Peter Gabriel |
Ganz dieser Devise entsprechend hatte Peter Gabriel vor einigen Jahren die Vision zweier Konzeptalben, die wie Ying und Yang ineinandergreifen sollten. Eine einfache Coverplatte, bei der Gabriel Songs zeitgenössischer Musiker und alter Wegbegleiter neu interpretiert, das wäre an sich noch nichts Neues gewesen, hatten sich daran doch bereits Urgesteine der Branche wie Johnny Cash (American Reihe), Marianne Faithfull (Easy Come Easy Go) oder Patti Smith (Twelve) versucht. Nein, in Gabriel reifte ein wesentlich umfangreichender Plan heran, als er sich an die Arbeit zu seinem 2010er Werk "Scratch My Back" machte. Und zwar hatte sich das ehemalige Genesis-Mastermind fest in den Kopf gesetzt, jenen Künstler, deren Stücke er sich ausgesucht hatte, um sie in seinem ganz eigenen Glanz erstrahlen zu lassen, gleichzeitig auch das Versprechen zu entlocken, sich genau dafür später zu revangieren. Geradezu tollkühn klingt diese Idee, wenn man bedenkt, wer da alles auf der Liste stand. Neben zeitgenössischen Größen wie den Indiegöttern von Arcade Fire, der charmanten Pianistin Regina Spektor oder den Britpoppern von Elbow, nahm sich Gabriel auch unerschrocken dem Erbe seiner Kollegen Bowie, Eno, Simon, Reed, Byrne und dem anderer an. Das Ergebnis dieses Wagemuts erwies sich dann schließlich als derart phänomenal, dass es für den mittlerweile 63-Jährigen unzählige positive Kritiken hagelte. Unter ziemlichem Zugzwang stehend widmen sich nun die Originalinterpreten der Titel von "Scratch My Back", trotz voller Terminkalender und zahlreicher laufender Projekte, den musikalischen Hinterlassenschaften Gabriels und lassen diese, wie Phönix aus der Asche auferstehen. Einzig Radiohead und Altrocker Neil Young werden dabei durch die Kanadierin Leslie Feist und die Folkband Timber Timbre sowie das Stimmenwunder Joseph Arthur ersetzt. Zeit, dass wir uns "And I'll Scratch Yours", dem Gegenentwurf zu "Scratch My Back", behutsam Track by Track annähern.
"And I'll Scratch Yours" |
"Scratch My Back And I'll Scratch Yours" (Deluxe Edition) |
"Eine Hand wäscht die andere."
Nichts anderes bedeutet "Scratch my back and I'll scratch yours", der fusionierte Titel der beiden Platten, von denen hier die Rede war. Und wie schön es sein kann, wenn man sich gegenseitig den Rücken oder auch das Trommelfell kratzt und streichelt, haben dabei zahlreiche geniale Musiker auf imposante Art und Weise gezeigt. Wir verbeugen uns vor diesem grandiosen Projekt!
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