lostrommel gelangt.

Möglichkeit 2: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Lovebyrd" an kontakt.ehin@gmail.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Facebook mitgemacht habt.)

Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 22.03.2015.
Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall.
Wir verschicken die Preise nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!

Weitere Infos zu Lovebyrd gibt es hier:
Offizielle Website | Facebookseite | Bandcamp

Freitag, 18. Juli 2014

Album-Vorstellung: Alvvays "Alvvays"

Alvvays
Was ist es nur, das so viele Leute an der Vergangenheit reizt? Ist es ihre vermeintliche Überschaubarkeit oder das Gefühl von Kontrolle, das wir oft mit ihr verbinden? Immerhin lässt sich die Vergangenheit nachträglich nicht mehr umschreiben. Sie ist unumstößlich, gesetzt, gefestigt. Allzu oft dient sie als eine Art Blaupause für Gegenwart und Zukunft. Als Inspirationsquelle, als Geschichtenerzähler, als Mahnmal. Auch die kanadische Band Alvvays scheint fest im Gestern verwurzelt zu sein. Und zwar sowohl auf akustischer als auch auf visueller Ebene. Als wären sie einem College-Jahrbuch aus den Sechzigern entstiegen, strahlen Molly Rankin, Kerri Maclellan, Alec O'Hanley, Brian Murphy und Phil MacIsaac von den Pressefotos, die den Release ihres selbstbetitelten Debütalbums begleiten. Hornbrillen, Wollkragenpullies und Streifenshirts fungieren derweil als adäquate Accessoires zum authentischen Retrolook. Soundtechnisch bieten Alvvays einen Mix aus ungeschliffenem Rock, verwaschenem Lo-Fi und funkelndem Power Pop.


"Alvvays"
Die Blogosphäre zeigte sich recht begeistert, als mit "Adult Diversion" und "Archie, Marry Me" erste Songproben von Alvvays im World Wide Web auftauchten. Genau diese Tracks bilden nun den Auftakt des Erstlingswerks der Band. Tatsächlich kann man den beiden Stücken ein gewisses Kultpotenzial zusprechen, sind sie doch gleichsam eingängig wie speziell. Im weiteren Verlauf der Platte kratzt Molly Rankins Stimme herrlich ungeniert über die vielen kantigen Arrangements, die das Debüt der Kanadier zu bieten hat. Doch damit nicht genug. Entgegengesetzt zu der Hektik des einen oder anderen Songs, lassen sich auf "Alvvays" auch besonnenere Augenblicke finden. Zum Beispiel bei  "Ones Who Love You", dem inbrünstigen "Party Police" oder dem von Drum Machines getragenen "Dives". Etwas lauter geht es hingegen bei "Next Of Kin" oder "Atop A Cake" zu. Treibende Beats und sperrige Gitarrenriffs ermuntern zu wilden Tänzen, bis das finale "Red Planet" schließlich das Tempo drosselt und zum Kuscheln unter der Discokugel aufruft. Wer bei "Alvvays" auf musikalische Innovationen hofft, wird gegen eine starre Wall Of Sound laufen. Wer hingegen Lust hat, die Ära des verträumten Garage Rocks aufleben zu lassen, der sollte getrost auf Play drücken.